Reaktionen auf die neuen Restmülltonnen: Müllwerker erleichtert

Wie ist es denn so mit den neuen Restmülltonnen? Prima, sagen die Müllwerker, die die ersten geleert haben. Manche Bürger sind nicht begeistert.

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Müllfahrer Michele Calabrese: "Es geht darum, dass sich in den unteren Lohngruppen etwas tun muss. Wir vom öffentlichen Dienst sind jeden Tag draußen. Bei jedem Wetter sind wir unterwegs und sorgen dafür, dass Straßen und öffentliche Plätze gereinigt sind. Wir tragen somit zum Wohl der Gemeinschaft bei."  Foto: 

Buchstäblich erleichtert fühlen sich die drei Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe Ulm (EBU), die am Donnerstag die erste Tour mit den neuen Restmülltonnen gefahren haben. Sie müssen keine Tonnen mehr tragen, weil nun alle Rollen haben. Bei allein 33.800 jetzt abgeschafften 35-Liter-Eimern ohne Rollen eine tatsächlich große Erleichterung. Und: Die Müllwerker müssen die Tonnen nicht mehr in die Schüttung des Müllfahrzeugs wuchten. Sie können die Behälter jetzt einfach ans Müllfahrzeug rollen und ihre Kante ebenerdig in die Schüttung einhängen. Hochwuchten, ausleeren, absetzen - das alles erledigt das Müllfahrzeug.

"Es ist sehr, sehr viel angenehmer", sagt Michele Calabrese (39), der seit 2003 bei den EBU arbeitet und auch als Fahrer des Müllfahrzeugs bei den Tonnen mit anpackt. Er staunt über die neuen Tonnen mit Rollen und Schüttkante: "Wahnsinn, was das ausmacht!" Sein Kollege Silvio Maccariello (26) strahlt: "Heute ist ein super Tag!" Nach knapp drei Stunden Arbeit spüre er schon eine deutliche Erleichterung. "Sonst war ich um diese Zeit immer schon völlig kaputt." Andreas Steffen, der Dritte im Müllfahrzeug, freut sich über die Entlastung für seinen Rücken. Nach ein paar Stunden am ersten Tag merke er davon zwar noch nichts, sagt der 26-Jährige, "aber das kommt mit der Zeit".

Das Team, das am ersten Tag im Abfuhrbezirk 8, also Söflingen, unterwegs ist, muss immer wieder Fragen von Anwohnern beantworten oder sich auch mal mit Kritik auseinandersetzen. So wie am Haus von Sibylle Schaudt. Sie hatte noch ihren alten 35-Liter-Eimer befüllt und den Müll dann in die neue 40-Liter-Tonne umgeladen. Ernüchterndes Ergebnis: Er passte nicht rein. "Und das, obwohl ich keine sperrigen Teile hatte, sondern nur formbaren Abfall", sagt sie. Dass ihr Müll nicht in die volumenmäßig größere 40-Liter-Tonne passte, liege an der Form des Einsatzes, vermutet sie. Der alte Eimer hatte gerade Wände, der neue Behälter ist oben breiter als unten. Sibylle Schaudt ärgert sich darüber. "Die Stadt hätte beim Hersteller eine andere Form verlangen und sich durchsetzen sollen."

Ihr Nachbar Kurt Braun sieht das ähnlich, auch wenn er selbst keine Probleme mit seinem 40-Liter-Behälter hatte. Ihm ist aber aufgefallen, dass am Abfuhrtag in der Nachbarschaft noch einige gefüllte alte Tonnen standen. "Die Leute meinen vielleicht, sie können sie bis zur endgültigen Abholung nutzen."

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Kommentare

04.01.2014 16:33 Uhr

Antwort auf „So was aber auch,....”

In der 40 L passen auch nur 35 L rein, zumindest wenn man es mit Wasser testet. Und dann noch die unmögliche Form.

Komisch, keinem fällt es auf, jedem ist es Wurst.

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03.01.2014 19:18 Uhr

Antwort auf „So was aber auch,....”

Richtet sollte es lauten ...(wie beim Gas bereits durchgeführt und Höchstrichterlich abgesegnet).

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03.01.2014 19:16 Uhr

So was aber auch,....

"...Sibylle Schaudt. Sie hatte noch ihren alten 35-Liter-Eimer befüllt und den Müll dann in die neue 40-Liter-Tonne umgeladen. Ernüchterndes Ergebnis: Er passte nicht rein...."

Das er nicht rein passt ist laut EBU mit Sicherheit Schuld der Bürgerinnen und Bürger, bzw. wird als deren Einbildung abgestempelt. In anderen Ländern gibt es Müllhäcksler. Wahrscheinlich wird uns jetzt nahegelegt eben solches Gerät anzuschaffen, damit der Müll in diese Spielzeugförmchen wieder reinpasst. D.h. eigentlich müssten ja 5 Liter mehr rein passen als vorher. Als Luft oder Flüssigkeiten evtl., aber die EBU wollte uns doch nicht etwa Luft verkaufen, oder? (wie beim Trinkwasser bereits durchgeführt und Höchstrichterlich abgesegnet). ;)

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