Regierungspräsident hält Projekt bei Beimerstetten für notwendig

"Ein Riesenerfolg" ist die Sperrung der Albecker Steige für schwere Lkw nach Ansicht von Regierungspräsident Hermann Strampfer. Die geplante Umfahrung von Beimerstetten sei "ein ganz wichtiges Projekt".

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Immer wieder Lkw: In Albeck hat das Durchfahrtverbot eine deutliche Entlastung gebracht, ohne für eine drastische Zunahme in Bernstadt (unser Foto) zu sorgen. Beimerstetten hofft auf eine Umfahrung. Foto: Lars Schwerdtfeger

"Die Umfahrung von Beimerstetten kann die heutige Ortsdurchfahrt nachhaltig von Durchgangsverkehren entlasten." Zu diesem Ergebnis ist das Büro Dr. Brenner Ingenieurgesellschaft in einem Verkehrsgutachten im Auftrag des Regierungspräsidiums Tübingen gekommen. Die im Mai 2010 getroffene Feststellung ist nach Ansicht von Regierungspräsident Hermann Strampfer nach wie vor gültig. Die Umfahrung sei "ein ganz wichtiges Projekt" für den Ulmer Norden, sagte Strampfer gestern beim Redaktionsbesuch der SÜDWEST PRESSE in Ulm. Umso überraschter sei er gewesen, dass die grün-rote Landesregierung das offenkundig anders sieht. Im Juni veröffentlichte das Verkehrsministerium eine Liste der Landesstraßenprojekte, die in den nächsten zehn Jahren "verwirklicht werden können". Die Beimerstetter Umfahrung als Teil der Landesstraße 1165 ist nicht dabei.

Um die Landesregierung doch von der Notwendigkeit der Umfahrung zu überzeugen, ist Strampfer zufolge "politischer Wille" gefragt. Dieser politische Wille sei durchaus vorhanden, sagt der Beimerstetter Bürgermeister Andreas Haas. Die Landtagsabgeordneten Karl Traub (CDU) und Martin Rivoir (SPD) unterstützen die Gemeinde ebenso wie das Landratsamt. Zumal die Beimerstetter Umfahrung Teil des Verkehrskonzepts für den Ulmer Norden ist, zu dem auch der der direkte Anschluss der Gewerbegebiete an die Autobahn und die Verlängerung des Eiselauer Wegs zur Landesstraße 1239 gehören. Die Gemeinde Beimerstetten selbst wird Haas zufolge im Anhörungsverfahren zum Landesstraßenprogramm ebenfalls auf die Notwendigkeit der Umfahrung hinweisen. Die Frist dafür hat das Ministerium vom 30. September auf 15. Oktober verlängert.

Unnötig ist dagegen eine andere Umfahrung, die auf der Liste des Verkehrsministeriums ganz weit oben steht: eine Umgehungsstraße von Albeck. Erst am vergangenen Freitag hat der Langenauer Gemeinderat beschlossen, auf das Projekt zu verzichten. Stattdessen solle die Landesstraße 1079 durch Albeck dauerhaft für schwere Lastwagen gesperrt bleiben. Dieses Anliegen hat nach den Worten von Regierungspräsident Strampfer große Chancen verwirklicht zu werden. Das im Mai vergangenen Jahres zunächst versuchsweise ausgesprochene Verbot für Lkw über zwölf Tonnen sei "ein Riesenerfolg", sagte Strampfer gestern. Deutlich weniger schwere Lastwagen benutzten die Albecker Steige, ohne dass dadurch andere Ortsdurchfahrten wesentlich stärker belastet würden. Die Lkw-Fahrer scheinen also wie gewünscht die Autobahnen zu benutzen.

Einige weichen auch auf die Landesstraße 1170 durch Bernstadt aus. Die Zunahme des Schwerverkehrs dort ist nach den Worten von Bürgermeister Oliver Sühring aber nicht so gravierend wie befürchtet. Einerseits erfreulich. Andererseits fehlt der Gemeinde dadurch ein rechtliches Argument, ebenfalls ein Durchfahrtsverbot für schwere Lkw zu beantragen. Trotzdem soll der Verkehr im Ort beruhigt werden, zum Beispiel mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung. Doch auch ein Antrag auf Tempo 30 für Lkw "muss rechtlich haltbar sein", betont Sühring. Als Sicherheits-Argumente für ein Tempo-Limit könnten das starke Gefälle der Ortsdurchfahrt sowie die Lage der Schule, der Mehrzweckhalle, einer Bankfiliale und mehrerer Geschäfte an der Landesstraße dienen. Einfach dürfte es für die Gemeinde aber nicht werden, meint Sühring: "Da muss man einen langen Atem haben."

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