Sesselkritik: Sie sind schöner, härter und bieten mehr Freiheiten

Nach dreieinhalb Stunden Dauertest: Das sagen die Zuschauer zu den neuen Sitzen im Theater Ulm.

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Bitte einmal Platz nehmen: Die neue Bestuhlung im Großen Haus kommt gut beim Publikum an.   Foto: 

Bei vielen Zuschauern an diesem Premierenabend im Theater Ulm das gleiche Bild: Platz suchen, Sessel inspizieren, Sitzfläche herunterklappen, hinsetzen, hin und her rutschen, Beine ausstrecken. Dann: anerkennendes Nicken.

Und auch der großgewachsene Intendant Andreas von Studnitz und die eher kleine Verwaltungsdirektorin Angela Weißhardt kokettierten beim Saison­start damit, dass sie wohl die „maximalen Parameter“ böten, um die  Bequemlichkeit der Sessel zu berechnen. Apropos Daten: Die Sitze kosteten 340 000 Euro plus etwa die Hälfte für den Einbau. Knapp 200 000 Euro kamen bei einer Patenaktion der Theaterfreunde zusammen. Während der dreieinhalb Stunden dauernden Oper „Faust“ konnten sich die Besucher nun ein umfassendes Bild von Sitzkomfort, Beinfreiheit und Aussehen machen.

„Die Sessel sind etwas strammer gepolstert. Dadurch muss man sich anständiger hinsetzen, und man kann sich nicht mehr so reinlümmeln. Daran muss man sich noch gewöhnen“, sagte Katja Adler, die Vorsitzende der Theaterfreunde Ulm. Renate Wagner von den Theaterfreunden gefiel der härtere Sitz auch: „Für meinen Rücken ist das wunderbar. Außerdem kann ich meine Beine besser ausstrecken, das ist gut für meine kaputten Knie.“ Und Günter Bäumler stellte mit einem Grinsen fest: „Wenn man bei den Bayreuthern Festspielen war, hält man alles aus.“

Das Ehepaar Karin und Albrecht Mayer hat seit einigen Jahren ein Premieren-Abo und kennt die alten Stühle gut. „Heute hatte ich anfangs in dem neuen Sessel etwas Rückenschmerzen. Früher bin ich mehr eingesackt. Aber die Sessel sind ein großer Gewinn für das Theater, und mir gefällt die dezente Optik“, sagte Karin Mayer. Der ehemalige Ulmer Kulturbürgermeister Götz Hartung wollte sich noch nicht festlegen: „Ich bin noch am Testen. Aber auf jeden Fall hat man eine bessere Sitzhaltung, es ist gesundheitskomformer. Geht es auf der Bühne los, achtet man aber nicht mehr auf die Sessel.“

Mit einem Augenzwinkern beschwerte sich dagegen Heinz Klemm: Von Studnitz sei „nicht das richtige Maß“ gewesen. „Ich komme unten gar nicht durch, ich stoße mir die Schienbeine an.“ Dafür lobte er die Optik: „Das Holz an der Seite sorgt für ein edleres Flair.“ Der Student Dennis Goßner hat ebenfalls am Aussehen der neuen Stühle Gefallen gefunden: „Das ist mal was anderes. Es sind nicht diese typischen Opernplüschsessel.“

Das Fazit: Viel Beifall bei der Premiere für die neuen Sessel.

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