Schwörmontag 2014: Party wieder bis 24 Uhr

An Schwörmontag darf wieder bis Mitternacht gefeiert werden. Der Gemeinderat hat sich nach hitziger Debatte und gegen den Willen von OB Gönner von dem erst 2013 eingeführten Frühschluss verabschiedet.

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Der Gemeinderat hat am Mittwoch nach rund zweieinhalbstündiger Debatte und sehr komplexen Abstimmungen die Sperrstunde für Schwörmontag glatt eine Stunde nach hinten auf 24 Uhr verschoben. Dafür gab es 22 Stimmen, dagegen nur 14. Oberbürgermeister Ivo Gönner wollte entsprechend dem Vorschlag des Rathauses – ähnlich wie Vertreter der Polizei – an der vergangenes Jahr eingeführten Sperrstunde von 23 Uhr festhalten und unterlag. Er nahm dies zum Anlass für den ironischen Verweis, dass der Gemeinderat am Jahrestag des Großen Schwörbriefs nichts Besseres zu tun hatte, als über eine Sperrstunden-Regelung zu diskutieren.

Das Stadtparlament beauftragte die Verwaltung auch damit, ein Verbot für mitgebrachten hochprozentigem Alkohol und generell Glasflaschen – auch für nicht-alkoholische Getränke – zu prüfen. Eine alternative Location für DJ-Musik am Roxy wurde aus Sicherheitsgründen klar verworfen. Donau 3 FM plant bekanntlich diesmal ausschließlich Live-Musik auf dem Münsterplatz.

Auch für die  von den Grünen vorgeschlagene Sperrung der Neuen Straße und Umwidmung zur Partymeile,  durchaus im Sinne verringerter Verkehrsgefahren, gab es keine Mehrheit. Sowohl die Polizei als auch die Bürgerdienste mit Roland Häußler und Rainer Türke vertraten die Ansicht, die Straße müsse für den Nahverkehr, Einsatzfahrzeuge und als Fluchtweg offen bleiben.

Auf Basis eines Vorschlags von FDP-Stadtrat Erik Wischmann gab es außerdem die Idee, die Musik um 23 Uhr zu beenden, aber die Außenbewirtschaftung bis 24 Uhr laufen zu lassen: keine Mehrheit. Zudem kam zeitweise die Überlegung auf, Musik bis 24 Uhr nur als Live-Musik – also ohne DJs – zuzulassen.

An Schwörmontag 2013 hatte es auf dem Münsterplatz wegen eines DJ-Stars einen starken Andrang von jungen Leuten und Schwerverletzte gegeben. Gönner sagte, die damalige Security sei „völlig unfähig und völlig überfordert“ gewesen. Nur das beherzte Eingreifen der Polizei habe eine Massenpanik verhindert.

Das Stadtoberhaupt machte auch klar, dass das Rathaus die überdimensionierten Ballermann-Lautsprecherboxen in der Breiten Gasse und im Fischerviertel nicht mehr dulden werde – ohne dass man „Musikpolizei“ spielen wolle. Es gehe um Rücksichtnahme auf die Anwohner, die jedes Wochenende den „Bermuda-Wahnsinn“ im Innenstadt-Dreieck zwischen Discos wie Myer’s und Theatro miterleben müssten.

FWG-Stadtrat Timo Ried wies bei der hitzigen Debatte darauf hin, dass nicht nur die Veranstalter bei der Schwörmontagsparty, sondern die Stadtverwaltung für die Sicherheit der jungen Leute hafte. Gönner pflichtete bei. Jürgen Kriechbaum von der SPD, im Zivilberuf Kripobeamter, hatte eingangs eine „Eindämmung der Alkohol-Exzesse“ gefordert. Die Teenager dürften keinen Wodka mehr einschleusen. Die SPD war wie die Grünen für 24 Uhr, FWG und CDU waren gespalten. Hans-Walter Roth, Herbert Dörfler, Siegfried Keppler (alle CDU) wollten unbedingt an 23 Uhr festhalten. Zwölf Stunden feiern reiche aus.

Lesen Sie den Verlauf der Diskussion im Gemeinderat im Twitter-Protokoll nach:

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