Setra stellt bei der "Busworld 2013" seine Top Class 500 vor

Im belgischen Kortrijk findet noch bis 23. Oktober die "Busworld 2013" statt. Die Branche zelebriert Neuheiten wie die Top Class 500 von Setra, die Publikums-Weltpremiere feiert. Zuvor durfte gefahren werden.

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Ganz schön schnittig, die Top Class 500 von Setra. Foto: Daimler

Ulm hat eine schier unglaubliche Tradition an herausragenden Omnibus-Innovationen und bahnbrechenden Nutzfahrzeugen. Alles bekannt, zumindest das meiste.

Aber fast eben so lange gibt es die konkurrierende Frage: Wer hats eigentlich besser: Der Busfahrer oder der Trucker? Gemeinsam ist den beiden Rivalen der Autobahn, dass sie Lebend-Transporte führen. Der Steuer-Künstler eines Omnibusses glaubt auf der besseren Seite zu sein, nicht nur weil er offiziell schneller fahren kann als ein Lkw, sondern weil er eine dritte Spur auf der Autobahn benutzen darf und weil er die wohl wertvollere Fracht transportiert: Menschen eben.

Häufig mag der Trucker den Busfahrer nicht besonders gut leiden, weil der ihn oft nicht nur mühelos überholt, sondern ihm im stressigen Alltag auch so manche Parkbucht wegnimmt. Aber der Lkw-Lenker ist glücklich, weil seine Fracht "nur" zum Beispiel Schafe sind - und die reden einem bekanntlich nicht ins Fahrgeschäft.

Jetzt bringt Setra, die Ulmer Marke der Daimler AG, die S-Klasse unter den Omnibussen heraus: die Top Class 500.

Schon vor der Publikums-Weltpremiere in Belgien war es einigen vergönnt, das Flaggschiff der sechsten Reisebus-Generation zu fahren. Da bei dieser Gelegenheit weder zu transportierende Menschen noch Tiere an Bord des mit einem wohl einzigartigen Panoramadach ausgestatteten Luxusliners waren, wird eine Beurteilung durch den Fahrer zumindest von außen nicht beeinflusst. Knapp drei Meter vor der Vorderachse sitzend fällt es nicht ganz leicht, den Überblick zu behalten - zumindest für einen Omnibus-Fahranfänger. Das schier Wagenrad-große Lenkrad, eingefasst in feinem Leder, mit dem legendären weißen geschwungenen "K" (für Kässbohrer) auf rotem Grund im Zentrum, fühlt sich nicht nur wunderbar an, sondern es lässt sich auch überraschend leicht bewegen. Die Achtgang-Automatik erledigt ihren Job besser als es manuell zu erwarten wäre. Die wuchtigen nach vorne herausragenden Außenspiegel erfassen - hoffentlich - sämtliche Pflanzkübel und andere Hindernisse.

Sechs Zylinder im Heck, die Euro-6-Norm ist bereits erfüllt: Stramme 375 kW, also 510 PS, lassen sich sanft antasten, wohl auch dank Leichtbauweise, so dass sich das Top-Class-Modell, trotz seiner 14,17 Meter, mühelos vorantreiben lässt und überaus gefällig dem sanften Fußwippen nachgibt.

Schwupps - war da gerade ein zu tief hängender Ast? Wenn, dann ist er jetzt geknickt - wie der Fahrer.

Der Arbeitsplatz eines Top-Class- 500-Busfahrers gleicht fast schon dem eines Piloten einer zweisitzigen Maschine. Die Instrumentierungen sind sinnvoll und daher klar strukturiert verteilt. Wer sich erst einmal an die Länge des qualitativ hochwertig verarbeitenden Drei-Achsers gewöhnt hat, vor allem beim Rangieren mit einem Radius von über 23 Metern, der empfindet reine Lust, den Luxus-Reisebus zu fahren. Und diese überträgt sich durch zahlreiche Annehmlichkeiten auf die Endkunden. Die aus den Fliegern bekannte Business-Class hat endgültig die Straße erreicht. Beinfreiheit für jeden der 51 Passagiere ist gewährleistet.

Schon bei Tempo 80 greift der achte Gang. Und sind 100 Stundenkilometer erreicht, dann schnurrt das Aggregat bei eingependelten 1300 Umdrehungen/Minute. Da wird der Antrieb zum PS-Flüsterer.

"Die Top Class soll hochwertiges Reisen unterstützen", meint Projektleiter Thomas Fricke, der seit dem ersten Zeichenstrich auf eine Entwicklungszeit von fünf Jahren zurück blickt. Die immer größere Zahl der Bus-Reisekunden darf sich auf hohen Fahr-Komfort freuen. Insgesamt zehn Setra-Busse wurden gegen die Wand gefahren. Nicht bei den ersten Ausfahrten, zum Glück, sondern bei den Crashtests, um die Sicherheitsauflagen zu erfüllen. Die Setra-Fahrzeuge werden im Evobus-Werk in Neu-Ulm produziert

Unter Begleitung eines ordentlichen "Pffftss" wird der Hebel der Feststellbremse linker Hand nach vorne umgelegt. Ende der Ausfahrt. So geht Setra mit einer kompletten Top-Class-Flotte an den Start - zumal auch der rund 350 000 Euro teure Test-Bus heile blieb. Ohne Kratzer am Panorama-Dach.

Das Fazit ist eindeutig: Allen Omnibusfahrern, die zentimetergenau durch engwinklige Gassen steuern oder haarnadelkurvige Alpen-Pässe überqueren müssen, gebührt größter Respekt. Den Truckern natürlich auch.

Auszeichnung für Setra
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