Schwabe schreibt für Perry-Rhodan-Reihe

Der gebürtige Ulmer Andreas Eschbach gehört zu den erfolgreichsten deutschen Schriftstellern. Und er ist der erste Gastautor, der einen Jubiläumsband der Perry-Rhodan-Reihe schreiben durfte.

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Lebt und schreibt in der Bretagne: der gebürtige Ulmer Andreas Eschbach. Foto: Marianne Eschbach

Herr Eschbach, schon wieder ein Gastbeitrag für Perry Rhodan - diesmal aber der Jubiläumsband! Kriegt man da als alter Fan der Serie feuchte Augen?
ANDREAS ESCHBACH: Das wäre vielleicht übertrieben. Man fühlt sich geehrt, das schon. Ich nehme es als Vertrauensbeweis, dass ich die Serie gut genug kenne, um kein Unheil darin anzurichten.

Das "Perryversum" ist gigantisch groß - wie bewahrt man da Kontinuitäten?
ESCHBACH: Nun, erstens kenne ich mich noch recht gut aus - ich habe ja seinerzeit über tausend Hefte der Serie gelesen. Und zweitens kann man in Zweifelsfällen nachfragen, was ich auch oft tue, ehe ich etwas behaupte, das sich mit dem Kanon beißen könnte. Der fertige Text wird auch noch einmal auf inhaltliche Stimmigkeit geprüft, und ein Lektorat findet außerdem statt. Es ist zwar nur ein Heftroman, aber er wird nicht mit weniger Sorgfalt gemacht als ein Buch.

Wieviel Eschbach ist überhaupt in "Der Techno-Mond" zu finden? Jubiläumsbände müssen ja das Handlungspanorama eines ganzen Zyklus entwerfen. . .
ESCHBACH: Ja, aber das ist Job des Exposéautors. Von mir sind sozusagen nur die Worte, in denen das alles erzählt wird. Und die eine oder andere kleinere Idee, die noch in die Lücken passen, die das Exposé lässt.

Empfinden Sie es als etablierter Erfolgsautor nicht als Zumutung, nach einem vorgeschriebenen Exposé zu schreiben und dann nur als Heftchen am Bahnhofskiosk auszuliegen?
ESCHBACH: Es zwingt mich ja nichts und niemand dazu, ich mache das ganz freiwillig. Nein, im Gegenteil: Ich tue es in dem Bewusstsein, damit Hunderttausende zu erreichen, die derselben eigentümlichen Leidenschaft für den "Erben des Universums" frönen. Und ehrlich gesagt ist es zur Abwechslung auch mal ganz schön, sich nicht alles selber ausdenken zu müssen.

Wann gibt es den nächsten Erwachsenenroman von Ihnen, und dürfen die Sci-Fi-Fans auf Nachschub hoffen?
ESCHBACH: Mein nächster Roman für Erwachsene kommt im Herbst, ist aber eher ein gesellschaftskritischer Thriller mit höchstens homöopathischen SF-Anteilen. Literarische Ausflüge ins All sind durchaus noch geplant, aber ich kann beim besten Willen noch nicht sagen, wann.

Dürfen die Ulmer Sie für ihre Stadt vereinnahmen?
ESCHBACH: Ich fürchte, mit Ulm verbinden mich nur noch Kindheitserinnerungen und ein Eintrag in der Geburtsurkunde. Wir haben in der Schaffnerstraße gewohnt, sind aber kurz nach meinem siebten Geburtstag aus Ulm weggezogen. Auch von den Leuten, mit denen ich in Ulm in Kontakt war, wohnt niemand mehr dort. Und das Ulm, an das ich mich erinnere, hat mit der Stadt heute nur noch wenig zu tun.

Wäre Ulm ein Thema für ein kommendes Projekt?
ESCHBACH: Eher nein. Man könnte noch nicht mal einen Planeten danach benennen, denn der müsste dann ja Neu-Ulm heißen - und das geht ja nun mal gar nicht . . .

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