Fünf Jahre Ratiopharm-Arena: Zuversichtlich in die Zukunft

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Basketball-Spiele sorgen fast immer für ein ausverkauftes Haus – so wie hier beim Basketball Final Four 2014. Aber auch Kulturveranstaltungen bringen Künstler nach Ulm, die früher wegen einer fehlenden Halle einen Bogen um die Region gemacht haben.  Foto: 

Das kleine Jubiläum hat es in sich: Am Freitagabend darf Frauenschwarm Eros Ramazzotti seine Fans beglücken, und am Sonntagabend kommt es zu dem Spitzenspiel der beiden derzeit besten deutschen Basketball-Mannschaften. Beides wohl vor ausverkauftem Haus, was die Bedeutung der Ratiopharm Arena in der Doppelstadt herausstellt.

Genau so sehen es auch die Vertreter der beiden Städte, die vor Jahren die Kooperation mit der Firmengruppe Max Bögl im bayerischen Neumarkt eingegangen sind, um das 28 Millionen Euro teure Projekt zu stemmen. „Wir sind sehr froh, dass die Halle hier steht“, sagte Bürgermeister Albert Obert, der den Neu-Ulm Verwaltungschef Gerold Noerenberg vertrat. Die Zusammenarbeit mit Ulm sei großartig und der Bau der Arena für Neu-Ulm ein großer Schritt gewesen auf dem ehemaligen Volksfestplatz, auch wenn der zeitweise hart umkämpft gewesen sei.

Ulms OB Gunter Czisch nannte die Arena eine Erfolgsgeschichte und ein „deutliches Zeichen für das Zusammenwachsen der Städte“. Vor allem habe man bei der vertraglichen Ausgestaltung aus den Fehlern des Erlebnisbad Atlantis gelernt und mit dem Bauträger und Betreiber einen sehr guten Vertrag geschlossen (siehe Box unten). Die Halle zu bauen, habe Mut erfordert außergewöhnliche Wege zu gehen. Er nannte sie den „Treibsatz“ für den Erfolg der Ulmer Basketballer, von dem er sich Rückenwind für die Fußballer erhofft.

Neu-Ulms Kämmerer Berthold Stier lobte auch die Zusammenarbeit der beiden Städte. Immerhin sei das Projekt nach längerer Zeit der grundsätzlichen Überlegungen dann letztlich schnell realisiert worden. 2007 habe es die Entscheidung zum Standort gegeben, 2009 seien die Arbeiten vergeben und die Halle 2011 eingeweiht worden. Stier: „Wenn wir uns einig sind, können wir sehr schnell arbeiten.“

Für die Betreibergesellschaft hat Geschäftsführer Peter Götz die letzten fünf Jahre „wie im Fluge“ erlebt. Mit der Anzahl von insgesamt 425 Veranstaltungstagen (davon 141 Basketballspiele) und 1,6 Millionen Zuschauer bewege man sich an der Kapazitätsgrenze. Immerhin bedeute ein Veranstaltungstag meist mehrere Tage Auf- und Abbau. „Wir sind ziemlich am Anschlag“, mehr gehe kaum. Mit den ersten Erfahrungen, zeige sich, dass die Größe der Halle für die Region „nicht falsch gewählt“ sei.

Nachdem erst vor Tagen nun auch noch Ratiopharm seinen Vertrag als Namensgeber verlängert hat, können die Städte und der Betreiber wahrlich zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Kommentar zur Ratiopharm-Arena: Ein Erfolg der Mutigen

Bei der Ratiopharm-Arena verhält es sich wie bei vielem im Leben: Die Idee wurde unter großen Schmerzen geboren, heute aber will sich keiner mehr vorstellen, wie es ohne sie war. Fünf Jahre sind noch kein Jubiläum. Aber die fünf Jahre zeigen, wie selbstverständlich und wie unverzichtbar die Arena im kulturellen und sportlichen Leben der Städte geworden ist. Die Millionen haben sich gelohnt, das können selbst die schärfsten Kritiker nicht mehr bestreiten, von denen es auch in den Rathäusern beiderseits der Donau einige gab.

Der kurze Blick zurück und der auf das kommende Wochenende zeigt, wie vielfältig das Angebot in der Halle ist. Da ist das Konzert von Eros Ramazzotti am Freitag und das Spitzenspiel der zwei derzeit besten deutschen Basketball-Mannschaften am Sonntag – beides kann und will man sich wirklich nicht mehr in der alten Donauhalle respektive der Schulsporthalle am Kuhberg vorstellen.

Die Arena ist ganz ohne jeden Zweifel ein Gewinn für das Oberzentrum. Bedenken hatte es genug gegeben, aber es haben sich die Mutigen gegen die Verzagten durchgesetzt, was Ulm und Neu-Ulm noch immer gut getan hat. Insofern ist die Kooperation bei der Arena – ohne deren Bedeutung zu überhöhen – eine zukunftsweisende. Es gibt noch viele Bereiche über die Donau hinweg, die Mut erfordern.

Vereinbarung Die beiden Städte Ulm und Neu-Ulm haben in der üblichen Aufteilung zwei Drittel zu einem Drittel eine Multifunktionshallen (MfH) GmbH gegründet, der die Arena gehört. Die MfH ist eine gemeinsame Tochter der Städte, die auch den Bau bezahlt haben. Insgesamt knapp 28 Millionen Euro, und somit knapp unter dem geplanten Budget, wie OB Czisch sagte. Die Städte haben einen Bauträger gesucht, der auch gleichzeitig Betreiber der Halle bleibt und fanden die Firma Bögl. Die hat einen Betreibervertrag über 20 Jahre mit einer Option auf weitere zehn Jahre. Für die bauliche Instandhaltung geben die beiden Städte bis zu 450.000 Euro jährlich aus.  

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