Regionale Wirtschaft zuversichtlich

|

Die regionale Wirtschaft boomt, eine Krise ist nicht in Sicht. Vor dem Hintergrund fragen mittelständische Unternehmen bei den Banken wieder mehr Kredite nach. Bei der Commerzbank in Ulm und Oberschwaben haben neue Darlehen mit Geschäftskunden bis Ende September um 40 Prozent zugelegt. Das berichtete Jörg Döring, der in der Niederlassung Ulm-Konstanz Betriebe bis zu 15 Millionen Euro Umsatz betreut – darunter Freiberufler wie Ärzte, Architekten und Ingenieure sowie kleinere produzierende Betriebe.

Döring führte dies bei der Vorstellung der neuen Unternehmer-Studie der Bank mit darauf zurück, dass bei Investitionen in Produktionshallen angesichts der Baukonjunktur höhere Preise bezahlt werden müssen: „Das sind ganz andere Tickets.“ Gleichwohl verhielten sich die regionalen Firmen schwäbisch-konservativ und finanzierten lediglich etwa ein Fünftel ihrer Investitionen über Bankkredite. Die meisten Finanzmittel erwirtschaften sie aus dem laufenden Geschäftsbetriebe oder entnehmen sie aus angesparten Rücklagen.

Die Studie des Instituts Ipsos mit bundesweit 3200 befragten Betrieben zeigt, dass die Unternehmer in der Bankregion Ulm die Lage positiver einschätzen als in Deutschland  – auch besser als im Vorjahr: Bei 56 Prozent läuft es gut, bei etwa der Hälfte gehen mehr Aufträge ein. Daher sind 44 Prozent optimistisch, 34 Prozent erwarten zumindest stabile Verhältnisse. Der Fachkräftemangel gilt als größtes Risiko: Es wird viel höher eingeschätzt als deutschlandweit. Zudem bedroht die Niedrigzinsphase die private und betriebliche Altersvorsorge.

„Industrie 4.0 läuft noch nicht“

Ausgesprochen erfreulich: Die Unternehmer zwischen Ulm und Bodensee sehen viel mehr Innovationspotenzial bei Produkten und Dienstleistungen als ihre Kollegen in anderen Regionen. Döring machte freilich kein Geheimnis daraus, dass es Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung gibt. So sind 62 Prozent geschäftlich kaum im Internet aktiv und somit auf ihrer bisherigen Produktschiene erfolgreich. Das bedeutet sogar eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr 2016. Dörings Fazit: „Industrie 4.0 läuft noch nicht.“

Er betreut mit der Commerzbank in der Region Ulm-Konstanz ein Kreditvolumen von 887 Millionen Euro. Dazu kommen noch 697 Millionen private Bau- und 12 Millionen Ratenkredite. Neue Niederlassungsleiterin ist, wie berichtet, Tanja Sienitzki. Es gibt zehn Filialen: Ulm, Günzburg, Biberach, Bad Saulgau, Ravensburg, Friedrichshafen, Lindau, Überlingen, Singen und Konstanz – mit insgesamt 128 Mitarbeitern und sechs Azubis.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Oberbürgermeister Gunter Czisch: „Wir müssen mit klarer Kante antworten!“

Oberbürgermeister Gunter Czisch im Interview über die Sicherheitslage in der Bahnhofstraße, überzogene Reaktionen des Handels und neue Ideen für eine attraktive City. weiter lesen