Diese Ulmer Schulen sollen saniert werden

Fast 22.000 Schüler gehen in Ulmer Schulen täglich ein und aus. Das hinterlässt Spuren und ist mit ein Grund, weswegen die Stadt in Schulgebäude investiert. Der neue Schulentwicklungsplan legt fest, welche das sind.

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Gibt es einen Sanierungsstau an Ulmer Schulen? Den gibt es, sagt Gerhard Semler, der Leiter der Abteilung Bildung und Sport. „Aber an öffentlichen Gebäuden ist man nie fertig.“ Er spricht von einem „immerwährenden Rhythmus“ an Sanierungen.

In Ulm ist es um die Schulbauten so bestellt: „Wir stehen gut da, weil wir in der glücklichen Situation sind, dass wir einen Gemeinderat haben, der Millionen für Schulen locker gemacht hat und macht.“ 22.000 Schüler gehen in Ulmer Schulen täglich ein und aus. „Das hinterlässt Spuren“, sagt Semler. Da zudem Statistiker von einer steigenden Geburtenrate und demzufolge mehr Schülern ausgehen, „ist die Stadt als Schulträger immer mit dem Thema Sanierung und Erweiterung beschäftigt“.

Ein Grund, weswegen die „baulichen Maßnahmen“ im Schulentwicklungsplan 2017 bis 2019/20 festgeschrieben sind. Semler hat den Plan in der jüngsten Sitzung des Schulbeirats vorgestellt. Die anstehenden Projekte im Überblick:

Grundschule Eichenplatz Das Gebäude, in dem aktuell 151 Schüler lernen, beschreibt Semler als „marode“. Deswegen hatte für ihn folgende Idee einen „gewissen Charme: Wir reißen das alte Gebäude ab und stellen ein neues hin.“ Die Schüler müssten nämlich während der Bauzeit nicht in Container umziehen, sondern könnten so lange an ihrer Schule lernen, bis das neue Gebäude steht. Mit dem Neubau ließen sich besser „gesellschaftliche Veränderungen abbilden“. Soll heißen, im Neubau wird eine Mensa plus große Küche mit geplant. Zudem könnte der Neubau als Bildungshaus errichtet werden, also als Grundschule plus Kindergarten. Die Kita-Räume werden gebraucht, dem Bau wurde vom Jugendhilfeausschuss bereits zugestimmt (wir berichteten). Momentan plant die Stadt den Neubau der Grundschule. „Nur die Beschlüsse des Regierungspräsidiums und des Gemeinderats fehlen noch“, sagt Semler. Zu Beginn des Jahres 2018 will er das auf den Weg bringen. Dennoch geht er von einer Fertigstellung 2020 aus. Für alle Baumaßnahmen rechnet Semler von Beginn bis zur Vollendung drei Jahre.

Friedrich-List-Schule Nach dem Neubau ist vor der Sanierung. Gerade wurde der Erweiterungsbau der kaufmännischen Schule in der Stadtmitte fertig, an der in mehreren Gebäuden 3131 Schüler lernen. Platz gibt es dort also, doch nun muss der Altbau saniert werden. Derzeit werde geprüft, wo es Ausweichquartiere für die Schüler während des Umbaus geben könnte. Sanierungsbeginn: Mitte bis Ende 2019.

Jörg-Syrlin- und Astrid-Lindgren-Schulen Beide Schulen, die am Kuhberg, Märchenweg, beheimatet sind, teilen sich einen Campus. Während es an der Syrlin-Schule (264 Schüler) an Betreuungsräumen mangelt, hapert es an der Lindgren-Schule (127), einer Sonderschule mit dem Schwerpunkt Sprache, an der Mensa. Ein Anlass für die Stadt, das Gebäude zu erweitern. 200 Kinder nutzen schon jetzt die Betreuung an der Syrlin-Schule. „Viel zu viel für die vorhandenen Räume“, sagt Semler. Die neue Mensa soll künftig von beiden Schulen genutzt werden. Die Zukunft der Syrlin-Schule sieht Semler so: „Das wird die große Grundschule fürs Neubaugebiet Egginger Weg.“

Anna-Essinger-Schulzentrum Das Gymnasium (863 Schüler) und die Realschule (521) sind in einem Gebäudekomplex auf dem Kuhberg untergebracht. Beide Schularten platzen aus allen Nähten. „Locker“, sagt Semler, könnte man angesichts der Anmeldezahlen bei den Fünftklässlern noch weitere Klassen anbieten. Bisher geht das nicht, Eltern mussten an andere Schulen verwiesen werden. Deswegen wurde ein Erweiterungsbau mit 1800 Quadratmeter mehr Fläche bereits 2016 beschlossen (wir berichteten). Konzepte sind entwickelt, wie der Bau mit Lernlandschaften aussehen soll. Baubeginn: 2019.

Adalbert-Stifter-Schule Die Grund- und Gemeinschaftsschule (462 Schüler) ist eine der ältesten Ganztagsschulen in Ulm. Seit 1969 werden dort Kinder ganztags betreut. Heutzutage ist es die einzige weiterführende Schule auf dem Eselsberg. Semler rechnet noch mit einer stärkeren Zunahme der Schüler, wenn auf dem Gelände der Hindenburg-Kaserne ein Neubaugebiet entstanden ist. Deswegen wurde bereits eine Erweiterung um insgesamt 1100 Quadratmeter beschlossen. Die sind vorgesehen für Unterrichts- und Betreuungsräume sowie die Mittagstischversorgung. Baubeginn: 2019.

Albert-Einstein-Schulzentrum An Realschule (638 Schüler) und Gymnasium (980) geht es ebenfalls sehr eng zu. Ähnlich wie am Kuhberg teilen sich auch hier beide Schularten einen Gebäudekomplex in Wiblingen teilen. Beide Schularten waren als dreizügige Schulen geplant, die Realschule hat jedoch stets vier Klassen in einem Jahrgang, das Gymnasium sogar fünf Klassen. Deswegen wird sogar in Containern unterrichtet. Schon deswegen sind  Erweiterungsbauten notwendig, schildert Semler, zumal in Wiblingen „Schule im Quartier und als Lebenswelt“ eine Rolle spielt. Baubeginn: 2019.

Spitalhof-Schule Die Grund- und Gemeinschaftsschule in der Stadtmitte „boomt“ und zählt mit aktuell 444 Kindern und Jugendlichen laut Semler zu den erfolgreichen Schulen der Stadt: „Gerade in der Gemeinschaftsschule gibt es dort hohe Anmeldungen.“ Ein Grund, weshalb es räumlich immer enger zugeht. Wegen Platzmangels wurde die Grundschulförderklasse zu diesem Schuljahr an die Friedrichsau­-Grundschule verlegt. Zudem kamen höhere Klassen im Ausweichquartier in der Nagelstraße unter, die früher von der Ulrich-von-Ensingen-Gemeinschaftsschule genutzt wurden. Weil die Stadt davon ausgeht, dass künftig an der Spitalhofschule immer mehr Schüler angemeldet werden, ist dort ein Erweiterungsbau um drei bis vier Unterrichtsräume geplant. Diese sollen auf dem Gelände zur Neuen Straße hin entstehen, wo derzeit Lehrerparkplätze sind. Projektbeginn: 2020.

Sägefeld-Grund- und Werkrealschule „Das Land hat entschieden, dass eine Werkrealschule für die Stadt vorgehalten wird“, sagt Semler. Ein Umstand, mit dem er als Vertreter der Stadt in Sachen Bildung nicht unbedingt einverstanden ist. „Der Schulträger wird gezwungen einen Schultyp am Leben zu erhalten“, sagt er. Semler sieht nämlich das Konzept der Werkrealschule in der Realschule umgesetzt, da dort mittlerweile Schüler in zwei Leistungsstufen unterrichtet wird, nämlich dem Grundniveau, was der Werkrealschule entspricht, und dem erweiterten Niveau. Doch die Schule im Wiblinger Stiefenhoferweg (317 Schüler) bleibt bestehen, auch der südliche Alb-Donau-Kreis an der Iller entlang soll  damit abgedeckt werden. Die Gebäude müssen saniert werden. Projektbeginn: 2021.

Gustav-Werner-Schule und Schulkindergarten Das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung (200 Schüler) in Böfingen ist laut Semler ein Sanierungsfall. „Wir sind schon mitten in den Gesprächen drin.“ Und zwar in Gesprächen mit dem Alb-Donau-Kreis, da Kinder aus Stadt und Kreis die Schule besuchen und eine rechtliche Vereinbarung zwischen beiden als Schulträger besteht. Die Schule stammt aus den 70er Jahren und muss erweitert werden. Gerhard Semler: „Die Förderschule ist rappelvoll, trotz inklusiver Beschulung von Kindern an Regelschulen.“ Projektbeginn: 2022.

Albrecht-Berblinger-Schule Viele Schüler in der Grundschule (278), aber nicht so viele, wie vom Kultusministerium gewünscht, in der Gemeinschaftschule (232) – so beschreibt Semler die aktuelle Situation in der Römerstraße. Dennoch „platzt dort die Mensa aus allen Nähten“. Zudem müssen Betreuungsräume erweitert werden. Projektbeginn: 2023.

Hans-Multscher-Grundschule „Das ist ein alter Kasten“, sagt Semler über die Schule (272 Schüler) am Eselsberg. Das Gebäude stammt aus den 50er Jahren. Deswegen steht die Stadt vor der Frage: Sanieren oder Neubau? Semler favorisiert einen Neubau. „So könnte man die Schule gleich richtig planen, nämlich zum Beispiel barrierefrei. Die Belastungen wären für Schüler bei einem Neubau nicht so hoch wie bei einer Sanierung“, sagt er. Und weiter: „Die Schule ist über 60 Jahre alt. Wenn wir sanieren, bleibt sie trotzdem über 60 Jahre alt.“ Projektbeginn: 2023.

Summe Die Bauprojekte an Ulmer Schulen sind im Schulentwicklungsplan nachzulesen. Doch über die Kosten findet sich darüber nichts. Gerhard Semler, Leiter der Abteilung Bildung und Sport, will sich dazu nicht äußern. Denn: „Jetzt Summen zu nennen wäre falsch. Erstmal müssen wir alles im Detail planen und vom Gemeinderat absegnen lassen.“ Zu dem Zeitpunkt wären Baukosten spruchreif. Wobei das sicher ist: „Es geht in die Millionen.“

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