SCHWÖRMONTAGS-NACHLESE

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Die andere Seite des Festtages: In der Stadt häuft sich der Abfall, die EBU räumen ihn weg.  Foto: 

Besseres Fest

Nicht nur der Schwörmontag ist vorbei, auch das Volksfest in der Friedrichsau. Zeit, Bilanz zu ziehen, was die IG Volksfest getan hat. Das Beste zuerst: "In der Au lief die erfolgreichste Veranstaltung der vergangenen Jahre - das hervorragende Wetter und das familienorientierte Konzept trugen einen großen Teil dazu bei", heißt es in einer Mitteilung des IG-Sprechers Oliver Fischer. Er bildet zusammen mit Friedrich Binder sowie Claus und Michael Steinmüller das Volksfest-Organisationsteam. Zwar sei es tagsüber bei 30 Grad zu heiß gewesen, aber dies sei durch die lauen Sommerabende wett gemacht worden: Am Ende waren es über eine Viertelmillion Besucher, die sich durch die Lüfte wirbeln ließen oder im bayerischen Biergarten einkehrten. Besonders erfreulich: Kein einziger Polizeieinsatz war nötig. Alles blieb friedlich. Das Team bemühe sich zudem, immer wieder etwas Besonderes zu bieten. Dieses Jahr der Renner: Das Romantik-Dinner im Riesenrad - drei Gänge 35 Meter über Ulm - sei hervorragend angekommen. "Dreiviertel des Riesenrads waren von Pärchen gebucht worden", heißt es. Ein weiterer Höhepunkt wie schon seit Jahrzehnten sei auch diesmal das Feuerwerk gewesen.

Besserer Strom

Typisch Musiker: Zuerst nicht spielen, dafür dann aber eine lange Pause machen und Bier trinken. Robbi & Friends, seit 27 Jahren die Schwörmontagsband des Elterninitiative-Kindergartens, hatte am Ulmer Stadtfeiertag gegen dieses Klischee anzureden. Nicht anzuspielen, sondern in der Tat: anzureden. "Ja, es gab viel Gesprächsbedarf", bestätigt Robby Freudigmann. Der Grund: Gerade als die Band "You might need somebody" anstimmte, kippte die Stimme weg. Dann der Bass. Irgendwann die Gitarre von Hans-Jörg Zeller. Das Durcheinander war grandios, "wir haben uns selbst nicht mehr gehört", sagt Freudigmann. Der Strom war weg - und das nicht nur für ein paar Minuten. Fast eineinhalb Stunden dauerte die Zwangspause. Puffpeng! Nichts ging mehr. Ein Kurzschluss hatte den Stromausfall verursacht, wie die Techniker der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm feststellten, die gegen 19.30 Uhr über eine Stromstörung in dem Kindergarten informiert worden waren. Da jedoch das öffentliche Netz intakt gewesen sei, so SWU-Pressesprecher Bernd Jünke, hätten die SWU-Techniker die Hauptsicherung im Kindergarten untersucht und dafür gesorgt, dass der Strom wieder fließen und Robbi & Friends wieder spielen konnten. "Es ging dann noch bis eine halbe Stunde nach Mitternacht", sagt Freudigmann.

Bessere Luft

Der Fächer kommt zurück. Das Accessoire aus Zeiten der französischen Revolution, das Frauen benutzten, um zu kokettieren, wird dieser Tage vermehrt als Utensil für eine bessere Luftzufuhr benutzt. So fächelte etwa die Oberbürgermeister-Kandidatin der Grünen, Birgit Schäfer-Oelmayer am Schwörmontagmorgen während der Rede von OB Gönner und später beim Empfang. Andere Frauen hätten ihn ihr am liebsten aus der Hand gerissen. Aber nichts da. Stattdessen gab die 53-Jährige ihre Quelle preis: "Asia-Shop, zehn Euro". Klar, der Fächer kommt ursprünglich ja auch aus Japan. Dort übrigens verwendeten ihn Frauen und Männer.Bessere Bilanz

Ohne sie wäre der Spaziergang in der Stadt am Morgen nach dem Schwörmontag nicht so erfreulich. Um Punkt 3 Uhr von Montag auf Dienstag fingen die Stadtreiniger der Entsorgungs-Betriebe der Stadt Ulm (EBU) mit dem großen Aufräumen an. Bei dem Andrang in diesem Jahr eine besondere Leistung. 18 Reiniger, drei große und drei kleine Kehrmaschinen, ein Radlader und ein Containerfahrzeug sammelten rund 20 Tonnen Abfälle ein. Besser als in der Vergangenheit: Es lagen weniger Flaschen und Scherben hochprozentiger Getränke auf den Wegen. Die rund 100 orangefarbenen Abfallbehälter, die die EBU zusätzlich zur Entsorgung der Festabfälle im Stadtgebiet und vor allem am Donauufer und in der Friedrichsau bereit gestellt hatten, wurden ebenfalls besser angenommen als im Vorjahr. In die orangenen Behälter durften ausnahmsweise alle Abfälle eingeworfen werden. In der Friedrichsau werden die letzten Abfälle noch im Laufe des heutigen Tages weggeräumt. Auch die am Donauufer liegen gebliebenen Boote werden beseitigt. Ausnahme sind die Boote und Bootsteile, bei denen mit einem Zettel darauf hingewiesen wird, dass das Material noch abgeholt wird. Mitgeholfen haben die Ulmer Kanufahrer, die den Müll auf der Donau eingesammelt haben. Dafür bedanken sich nicht nur die EBU, sondern alle Ulmer und die Fische obendrein. Heute vor einem Jahr

. . . berichteten wir vom Schwörmontag. Er verlief fast ebenso lustig und vergnügt, nur viel nasser. Es schüttete wie aus Kübeln nach dem Nabada.

ZITAT DES TAGES

So ist das bei Ministern aus Stuttgart: Sie bringen nix mit nach Ulm, aber wenigstens nehmen sie auch nix mit. Ivo Gönner

Der Ulmer Oberbürgermeister beim Schwörmontagsempfang im Rathaus

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Schwörmontag 2015

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