Rundum erneuert

Das Roxy bekommt ein neues Erscheinungsbild. Wie es aussehen wird, haben Roxy-Chefin Laurence Lachnit und der Designer Ralf Hartung jetzt vorab Sponsoren und Freunden der Kulturhallen vorgestellt.

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    Lebt und arbeitet in Berlin, stammt aber aus Ulm: der Designer Ralf Hartung. Foto: Privatfoto
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Das Roxy residiert seit 23 Jahren in den ehemaligen Industriehallen in der Oberen Donaubastion. "Roxy - Kultur in den Hallen" sollte eigentlich jedem ein Begriff sein, sollte man meinen. Nur: Steht auch überall drauf, wo Roxy drin ist? Nicht eindeutig genug, sagt Laurence Lachnit, die vor anderthalb Jahren die Leitung des soziokulturellen Zentrums übernommen hat.

Das Problem: "Es gibt zwar ein Roxy-Logo, das aber in unendlich vielen Variationen auf Plakaten und in Anzeigen verwendet wird. Wir haben uns auch auf die Suche nach dem Originalentwurf gemacht, aber wie der genau aussah, wusste keiner mehr", erzählt Lachnit. Die Folge: Jede Nachfrage, ob man das Logo variieren dürfe, landete irgendwann mal auf dem Tisch der Chefin. Nicht gerade effektiv.

Der zweite Grund für die optische Verjüngungskur: "Wir haben in den vergangenen anderthalb Jahren eine ganze Menge Neues etabliert. Erfolgreiche Reihen, wie den Poetry-Slam, den Science Slam, die Roxy Horror Show", sagt Geschäftsführerin Lachnit. Auch für diese Reihen war ein Erscheinungsbild gefragt, das einerseits die verschiedenen Genres klar heraushebt, andererseits aber auch den gemeinsamen Spielort transportiert, also "von Anfang an optisch klarmacht, dass es sich bei diesen Reihen um genuine Eigenproduktionen des Roxy handelt", wie Lachnit erklärt. Zudem sollte auch der Programm-Flyer ins Erscheinungsbild passen.

Jede Menge Aufgaben also, die der in Ulm geborene Designer Ralf Hartung da im vergangenen September ins Pflichtenbuch geschrieben bekam. Und Hartung ging seine Sache gründlich an, entwickelte ein Corporate Design, wie es auch große Firmen wie Mercedes Benz, die Telekom oder die Lufthansa haben - ausgehend vom Spielort, den Kulturhallen und ihrer heute noch sichtbaren industriellen Vergangenheit. Das verquickte Hartung mit den kulturellen Inhalten.

Doch wie macht man Kultur sichtbar? "Kulturelle Inhalte haben auch etwas mit Urheberschaft zu tun", erklärte der Designer bei der Präsentation vorgestern Abend. Hartung spielte mit dem internationalen Signet für eingetragene Warenzeichen (registered trademark): ein großes R in einem Kreis. Beides zusammen arrangierte der 35-Jährige zu einem R in einem stilisierten Zahnrad. Das neue Logo des Roxy.

Bei den Plakaten für die Reihen knüpft Hartung an die Tradition der Piktogramme an, die der Ulmer Designer Otl Aicher für die Olympischen Spiele in München entwickelte. Für den Poetry-Slam, bei dem die Autoren ihre selbstgeschriebene Texte öffentlich performen, griff Hartung etwa auf eine stilisierte Füller-Feder zurück. Die wissenschaftlichen Inhalte des Science-Slam, bei dem Wissenschaftler ihre Disziplin möglichst unterhaltsam präsentieren, werden durch Reagenzgläser dargestellt. Und das Symbol für die Live-Performance ist jeweils ein stilisiertes Mikrophon, das Hartung mit den anderen Zutaten kombiniert. Und tatsächlich: Die Plakate, die das Roxy auch schon seit mehreren Wochen im Einsatz hat, wirken ähnlich unmittelbar wie Aichers stilisierte Bilder.

Den Programm-Flyer hat Hartung ebenso einer optischen Generalsanierung unterzogen. "Das Problem war auch, dass auf dem Titelblatt des Leporellos immer ein Künstler oder eine Band abgebildet war. Manchmal waren die Bilder gut, manchmal nicht", sagt Laurence Lachnit. Und der Wiedererkennungswert war auch nicht sonderlich hoch. Was tun? Hartung erinnerte sich wieder an die industrielle Vergangenheit der Roxy-Hallen, suchte serielle Muster, deren Wiederholung die hohen Stückzahlen der industriellen Fertigung widerspiegeln. Solche seriellen Muster werden künftig das Cover des Flyers zieren.

Zudem gibt es auf der Vorderseite der Flyer eine chronologische Programmübersicht, auf der Rückseite sind die Veranstaltungen dann übersichtlich nach Genres geordnet: die Konzerte, die Comedians und die Tanzveranstaltungen jeweils auf einen Blick. So findet jeder schnell zu seinen besonderen Interessen - aber Seitenblicke sind ausdrücklich erwünscht.

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