Seeed begeistert 6200 Besucher in der Ratiopharm-Arena

Seeed füllten die Ratiopharm-Arena und sorgten mit ihrem knackigen Sound für ein mitreißendes Konzert. Drei starke Sänger, formidable Musiker und vier Trommel-Akrobaten verzauberten das Publikum.

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Das Front-Trio von Seed in der Ratiopharm-Arena: (von links) Pierre Baigorry, Demba Nabé und Frank A. Dellé. Foto: Udo Eberl

Kurz nach 21 Uhr gabs in der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena kein Halten mehr, und Sitzplätze waren ab sofort abgeschafft. Tanzen, Klatschen, Jubeln und Singen waren angesagt. Seeed, die Berliner Band im Großformat, die man zuletzt vor zwölf Jahren bei den "Big Days Out" in Neu-Ulm hatte erleben können, hatte den Soundtrack für das Hochgefühl der ersten Sonnentage mit im Gepäck. Wie bereits in anderen Hallen, denen man eher eine schwierige Akustik nachgesagt, verdiente sich der Tontechniker einmal mehr einen Sound-Orden erster Klasse. Das klang fett und doch differenziert. Auf diesen Reggae-Beat-Wellen und pumpenden Bässen ließ sich gut reiten.

Als Peter Fox den Arena-Namen beim Wort nahm, und den Besuchern wünschte "Ich hoffe, ihr übersteht den Abend ohne Aspirin", da stand bei vielen der Hüpfer und Tänzer in der Halle eher Muskelkater-Gefahr. Die drei Sänger und Dancehall-Maestros Dellé, Boundzound und Peter Fox machten es vor, wie man mit Choreographien auftrumpfen kann, die nicht aus der Tanzschule kommen. Geschmeidig und explosiv gaben sie Vollgas, überzeugten stimmlich aber noch mehr. Große Klasse, die Harmoniegesänge der Drei. Dazu gab"s jede Menge Druck von hinten. Dickes B wie Berlin, Baigorry und Big Band.

Und was für eine Mega-Truppe. Die elf Seeed-Musiker setzten auf einen messerscharfen Bläsersatz inklusive sexy Bariton-Sax, spielten perfekt wie ein Uhrwerk und machten mächtig Druck mit griffigen Reggae-Riddims und Soul-Pop-Power-Grooves. "Schwinger" war einer der Songs, mit dem so richtig Fahrt aufgenommen wurde, und "Molotov" wurde zum mitreißenden Cocktail.

"Diese Zeit ist deine Zeit" sangen die Seeeds und auch die Besucher. Und was für eine gute Zeit sie hatten, denn Pierre Baigorry alias Peter Fox hatte an diesem Abend auch noch "Alles neu" von seinem extrem erfolgreichen Solo-Album parat. Zunächst wurde das Stück als Reggae angetäuscht, dann klangs als habe hinter der Bühne jemand den Stromstecker gezogen. Was dann kam, war Power pur und sorgte für Begeisterungsstürme. Zumal jetzt ganz im Gegensatz zum Stuttgarter Konzert nun auch noch der US-Perkussionsvierer "Cold Steel" auf der Bühne für grandiose Trommelakrobatik und Show-Shuffles sorgte. Doch noch war der Höhepunkt nicht erreicht, obwohl bereits so manches Auge bling machte. Mit "Schwarz zu Blau" wurde erneut die Fox-Karte gespielt, und wie sich Latinos in Paris fühlen, konnte man auch mitnehmen.

Als dann "Aufstehn" den Hauptteil des Konzerts beendete, war klar: Da müssen Zugaben her. Mit "Beautiful" zeigten Seeed wie viel Big Band wirklich in ihnen steckt. "Könnt ihr noch, Ulm?", fragte Fox in Neu-Ulm, um dann gemeinsam mit den Fans so richtig den Speck zu schütteln. Die Drummer gaben noch einmal alles, ließen die Stöcke rotieren, und der Trompeter sorgte für Spitzenklänge. Mit "You & I" wurde kurz noch einmal ein Reggae-Gang herausgenommen, bevor das "Ding" für den Schlusspunkt eines mehr als gelungenen Konzertabends sorgte. Mehr Seeed gibts dann auf den Festivals im Sommer.

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