Workshop im Verschwörhaus: Schaltkreise nähen

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Mit denen möchte ich dann in die Schule fahren.“ Ronja steht neben ihrem Paar pinkfarbener Rollschuhe und wartet auf eine neue Patrone für die Heißklebepistole. Denn auf die Kappen ihrer Rollschuhe will die 12-Jährige LED kleben. Kleine Leuchtdioden, die – angeschlossen an eine Batterie  – leuchten. „Die blinken dann bunt, wenn ich abends unterwegs bin“, sagt Ronja. Damit das klappt, hat sie die LED über eine kleine Platine programmiert und mit einem Schalter verbunden. „Eigentlich wollte ich einen Lichtsensor einbauen, damit die LED automatisch angehen, wenn es dunkel ist“, erklärt Ronja. Das habe aber leider nicht geklappt.

Richtig nähen kann nicht jeder

Wie das ganze funktioniert und programmiert wird, hat die Schülerin zusammen mit sieben weiteren Teilnehmern in einem viertägigen Workshop im Verschwörhaus gelernt. „Klamotten der Zukunft“ war das Thema. Dabei erklärte die Medieninformatikern  Juliane Wessalowski den Teilnehmern nicht nur, wie sie die Platinen so programmieren, damit am Ende jede LED in der richtigen Farbe und zum richtigen Zeitpunkt leuchtet, sondern auch wie man richtig näht. „Das kann nicht jeder“, sagt Wessalowski.

Zudem  sei das Nähen mit leitfähigem Faden schwerer. „In das Garn ist ein dünner Draht eingedreht“, erklärt sie. Das mache den Faden elastischer aber er springe dafür auch gern. „Knoten gehen so leichter wieder auf.“

Nagellack zum Isolieren

Trotz der getanen Handarbeit sieht es im Gruppenraum im Verschwörhaus nicht nach einem Nähzimmer aus. Auf dem Tisch liegen zahllose bunte Kabel, Klemmen und Schaltpläne. Dazwischen stehen die Laptops der Teilnehmer. Und es riecht nach Nagellack. „Der ist dazu da, den leitfähigen Faden an manchen Stellen zu isolieren“, erklärt Juliane Wessalowski. Das sei an den Stellen nötig, an denen sich die Fäden berühren. „Sonst gibt es einen Kurzschluss.“ Auch Knoten und LED könnten mit dem Nagellack überstrichen werden, damit sie besser halten und das T-Shirt oder die Jacke auch einen Waschgang überstehen.

Bevor die Teilnehmer mit Nadel und Faden loslegen, haben sie die Schaltkreise zunächst auf Papier geplant und überlegt, wo sie welche Sensoren und Schalter in den Kreislauf zum Schluss einnähen. Tom-Luca hat sich für einen Lichtsensor entschieden, den er auf eine blaue Sweatshirtjacke geklebt hat. „Man kann die Sachen ja nicht so gut waschen“, erklärt der 16-Jährige. Deshalb habe er sich nicht für sein Lieblingsteil aus dem Kleiderschrank, sondern für die Jacke entschieden. „Die kann ich dann mal zum Spaß anziehen.“

Den Dialekt verstehen

Die kleine Platine muss er für fünf LED programmieren. „Jeden der Eingänge einzeln, je nachdem, ob Strom rein- oder rausgeht.“ In der Schule hat der Zehntklässler Programmieren bereits gelernt. „Aber mit einem anderen Programm.“

„Man muss sich immer anschauen, wie der Dialekt des Programms ist“, sagt Hans-Peter. Wenn man eines könne, gehe es mit den anderen Programmen auch leichter. „Die ähneln sich.“ Vor ihm stehen neben dem aufgeklappten Laptop LED, die den Schriftzug „HALLO“ anzeigen. Er programmiert die LED so, dass sie über einen angeschlossenen Sensor bei einer Annäherung zu leuchten beginnen. „Man muss alles definieren beim Programmieren“, erklärt Lea. Etwa die richtige Farbmischung für jede LED. Der Code „strip.Color (10,255,44)“ lässt ihre LED am Ende türkis leuchten.

Beim Programmieren helfen die Älteren auch den jüngeren Teilnehmern.  „Das ist auf Anhieb nie perfekt“, weiß die Kursleiterin. „Das geht auch professionellen Entwicklern so.“

„Meine Mutter ist Informatikerin“, erklärt die 12-jährige Ronja. „Deshalb weiß ich schon ein bisschen was. Ich muss es verstehen, dann klappt es auch.“

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