Ringen vor Ort um die Zukunft der Schule

Wer wird seine Schule im Ort behalten? Antworten darauf erhofften sich Bürgermeister aus der Region von Kultusminister Andreas Stoch in Ulm.

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Der erste Besuch des Neuen in Ulm: Kultusminister Andreas Stoch beim Bürgermeisterforum. Foto: Matthias Kessler

Wenn 40 fremde Bürgermeister am ovalen Ratstisch auf den Stühlen der Ulmer Stadträte sitzen, dann ist Bürgermeisterforum. Organisator Martin Rivoir, der Ulmer SPD-Landtagsabgeordnete, hatte gestern dazu einen prominenten Gast eingeladen: den seit fünf Wochen amtierenden baden-württembergischen Kultusminister Andreas Stoch (SPD). Sein Thema brannte den Bürgermeistern aus den Kreisen Alb-Donau, Biberach und Ravensburg auf den Nägeln: die regionale Schulentwicklungsplanung.

Die steht für Stoch ganz oben auf der politischen Tagesordnung. Weil er die Gefahr sieht, dass in den nächsten Jahren wegen sinkender Schülerzahlen "in zwei Dritteln der Schulen das Licht ausgeht". Es treffe insbesondere die ländlichen Standorte, wenn sich die Schulen in den Städten konzentrieren. "Für mich geht es nicht um Bildungs- und Schulfragen, sondern um das Erhalten von Infrastruktur im ländlichen Raum", versicherte der Minister aus Heidenheim. Trotzdem sei - schon aus Gründen der Wirtschaftlichkeit - nicht jeder Standort zu halten. Deshalb gebe es Untergrenzen der Schülerzahl, bei Werkreal- und Gemeinschaftsschulen zum Beispiel 40 Schüler pro Jahrgang, die aber in begründeten Ausnahmen aufgehoben werden könnten.

Die Eckdaten der regionalen Schulentwicklungsplanung werden im Kultusministerium "in der zweiten Jahreshälfte 2013 ein deutliches Gesicht bekommen", versprach Stoch. Aber er appellierte an die Kommunen, sich schon jetzt zusammenzusetzen und für die Zukunft tragfähige Konzepte zu diskutieren und darum zu ringen. Für Fälle, in denen sich zwei Gemeinden nicht einigen können, sei es Aufgabe der Schulämter, moderierend einzugreifen. Stoch versicherte: "Es geht um Beratung, nicht um Bevormundung." Es würden keine Konzepte "von oben verordnet", sondern sie sollen für die jeweiligen Gegebenheiten passend entwickelt werden. "Aber es muss ja nicht jeder für sich das Rad neu erfinden." Das oberste Prinzip ist für den Minister, dass "alle Schüler vor Ort den bestmöglichen Abschluss machen können". Was aber nicht heiße, dass alle Abitur machen sollen.

Für Grundschulen gelte bis zum Ende der Legislaturperiode eine Bestandsgarantie.

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