Rudelbildung beim Heimspiel

Einst war sie eine unauffällige Deutsch-Schülerin am Lessing-Gymnasium

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Zurück im Lessing- Gymnasium: Erfolgsautorin Nina Blazon. Foto:Thomas Liersch

. Nun ist Nina Blazon Erfolgsautorin und las hier aus ihrem neuesten Roman.

Eifriger Applaus war ihr schon sicher, bevor sie ein Wort vorgelesen hatte. Im Jahre 1990 hat Nina Blazon am Lessing-Gymnasium in Neu-Ulm ihr Abitur gemacht. Nun ist die 43-jährige, die heute in Stuttgart lebt, zurückgekehrt. Als erfolgreiche Jugendbuchautorin. Um auf Einladung der Bücher-AG aus ihrem neuesten Roman, dem historischen Krimi "Wolfszeit", zu lesen. Ein abendliches Heimspiel, zu dem ein über hundertköpfiges Rudel aus Schülern der achten und neunten Klassen sowie Lehrern kam.

Die im heutigen Slowenien geborene ausgebildete Journalistin Blazon hat in den zehn Jahren ihrer bisherigen Schriftstellerkarriere fleißig geschrieben. Etwa zwei Romane pro Jahr. Einen davon - er heißt "Totenbraut" - kennen die versammelten Jugendlichen als Schullektüre.

Blazon bringt "Wolfszeit" nach Neu-Ulm mit. Für sie ein besonderes Buch, denn sie brauchte besonders lange für den Krimi: zwei Jahre. Sie recherchierte anderthalb Jahre, schrieb ihn dann in einem halben Jahr. Und sie ist besonders zufrieden mit dem Ergebnis: "Ich finde gerade, es ist mein bestes Buch."

Sie beginnt zu lesen: "Ich nehme euch einfach mal mit nach Südfrankreich, wo eine geheimnisvolle Bestie ihr Unwesen treibt." Kurze, verständliche Sätze schildern, wie ein Bauernmädchen den Hof verlässt, um eine Kuh wieder einzufangen - und wie sie ein wolfsähnlichen Wesen angreift. "Das hat sich wirklich ereignet", sagt Blazon den Zuhörern. Das Bauernmädchen sei ohne Kopf gefunden worden. Spätestens an der Stelle sind die jugendlichen Zuhörer mit ihrem Kopf ganz bei der Sache. Blazon sagt: "Das war die Bestie von Gévaudan." Ihr werden über 100 Morde zwischen 1764 und 1767 zugeschrieben. Meist an Frauen oder Kindern.

In Frankreich kennt die Geschichte noch heute jedes Kind. Blazon hat das selbst überprüft, recherchierte in der Auvergne in Südfrankreich. Auf einer Videowand zeigt sie Bewegtbilder der Reise. Im Roman ist ihr 17-jähriger Protagonist Thomas auf der selben Route unterwegs: ein Student der Naturkunde, der mit Jägern reist, die das Monster erlegen sollen.

Aber was war die Bestie? Oder wer? Blazon arbeitete mit einer Wolfsspezialistin und einem Profiler für Serientäter zusammen. "Das Buch enthält alle Theorien", mehr sagt sie nicht. Ihr früherer Deutschlehrer Hans-Ludwig Mertens ahnte nicht, dass seine unauffällige Schülerin einmal für so spannende Bücher Applaus ernten würde.

Info Nina Blazon: Wolfszeit. Ravensburger Verlag, 576 S., 17.99 Euro.

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