Santiano in Ulm in allzu ruhigen Gewässern

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Die Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm war schon gebucht. Dann aber musste der Veranstalter wegen des schlechten Kartenvorverkaufs in den Einstein-Saal des Ulmer Congress Centrums ausweichen. Auch dort befand sich Santiano am Mittwochabend in allzu ruhigen Gewässern. Gerade einmal die Hälfte der Stühle war besetzt. Die acht Musiker und Musikerinnen ließen sich davon aber nicht die Laune verderben und zogen ihr zweistündiges Programm routiniert durch, sehr zum Vergnügen des fast handverlesenen Publikums. Bei den Zugaben aber musste das eine oder andere Lied wiederholt werden. Was auch ein Beleg dafür ist, dass es diese Formation, die gerade einmal ein einziges Album veröffentlicht hat, noch nicht allzu lange gibt.

Santiano, 2011 gegründet, sind Musiker aus der Flensburger Musikszene, die Seemannslieder, also Shantys, und Irish Folk im Programm haben. Sie geben auf der Bühne die grimmigen Seebären, die auf hoher See Wind und Wetter trotzen und das Publikum zu einer musikalischen Weltreise einladen. Die Ausstattung passt dazu. Im Bühnenhintergrund sind die weißen Segel eines Schiffs zu sehen, auf denen Fotos und kleine Filmsequenzen projiziert werden. Vorne klampft, fidelt und hüpft die Besatzung, was das Zeug hält, rund um Kapitän und Frontmann Hans-Timm Hinrichsen. Sogar dessen Name passt zum ganzen Ambiente. Was sie von sich geben, sind wenige selbst komponierte Titel mit Ohrwurm-Qualitäten wie "Frei wie der Wind" oder "Es gibt nur Wasser", dann aber auch gängige irische Volkslieder wie "Blow Boys Blow" oder "Whiskey In The Jar". Das geht durchaus ins Ohr, animiert trotz der Sitzplätze zum Mittanzen. Und es macht gute Laune. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

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