Rivoir: "Trasse untrennbar von Stuttgart 21"

Die Verteuerung von S 21 sei kein Grund, das Projekt zu kippen. Diese Meinung vertrat SPD-Politiker Martin Rivoir bei einem Info-Abend.

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Martin Rivoir: Auch andere Großprojekte wurden viel teurer. Foto: Volkmar Könneke

Stuttgart 21 sorgt nach wie vor für erhitzte Gemüter. Erst recht, seit klar ist, dass der Finanzrahmen um 1,1 Milliarden auf 5,6 Milliarden Euro anschwillt, plus 1,2 Milliarden Euro für weitere Risiken. Denn eine mögliche Kostenteilung zwischen der Bahn und den Partnern Stadt Stuttgart und Land Baden-Württemberg ist vorerst ungewiss.

Grund genug für den Ulmer SPD-Landtagsabgeordneten und Stuttgart-21-Befürworter Martin Rivoir, zu einer "Informationsveranstaltung" ins Café Kornhauskeller einzuladen: 25 interessierte Bürger kamen. "Immer wieder fragen mich die Menschen, warum wir für den Stuttgarter Tiefbahnhof sind, wo uns Ulmern doch schon die Schnellbahntrasse reichen würde", begann Rivoir seinen Vortrag. Ihm zufolge hängen die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm und das Stuttgarter Bahnhofsprojekt allerdings untrennbar zusammen. "Fällt Stuttgart 21, dann bringt uns die Neubaustrecke auch nicht viel. Denn dann enden die Züge in Wendlingen."

Den Aufschrei ob der Kostenexplosion versuchte der Landtagsabgeordnete mit Beispielen von anderen nationalen wie internationalen Großprojekten aus der Vergangenheit zu relativieren. Auch der Gotthard-Basistunnel habe seinerzeit die Planungskosten gesprengt. Und die Elektrifizierung der Südbahn werde nach aktuellen Schätzungen schon jetzt 86 Millionen Euro teurer als ursprünglich vorgesehen.

Man wolle Planungsfehler nicht beschönigen, antwortete Rivoirs Gesprächspartner Wolfgang Dietrich, Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm, auf kritische Zwischenbemerkungen aus dem Publikum. Wie es weitergeht? Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn komme am morgigen Dienstag zur möglicherweise vorentscheidenden Sitzung zu Stuttgart 21 zusammen, sagte Dietrich.

Die Bürger interessierte abschließend vor allem eines: Was ist mit dem Ulmer City-Bahnhof? "Die Stadt Ulm zahlt ihn selber, ein objektbezogener Ideenwettbewerb läuft bereits", antwortete Rivoir.

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Kommentare

04.03.2013 16:42 Uhr

Arroganter Lügner

In einer "Informationsveranstaltung" zu S21 in Blaustein behauptete Herr Rivoir, S21 würde keinen Cent teuerer kommen, als geplant. In seiner unnachahmlichen Arroganz stellte er mich mehr oder weniger als Dummkopf hin, als ich sagte, ob nicht für das Gesamtprojekt eher eine zweistellige Euro-Millionensumme zu erwarten wäre. Was ist er nun? Ein Lügner, weil er die Verteuerung erwarten musste oder ein Dummkopf, weil er diese wirklich nicht erwartet hatte? Oder naiv.... Im allen Fällen wohl nicht das, was wir von einem unserer Volksvertreter erwarten dürfen.

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04.03.2013 12:22 Uhr

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04.03.2013 11:36 Uhr

Der Strecke war ursprünglich mit dem Kopfbahnhof geplant.

Die Anbindung wäre über eine Brücke bei Obertürkheim und einem Tunnel bei der Mülldeponie erheblicher einfacher als mit der Achterbahn hoch zum Flughafen. Wäre auch verkehrlich besser, denn dann könnten die leichten Güterzüge ohne Umweg über die Wendlinger Kurve auf die Neubaustrecke fahren. Nein, den Ulmern geht es nur um Ihre S-Bahn zum Flughafen. Dafür wird auch getrickst und gelogen. Liebe Ulmer, bei der nächsten Volksabstimmung wird das ganz einfach gelöst. Eine Ja-Stimme ist nur mit Überweisung auf das Sonderkonsto "Stuttgart 21" gültig. Kommen keine 3 Milliarden Euro Spenden zusammen, dann wird S21 nicht weiter gebaut.

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04.03.2013 10:48 Uhr

Warum

lügt Herr Rivoir? Die Bahn selbst hat bereits zugegeben, dass diese Aussage nicht richtig ist. Ich kann nur daraus schließen, dass Herr Rivoir wider besseren Wissens die Unwahrheit behauptet, weil er persönlich in irgendeinerweise davon profitiert. Geld? Posten? Macht?

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04.03.2013 10:42 Uhr

rivoir s21

Herr Rivoair macht jeden tag erneut bewusst. Er wird immer noch von seinem Arbeitgeber AEG bezahlt.Sonst würde er die interessen der BürgerInnen vertreten und nicht der Unternehmen, die scharf auf den Verkauf von Gleis und Zugelektronik.

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04.03.2013 10:19 Uhr

Massenhaftes Interesse

Doch immerhin 25 Besucher, abzüglich einiger kritisch fragender, eingeschlichener Projektgegner. Mein Kompliment für diese "überwiegende Mehrheit", die in Herrn Rivoirs Kreisen gerne ins Feld geführt wird.

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04.03.2013 09:09 Uhr

Warum lügt Herr Rivoir?

Die Züge enden in Wendlingen?
Die Bahn selbst hat letzte Woche bestätigt, dass die Nebaustrecke naatürlich über das Neckartal angebunden werden könne und hat sogar in einer Wirtschaftlichkeitsrechnung herausgefunden, dass dies die Wirtschaftlichkeit des Kopfbahnhofes verbessern würde.
Und 15 Minuten schneller in Stuttgart zu sein über die NBS ist auch nicht nichts.
Warum kann er nicht ehrlich argumentieren, sondern vermengt Dinge, die nichts miteinander zu tun haben? NBS ist im Bundesverkehrswegeplan, S21 nicht.

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Das Bahnprojekt Stuttgart 21 und die Neubaustrecke

Die Bahn preist Stuttgart 21 und die Neubaustrecke von Wendlingen nach Ulm als zukunftsweisendes Projekt an, Kritiker widersprechen. Auf dieser Seite finden Sie alle Artikel zur Neubaustrecke und Stuttgart 21.

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