Schönste Bausünde Deutschlands: Glaspyramide positiv im ZDF

Die Ulmer Stadtbibliothek im Fokus: Die Nominierung und schließlich der Gewinn bei der „Aspekte“-Aktion auf der Suche nach der „schönsten Bausünde“ Deutschlands hat in den letzten Wochen für viel Aufsehen gesorgt. Vergangenen Freitag wurde die Zentralbibliothek im ZDF vorgestellt – und dies äußerst positiv.

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Vergangenen Freitag wurde die gläserne Stadtbibliothek in Ulm im ZDF vorgestellt.  Foto: 
„Ich bin total enttäuscht.“ Mit diesen Worten über die Glaspyramide in Ulm begann am Freitagabend die „Aspekte“-Sendung im ZDF zur Sommeraktion „Die schönste Bausünde Deutschlands“. Die Architekturexpertin Turit Fröbe war im Vorfeld mit einem Kamerateam der „Aspekte“-Redaktion nach Ulm angereist, um sich kritisch mit der „Gewinner-Bausünde“ – der gewöhnungsbedürftigen Zentralbibliothek – und den zahlreichen negativen Äußerungen in den letzten Wochen auseinander zu setzen.
 
„Ich habe sie mir viel größer vorgestellt. Ich habe gedacht, Ulm hätte eine neue Stadtkrone bekommen, die in Konkurrenz mit dem Münster steht“, äußert sich Fröbe gleich zu Beginn des Beitrags über die Glaspyramide. Die Architekturkritikerin hatte aus über hundert Bild-Einsendungen die aus ihrer Sicht 20 schönsten Bausünden für die Abstimmung nominiert – darunter eben auch die Ulmer Glaspyramide. „Eine gute Bausünde ist erst einmal per se nichts Schlechtes, sondern rangiert bei mir in der Wertigkeit direkt eigentlich schon nach der guten Architektur und ist eine echte Alternative zu der gesichtslosen Durchschnittsarchitektur“, so Fröbe. „Die Bausünde zeigt Gestaltungswillen, hat eine Bildqualität und wenn man sie einmal gesehen hat, weiß man, dass man in Ulm ist.“ Turit Fröbe zeigt sich in dem über dreiminütigen Kurzfilm durchaus begeistert von der gläsernen Bibliothek – anders als einige Ulmer, für die die Pyramide ein misslungenes Bauwerk ist und das historische Stadtbild verunziert.
 
Fröbe rät den Ulmern, die Glaspyramide „unbedingt ins Herz zu schließen“. Die Architekturexpertin sieht das moderne Bauwerk als gelungenen Kontrast zur Altstadt: „Es ist wirklich eine sehr gute Bausünde, die wirklich an der Grenze zur guten Architektur ist. Es gibt Ansichten, an denen es wirklich funktioniert und es wunderschön ist und dann gibt es Ansichten, die nicht so glücklich sind.“
 
Es ist zu bezweifeln, ob alle Ulmer der Aufforderung Fröbes, die Pyramide ins Herz zu schließen, einfach so nachkommen können – zu laut waren die Gegenstimmen in den letzten Wochen. Der Beitrag hat allerdings gezeigt, dass die Pyramide nach Expertenmeinung keineswegs das Ulmer Stadtbild zerstört, sondern es lediglich noch attraktiver macht.
 
Wer die Sendung am Freitagabend verpasst hat oder sie sich in Ruhe noch einmal ansehen möchte, kann dies in der Mediathek des ZDF nachholen.
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Kommentare

04.10.2012 19:42 Uhr

Antwort auf „Hehe”

Ich bin Ihrer Meinung. Man erinnere sich an den "Zirkus" mit dem Stadthaus, und jetzt...Aber so sind ja Gottseidank nicht viele Ulmer, und ausserdem sind sie lernfähig

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02.10.2012 21:55 Uhr

Hehe

Da haben die Berufsmauler sich wohl selbst in den Fuß geschossen. Mag sein, dass die Pyramide gewagt ist und auffällt, aber in den 2000ern baut man halt Gebäude, die auch nach Jahrzehnten noch Ausweis der 2000er sein werden. Auch die Altstadt ist ja nicht nur "alt", sondern ein kunterbuntes Sammelsurium mittelalterlicher, spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Baustile - dafür reicht dann aber wohl die Kompetenz nicht, um das zu erkennen... ich bin stolz auf die Pyramide.

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02.10.2012 16:30 Uhr

Das war das beste seit langem

... was in Ulm damals gebaut wurde. Die Glaspyramide hat mich sofort begeistert und da sie eben nicht so groß/hoch ist, passt sie meiner Meinung nach sehr gut ins Stadtbild. Ich bin als alter Ulmer sehr stolz darauf, dass wir so ein besonderes modernes Gebäude mitten in dem mittelalterlichen Stadtkern haben.

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01.10.2012 16:38 Uhr

Na also, passt doch!

Und wer mag, kann ja in seiner Wohnhöhle bleiben bei Eiche rustikal :-)

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