Sie'ste macht Mädchen stark

Der Mädchen- und Frauenladen Sieste hat ein breites Angebot, das vermehrt auch außerhalb der Weststadt Interesse findet. Sehr gut läuft der Lerntreff.

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Das Programm zur Gesundheitsvorsorge des Mädchen- und Frauenladens Sieste spricht nicht nur Frauen in der Weststadt an. Immer öfter kommen auch Frauen aus anderen Stadtteilen zu den Vorträgen beispielsweise über gesundes Essen, Erziehungsfragen oder medizinischen Themen. Neben der Gesundheitsförderung gibt es eine große Bandbreite an Treffs, Kursen und regelmäßigen Angeboten für Mädchen und Frauen, die "sehr gut angenommen" werden, berichtet die Vorsitzende Sigrid Räkel-Rehner.

Besonders gefragt ist der Treff "Starke Mädchen", der im vergangenen Jahr eingerichtet wurde. Er ist Lerntreff, Beratungsstelle, Berufsvorbereitung und Aktionsforum zugleich. Weil zu den donnerstäglichen Treffen immer mehr Mädchen kamen, gibt es seit Oktober noch einen Montags-Termin, jeweils ab 17 Uhr. Die Teilnehmerinnen sind türkischer, deutscher und russischer Herkunft, berichtete Leiterin Iris Rittker in der Mitgliederversammlung. Die Mädchen besuchen Haupt- und Werkrealschulen, Realschulen und Gymnasien. Für Mädchen aus einem eher konservativ-muslimischen Milieu biete der Treff eine "Brücke, die ihren Bewegungsradius und Handlungsspielraum erweitert". Auch die Eltern hätten keine Bedenken, ihre Töchter in den Treff gehen zu lassen.

Neben dem Treff "Starke Mädchen" gibt es eine Reihe anderer Angebote zur Unterstützung, darunter die Hausaufgabenbetreuung für Grundschülerinnen. Die meisten Teilnehmerinnen kommen an allen vier Nachmittagen pro Woche. Sie haben meist Sprachprobleme, können sich schlecht konzentrieren und haben nicht genügend Ausdauer. Von Lehrerinnen haben die Sieste-Frauen vom Erfolg ihrer Arbeit erfahren: Die Mädchen liefern ihre Hausaufgaben regelmäßiger, ordentlicher und vollständiger ab.

Gut angenommen wird auch der Mädchenfußball. 25 bis 30 Mädchen treffen sich zweimal pro Woche zum Training auf dem ESC-Platz. Ihr Ehrgeiz wird größer: Um die Spiele zu besprechen, wollen sie sich zusätzlich immer in den Sieste-Räumen treffen. Weil nicht genügend Mädchen im Alter für Punktspiele dabei sind, wollen die Kickerinnen künftig eventuell mit der Mädchenmannschaft der Adalbert-Stifter-Schule kooperieren.

Viele Veranstaltungen des Mädchen- und Frauenladens sind international besucht. Beim wöchentlichen Frauenfrühstück zum Beispiel stieg der Anteil deutscher Besucherinnen auf rund 60 Prozent. Dennoch ist Sieste für etliche Frauen der einzige Ort, an dem sie andere treffen und sich informieren können, sagt Räkel-Rehner. Dieses Angebot könnten weder Familienbildungsstätte noch vh ersetzen, weil gerade etliche Migrantinnen diese Bildungseinrichtungen kaum nutzen. Der Mädchen- und Frauenladen biete einen geschützten Rahmen unter Frauen und sei niederschwellig. Treffs wie Sieste, findet Räkel-Rehner, wären auch in anderen großen Stadtteilen wie Wiblingen oder Böfingen wünschenswert.

Der Sieste-Vorstand
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Kommentare

23.05.2013 10:54 Uhr

Schön! Und wer macht die Jungs stark?

Wieder einmal ein typisches Beispiel, wie Jungen diskriminiert werden. Wer macht denn die normalen, sensiblen Jungs stark? Die müssen sich eben mit dem so nett angesprochenen "konservativ-muslimischen Milieu" auseinandersetzen. Wie wäre es, wenn man diesen Jungen einmal einen Schonraum bietet und sie stark macht?

Es reden nicht umsonst immer mehr Psychologen von der substantiellen Benachteiligung intelligenter, sensibler Jungen. Eben genau von diesen Jungen, die unser Land so dringend benötigt.

Machen wir sie stark!

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