Schwörmontag: Stadt prüft Verbot von hartem Alkohol

Will die Stadt an Schwörmontag Alkohol flächendeckend verbieten? Dies konnte man jedenfalls aus einem Infobrief an die Gastronomie schließen. Es geht aber nur um harten Alkohol wie Schnaps und Wodka.

|

Das hat eine neue Qualität: Das Rathaus prüft für Schwörmontag ein vollständiges Verbot für den Verkauf von hartem Alkohol, sprich für Schnaps und Wodka. Das geht aus einem Schreiben der Stadtverwaltung an die Gastronomen hervor, das den Titel „Konzept Schwörmontag 2014“ trägt und zuerst auf dem Internet-Portal Ulm-News auftauchte. Der Informationsbrief ist allerdings missverständlich formuliert und läuft darauf hinaus, dass die Stadt Alkohol komplett verbieten will, also auch Bier und Wein.

 Der Chef der Bürgerdienste, Roland Häußler, gestand ein, dass die Formulierung fehlerhaft sei und zu weit gehe.  Sie lautet: „Im Auftrag des Gemeinderates prüft die Stadtverwaltung Ulm deshalb, ob ein Alkoholverbot für den Konsum und Verkauf von Alkohol an Schwörmontag erlassen werden kann.“ Weiter heißt es: „Sollte sich dabei herauskristallisieren, dass ein Rückgang von Straftaten an Schwörmontag zu erwarten ist, kann bei Vorliegen aller rechtlichen Voraussetzungen ein Alkoholverbot für das Stadtgebiet Ulm erlassen werden.“ Häußler stellte klar, dass damit jedoch nur Schnaps gemeint ist. Dies bedeutet, dass harter Alkohol an Schwörmontag bisher von den Gastronomen verkauft werden durfte – die den Schwarzen Peter aber meist Tankstellen zuschieben, die am Stadtfeiertag Wodka in großem Stil absetzten. Im Gegensatz dazu sind jedoch limonaden-ähnliche und alkoholhaltige Mixgetränke – die Alkopops – an Schwörmontag verboten.

Häußler hält ein Schnapsverbot in der Gastronomie für leicht überwachbar, da die Stadt auch andere Auflagen – siehe Alkopops – kontrolliert. Anders sieht es aus, wenn Jugendliche den Wodka in Rucksäcken einschleusen. Diesen Trend mit Begleiterscheinungen wie medizinischen Notfällen und Randale könne man nur stoppen, wenn alle Zugänge zur Innenstadt kontrolliert werden – was auch bei der Schwörmontagsdebatte der FDP wieder ins Spiel kam. Dabei stellt sich nach Häußlers Worten die Frage, wann solche Kontrollen beginnen und ob sie nachmittags zu Beginn des Nabada greifen müssen. Auch unter den Zuschauern auf der Donauwiese wird viel Alkohol konsumiert, hier sollen ohnehin die Jugendschutzkontrollen verstärkt werden.

Mit Blick auf ein Schnaps-Verbot an Schwörmontag sei also vor allem die Praktikabilität zu prüfen, neben den Rechtsgrundlagen. Die Bürgerdienste konnten zumindest irritierte Stadträte beruhigen: Der Ausschank von Bier und Wein steht natürlich nicht zur Debatte.

Zum Hintergrund: Der Gemeinderat hatte bei der Schwörmontagsdebatte am 26. März zwar die Sperrzeit von 23 auf 24 Uhr verschoben, aber gleichzeitig ein Mitbring-Verbot für harten Alkohol und speziell für Glasflaschen gewünscht. Dies sollten die Bürgerdienste hinsichtlich der Umsetzbarkeit prüfen.

Beim Thema hochprozentiger Alkohol zeigten zuletzt auch einzelne Ulmer Restaurants Unverständnis, dass fliegende Händler an Schwörmontag Wodka aus mitgebrachten Fünf-Liter-Megaflaschen für junge Leute abfüllen und verkaufen.

Kommentar

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Schwörmontag 2014

Ulm feiert den Schwörmontag - und die ganze Stadt steht Kopf. Trotz Regens. Alle Informationen, Berichte, Bilder, Videos und Termine rund um den Feiertag gibt es in unserem Themenspecial.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Bundestagswahl: CDU siegt trotz deutlichen Verlusten

Mit Ronja Kemmer (CDU), die das Direktmandat holte, und Hilde Mattheis (SPD), sind zwei Kandidaten sicher im nächsten Bundestag. Politneuling Alexander Kulitz (FDP) muss noch zittern. weiter lesen