Schlecker-Ausverkauf in Ulm lockt Schnäppchenjäger

In der Ulmer Herrenkellergasse bietet Ali Kaplan Restposten aus dem Lager von Schlecker an. Passanten hatten sich gewundert, warum bei ihm auch abends noch Licht brennt. Der Geschäftsführer räumt um diese Uhrzeit auf, lässt aber auch gerne noch einen Kunden herein.

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Schnäppchenalarm in der Herrenkellergasse in Ulm: Ali Kaplan verkauft noch bis Mitte März Restposten aus dem Schlecker-Lager.  Foto: 
Ein Ölofen-Anzünder, daneben ein Tierfutterbeutel-Entleerer und eine gewöhnliche Fliegenklatsche aus Plastik: Beim Schlecker-Ausverkauf in der Ulmer Herrenkellergasse können Kunden beispielsweise diese drei Artikel erstehen. Und zwar alle zusammen für gerade einmal einen Euro. Die zum Teil ausgefallenen Dinge liegen in der Auslage vor dem kleinen Laden, der seit vier Wochen Restposten aus dem Lager der insolventen Drogeriekette zu günstigen Preisen anbietet.

Vor dem Geschäft steht hochkant ein weißblaues Schlecker-Schild, das früher über einer anderen Filiale hing. An der Tür klärt ein gelber Zettel über die angebotene Ware auf: "Restposten-Sonderverkauf aus der Schlecker-Insolvenz". Artikel seien teilweise um bis zu 80 Prozent reduziert, erzählt Ali Kaplan, der Geschäftsführer des Ladens, und sagt weiter: "Wir haben uns dabei an den Preisen orientiert, die wir von Schlecker bekommen haben."

Selbst bei Niedrigstpreisen wird noch geklaut

Im Verkaufsraum drängen sich Kunden aneinander vorbei, um Schnäppchen zu finden. An den Wänden und in der Mitte stehen Auslagen mit Kosmetikartikeln. Lippenstifte, Nagellack und auch Schmuck bietet der Händler an. "Es ist kaum noch was da", sagt Kaplan, der aus Heidenheim kommt. An der Kasse sitzen zwei junge Männer und warten auf zahlende Kunden. Sie unterhalten sich, der eine telefoniert auch mal zwischendurch. Eine Frau bezahlt einen Lippenstift und geht wieder.

Zwischen Verkaufsraum und Hinterzimmer sitzt eine ältere Frau mit Kopftuch und strickt. "Das ist meine Mutter", erzählt Kaplan. Sie passe auf, dass nichts geklaut werde. Das sei schon öfters vorgekommen, obwohl die Artikel eigentlich ja nicht mehr viel kosteten. "Die Leute werden immer dreister", sagt der Geschäftsführer. Kunden hätten ein Mädchen erwischt, das die Tasche komplett mit Waren gefüllt hatte und gerade aus dem Laden gehen wollte. Kaplan sagt: "Für die kurze Zeit, die ich das Geschäft gemietet habe, hat es sich nicht gelohnt eine Überwachungskamera zu installieren."

Am Abend räumt der Geschäftsführer auf

Einigen Ulmern war aufgefallen, dass der Laden in den vergangenen Wochen auch am späten Abend noch gut besucht war. Ali Kaplan stellt allerdings klar, dass das Geschäft um 19 Uhr oder auch oft schon um 18 Uhr schließe. Es lohne sich nicht, wegen einem Umsatz von drei Euro noch eine Stunde länger geöffnet zu haben. "Außerdem müssen wir abends aufräumen. Die Kunden wühlen teilweise alles durch." In den Abendstunden müsse er neue Ware auspacken und in den Verkaufsraum bringen. Es komme allerdings schon vor, dass er gerade einen Sack Müll hinausbringe und dann eine Kunde herein wolle, um etwas zu kaufen. Dagegen hat der Geschäftsführer nichts. Sonst seien es allerdings seine Mitarbeiter, die den Laden am Abend aufräumten.

Allzu lange wird es den Restposten-Verkauf in der Herrenkellergasse aber nicht mehr geben. Kaplan geht davon aus, dass er bis in ein oder zwei Wochen alles verkauft haben wird. "Viele haben sich mit etwa 50 Artikeln für je einen Euro eingedeckt", erzählt der Heidenheimer. Der Eigentümer der Ladenfläche sucht schon jetzt einen neuen Mieter. Ein weiteres Schild an der Eingangstür weist darauf hin.
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Kommentare

06.03.2013 23:13 Uhr

(Wobei.. Viel Gewinn macht er dabei sicher auch nicht.)

(Wobei.. Viel Gewinn macht er dabei sicher auch nicht.)

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06.03.2013 23:13 Uhr

Ach, DARUM haben wir bei Schlecker nichts mehr bekommen!

Weil Ali Kaplan alles aufgekauft hat und jetzt weiterverkauft.

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Themenschwerpunkt

Die Schlecker-Pleite

2012 meldete Schlecker, Europas ehemals größte Drogeriemarktkette, Insolvenz an. Damals hatte Schlecker noch 7000 Filialen und etwa 30.000 Mitarbeiter.

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