Scherer-Ensemble mit Schmelz ohne Schmalz

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Das Scherer-Ensemble, das diesmal in reiner Männerbesetzung im Haus der Begegnung auftrat, sang Juwelen der Romantik. Das atemlos lauschende Publikum goutierte nicht nur acht schöne Männerstimmen, sondern auch den exzellenten Pianisten Alexander Ringler.

Den Reigen eröffnete Schumanns "Die Rose stand im Tau", das dem Abend auch den Titel gab. Zwei Dutzend Beiträge entführten in romantische Sehnsuchtswelten. Zäsuren des Innehaltens bot Ringler mit feinsinnig poetischem Tasten-Zauber. Neben Gades "Aquarelle" fesselten besonders Schumanns Miniaturen mal elegant, keck oder im salonhaften Walzer aus dem "Waldszenen"-Zyklus als liebenswerte Charakterstudien.

Facettenreich wie ein Kaleidoskop kreisten kunstvoll gesetzte Chorlieder um die Jahreszeiten, um Liebe und Leid, Wald- und Naturschwärmerei. Die Sänger im Halbkreis im Chorraum wechselten in homogenen Besetzungsvarianten vom Terzett bis zum Oktett öfter ihre Positionen. Als Primus inter Pares dirigierte und moderierte Thomas Müller unauffällig. Er trat mit warmer Baritonstimme zur Klavierbegleitung in Hugo Wolfs "Mailied" als Solist hervor wie auch später Henning Jensen, dessen Prachttenor in Mendelssohns "Der Jäger Abschied" berührte. Das unverwechselbare Klangbild des Aufgebots prägte, ja veredelte Markus Sontheimers heller Counter-Tenor.

Sauber intonierend meisterten die acht Sänger Gades achtstimmige Sätze "Die Rose" und "Im Wald". Textklar, präzise bis ins Detail und dynamisch vielfältig verliehen die ungekünstelten, ausdrucksstarken Interpretationen jeder Gedicht-Vertonung eigenen Atem. Bei überstrapazierten Gassenhauern wie Silchers "Ännchen von Tharau" oder Max Jähnings "Waldandacht" hörte man, was Romantik im Chorgesang bedeutet: Schmelz ohne Schmalz, Schwellbrust und Geschmetter.

Am Ende gab es zu Recht starken Applaus.

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