Schlagerstar Carpendale vor 1500 Fans in der Ratiopharm Arena

Der südafrikanische Entertainer Howard Carpendale sagte in Neu-Ulm "Hello again". Allerdings grüßten in der Arena nur 1500 Fans zurück.

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Überlebensgroß: Howard Carpendale in der Arena.  Foto: 

Am Anfang war da nur seine Schtimme. Das erste Lied sang Howard Carpendale hinter der Bühne, aus dem Off. Schon das verbreitete allseits gute Stimmung. Wenige Minuten nach acht war bereits klar, dass hier nicht Howard auftrat, sondern Howie. Ein seit jeher prima Kumpeltyp, der einmal mehr in Neu-Ulm vorbeischaute, um sein Programm "Viel zu lang gewartet" zu präsentieren. Und schnell war klar, dass es sich bei diesem Auftritt nicht mehr um ein Schlager-, sondern um ein Popkonzert handelte.

Auf der Bühne hatten fröhlich gestimmte Männer das Sagen (Bartwuchs selbst im Background-Chor), im Saal aber offensichtlich die Damenwelt. Zwar lagen die überwiegend weiblichen Besucher ihrem Schmusestar mit der sanft-tiefen Stimme nicht zu Füßen, aber sitzen bleiben wollte man auch nicht so recht. Weshalb hatte sich der Veranstalter eigentlich die Mühe gemacht, die Arena zu bestuhlen?

Man stand lieber. Das Faszinierende an einem Konzert des südafrikanischen Entertainers ist nicht so sehr die sehr routiniert gespielte Show, sondern das Publikum. Bitte nicht falsch verstehen. Die zwölfköpfige Band knüpfte ihrem Maestro jederzeit einen wohlfeinen Klangteppich und umgarnte seine Stimme mit knackigen Bassläufen und soliden Gitarrenriffs. Klasse. Doch letztendlich machte das Publikum mit seiner ausgelassenen Stimmung und Begeisterung für den 68-Jährigen den Abend zu dem, was es war: ein Howie-Fest. Der bedankte sich mit Hits der vergangenen 40 Jahre. Zu seinen neuen Songs gehört jedoch die aufmunternde Nummer "Es wird alles gut". Balsam pur für viele Fans in der Halle. Wenn auch vielleicht nur für ein paar Takte. Aber eben doch.

Genau aus diesem Grund ist der unumstrittenste Verkünder des "Ti amo" nun bald ein halbes Jahrhundert erfolgreich unterwegs. Als singender Seelentröster, der Tür an Tür mit Alice wohnte, die aber nun schon lange nicht mehr da ist. Als derjenige, der noch heute vom schönen Mädchen auf Seite eins träumt. Ja, mit Howie, der ganz locker während des Konzerts Autogramme kritzelte, kann man so herrlich in Erinnerungen schwelgen. Nur die allseits bekannten "Spuren im Sand" fand Carpendale dieses Mal nicht, dafür jedoch so einige leere Sitzreihen. Mit 1500 Besuchern lockte der Altstar wesentlich weniger Fans als zuletzt.

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