Ruderclub sucht neuen Vorsitzenden

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    Martin Grimmeiß hat den Vorsitz bei der Gesellschaft der Donaufreunde aufgehört aufgegeben. Foto: 
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    Links: Der neue Vorsitzende Andreas Huber. Foto: 
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Acht Jahre sind genug. Findet Martin Grimmeiß und hat als Vorsitzender der Gesellschaft der Donaufreunde aufgehört. „Es war toll, spannend und lehrreich. Aber ein lebendiger Verein braucht neue Impulse.“ Das habe er den Mitgliedern schon vor vier Jahren angekündigt, und nun hat er ernst gemacht: Er ist nicht mehr zur Wahl angetreten. Er sagt: „Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist.“

Ganz aufhören wird Grimmeiß natürlich nicht, er ist und bleibt ein Donaufreund. Seine Nachfolge als Vorsitzender aber ist geregelt: Die Mitglieder wählten Andreas Huber, ebenfalls ein langjähriger Donaufreund, an die Spitze. Der ist aber auch Vorsitzender des Ulmer Ruderclubs Donau (URCD) und sagt: Beide Ämter sind eines zu viel.

Huber denkt da ganz wie Grimmeiß. 13 Jahre führt er den Ruderclub, „jetzt muss mal frisches Blut rein“. Anders als Grimmeiß fällt es Huber aber schwer, unter den Ruderern einen Nachfolger zu finden. Die Suche beschreibt er so: „Ich habe fünf Leute gefragt und fünf Absagen gekriegt.“ Das schmerze ihn durchaus. Eigentlich wollte er schon in diesem Jahr aufhören, nächsten März trete er aber definitiv nicht mehr an.

Das auch deswegen, weil es nicht möglich sei, beide Vereine gleichzeitig mit großem Einsatz zu führen. „Der Ruderclub hat einen viel zu hohen Anspruch, als dass man das mal so nebenher machen könnte“, sagt Huber, der zudem Familie hat und ein Unternehmen, Rollo Huber, führt. Immerhin ist der URCD Ruder-Leistungszentrum und hat schon viele auch auf internationaler Ebene meisterliche Ruderer hervorgebracht (siehe Info-Kasten).

Auf der anderen Seite aber sei der Verein nicht groß genug, um einen hauptamtlichen Geschäftsführer einstellen zu können. „Wir stecken alles in den Leistungssport“, Geld für einen Geschäftsführer sei da nicht mehr drin. „Wir haben in den letzten Jahren dicke Bretter gebohrt. Das sollte auch so weitergehen.“

Beim Ruderclub stehen einige Investitionen an. Zuerst wird eine neue Steganlage gebaut, und als nächstes gibt es Überlegungen, eine Halle zu bauen – schließlich brauchen die 160 Boote Platz. Als Standort kommen die beiden vereinseigenen Tennisplätze in Frage, von denen ohnehin nur noch einer genutzt wird, wie Huber sagt. Um den Hallenbau werde er sich aber nicht mehr kümmern. Das wird Sache seines Nachfolgers oder seiner Nachfolgerin.

Beim Ruderclub hat Huber noch viel zu tun, da ist es gut, dass bei den Donaufreunden für dieses Jahr schon einiges organisiert ist. So hat sich Grimmeiß noch um die Schachtelfahrten gekümmert. Von 27. Juni bis 2. Juli führt die Etappe von Ingolstadt nach Pöchlarn in Niederösterreich, von 4. bis 12. Juli von Bratislava nach Belgrad. Die Strecke dazwischen, also von Pöchlarn nach Bratislava, übernehmen die Frauen der Donaufreunde, die eine rein männliche Gesellschaft sind.

Huber selbst wird bei den diesjährigen Schachtelfahrten nicht dabei sein. Er übernimmt das Ruder mit der Organisation der Lichterserenade am Schwörwochenende. Für seine Amtszeit hat er sich einige Projekte vorgenommen, darunter die Erstellung eines zentralen Registers mit allen Kontaktadressen die Donau entlang. Sein Vorgänger Grimmeiß hat beispielsweise die wöchentlichen Ordinarifahrten im Sommer für Freunde der Donaufreunde eingeführt. So ändert sich immer mal wieder was, an einem aber wird niemals gerüttelt: an der Pflege der Tradition und der Kontakte entlang der Donau.

Donaufreunde Die Gesellschaft der Donaufreunde nimmt die jahrhundertealte Tradition der Ulmer Donauschiffahrt auf und pflegt Kontakte mit Städten und Gemeinden entlang des Flusses. Dazu dienen besonders die Schachtelfahrten, die mehrmals als Endziel sogar das Schwarze Meer hatten. Die Donaufreunde nehmen ausschließlich Männer auf. Mitglied kann man nur nach persönlicher Einladung und einem festgelegten Auswahlprozess werden.

Ruderclub Der 1887 gegründete Ulmer Ruderclub Donau (URCD) bietet Breiten- und Leistungssport an. Etliche seiner Sportler haben an Olympischen Spielen, Europa- und Weltmeisterschaften teilgenommen und Titel errungen. Raimund Hörmann wurde im Doppelvierer 1984 in Los Angeles Olympiasieger, Maximilian Reinelt im Deutschland-Achter 2012 in London und Zweiter 2016 in Rio. Der URCD ist Bundesstützpunkt für den Ruder-Nachwuchs.

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