Schwarzfahrer aus Senden muss wegen 43 Euro ins Gefängnis

13 Monate Haft ohne Bewährung. Dazu ist ein notorischer Schwarzfahrer aus Senden verurteilt worden. Der 26-Jährige ist mehrfach vorbestraft.

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Diesmal hatte das Gericht keine Nachsicht mehr mit dem 26-Jährigen aus Senden. Diesmal kam eine Auslegung der Strafe zur Bewährung nicht mehr in Frage. "Irgendwann ist Schluss", sagte Richter Thomas Mayer am Dienstag in seiner Urteilsbegründung zu dem Angeklagten. Der hatte kurz zuvor beteuert, sein Leben endlich in den Griff bekommen zu wollen. Das Amtsgericht Neu-Ulm verurteilte den 26 Jahre alten Sendener zu 13 Monaten Haftstrafe ohne Bewährung - wegen der Erschleichung von Leistungen, wie es offiziell hieß.

Der Sendener war in den vergangenen Monaten neunmal beim Schwarzfahren erwischt worden. Zumeist auf der Kurzstrecke von Senden nach Ulm. Zusammengerechnet hätten diese Tickets für die Fahrten gut 43 Euro gekostet. Keine große Summe, wie Richter Thomas Mayer sagte. Diese 43 Euro hätten jedoch das Fass zum Überlaufen gebracht.

Der Hintergrund: Der 26-Jährige ist mehrfach vorbestraft, wegen Diebstahls, Beleidigung, wiederholten Schwarzfahrens. Zuletzt war er im Juli 2012 zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Bei seinen jüngsten Schwarzfahrten stand der Sendener unter zweifacher offener Bewährung. "Das war Ihnen völlig egal", sagte Oberstaatsanwalt Michael Schroth zu dem Angeklagten. Für den Anklagevertreter war der Fall ganz eindeutig: "Keine Bewährung", forderte Schroth in seinem Plädoyer.

Der Angeklagte hatte zu Beginn der Verhandlung die Taten eingeräumt, von seiner Alkoholsucht und großen finanziellen Schwierigkeiten berichtet. "Ich habe das Geld nicht, muss aber aufs Amt fahren. Was soll ich machen?"

Der Angeklagte gab vor Gericht an, dass er schon etliche Jahre Alkoholiker sei. Eine ambulante Entzugs-Therapie habe nicht den gewünschten dauerhaften Erfolg gebracht. Wenige Wochen nach Abschluss der Behandlung sei er wieder rückfällig geworden. Eine abgeschlossene Ausbildung hat der 26-Jährige eigenen Angaben zufolge nicht, dafür eine Zeitlang als Möbelpacker gearbeitet. Nun ist er arbeitsunfähig.

Der Verteidiger Hans Martin Wanner sprach sich dafür aus, seinem Mandanten noch einmal eine Chance zu geben. Neun Monate auf Bewährung seien eine angemessene Strafe für die Tat. Zumal der 26-Jährige fast alle Taten unter erheblichem Alkoholeinfluss begangen habe. Der Rechtsanwalt sah bei seinem Mandanten eine günstige Sozialprognose, und den Willen, die Probleme in den Griff zu bekommen. Der Bewährungshelfer des Angeklagten hingegen war nicht so optimistisch. "Mir fällt es schwer, bei ihm derzeit von einer günstigen Prognose zu sprechen. Er verwahrlost zunehmend."

Das sah Richter Thomas Mayer genauso. Der Sendener habe auf der einen Seite viele Menschen enttäuscht, die dem Alkoholkranken hätten helfen wollen: Therapeuten, Bewährungshelfer, Richter. "Auf der anderen Seite tun Sie mir leid, das muss ich ehrlich sagen", sagte Mayer zu dem Angeklagten. Der Richter fügte schließlich noch hinzu: "Sie müssen einfach einsehen, dass es so nicht weitergeht. Sonst landen Sie schon bald unter der Brücke."

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