Sedelhöfe: Stadträte bringen Bebauungsplanverfahren auf den Weg

Alle Stadträte begrüßen das Projekt des Einkaufsquartiers Sedelhöfe. In der Einbindung in bestehende Einzelhandelsstrukturen sehen sie aber Gefahren. Starker Stoff fürs jetzt laufende Bebauungsplanverfahren.

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Das ist der Rest vom Sedelhof (genauer: des Parkhauses dort). Daraus werden jetzt die Sedelhöfe. Gestern haben die Stadträte dafür das Bebauungsplanverfahren auf den Weg gebracht. Mit Bauchgrimmen, aber letztlich einstimmig.  Foto: 

Am Ende sagte Baubürgermeister Alexander Wetzig: "Wir haben eine ganze Reihe von Hausaufgaben zu machen." Nicht wenige Stadträte dürften eher an Strafarbeiten gedacht haben, so wie sie am Dienstag gegen die Verwaltungsvorlage schossen. Trotzdem haben sie das Bebauungsplanverfahren für das Einkaufsquartier Sedelhöfe dann einstimmig auf den Weg gebracht.

Die Sitzung stand eigentlich unter einem guten Stern, nachdem Investor MAB Development Deutschland erst vor wenigen Tagen erklärt hatte, dieses Projekt weiterzuverfolgen. Stadträtin Dorothee Kühne erinnerte daran, was bislang schon alles erreicht wurde: "Wir sollten dieses Projekt nicht deuten oder erklären von den Konflikten her." Diese Konflikte bewegen die Stadt freilich schon seit Wochen. Stadtplaner Volker Jescheck fasste zusammen: " Es geht um den Zugang und die Andienung."

Der Zugang: Befürchtet wird, dass der Zugang zu den Sedelhöfen vom späteren Citybahnhof her die Bahnhofstraße ins Abseits drängen könnte. Gerhard Bühler (FWG) dazu: "Die Verbindung in die City ist nicht so gelöst, wie es wünschenswert wäre." Deswegen will er am Ausgang der künftigen Passage "mehr Luft und mehr Platz" schaffen und schlug gleich mal vor, dafür die Bebauung der Sedelhöfe an der Ebert-Straße zusammenzurücken. Jescheck sagte, ein Problem sei, dass das Gebäude Bahnhofplatz 7 für die Gesamtplanung nicht erworben werden konnte. "Es ist im Weg."

Die Andienung: Geschäfte in der Bahnhofstraße könnten womöglich nicht mehr von hinten beliefert werden und müssten dies über die Bahnhofstraße selbst machen - wie es in der Verwaltungsvorlage steht. Das betrifft im Wesentlichen Sport Sohn. Für Birgit Schäfer-Oelmayer (Grüne) ein absolutes Unding: "Man kann die Waren doch nicht an der Hauptkasse vorbeischleusen!"

Bedenken gibt es auch hinsichtlich des öffentlichen Raumes, sind die Grundstücke erst mal an den Investor verkauft. Das Viertel soll sich schließlich im Gegensatz zu einem geschlossenen Einkaufscenter gerade durch Plätze und Wege auszeichnen. Dorothee Kühne: "Der Schlüssel zum Erfolg ist der öffentliche Raum" oder vielmehr dessen Garantie trotz privater Eigentumsverhältnisse. Jescheck dazu: "Im Erdgeschoss wird öffentliches Gehrecht festgesetzt." Die Sedelhöfe sollten der Idee nach "Stadt für alle" sein.

Befürchtet wird außerdem, dass der spätere Eigentümer mit der Anbindung an die Bahnhofspassage vollendete Tatsachen schafft. Wetzig dazu: "Das regeln wir im liegenschaftlichen Vertrag" - um die weitere Entwicklung nicht zu verbauen.

Am Ende gab sich der Baubürgermeister professionell emotionslos: "Planung ist ein Prozess." Welcher jetzt bis zum Auslegungsbeschluss im vierten Quartal des Jahres in den umstrittenen Fragen Weichenstellungen bringen muss. Bevor in weniger als einem Jahr der Baubeschluss gefällt wird und die Sedelhöfe dann vielleicht 2016 eröffnet werden.

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