Rathaussturm in Ulm: Narren regieren bis Aschermittwoch

Seit Donnerstagabend haben die Narren die Stadt fest in der Hand. Zum 25. Bestehen des Narrenkomitees fand bei Dreckswetter der Rathaussturm statt. Letztmals übergab den Schlüssel: OB Ivo Gönner. Mit einer Bildergalerie

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Das war in jeder Hinsicht ein schmutziger Doschtig – mit Schnaps, Schneeregen und Narrentreiben. Zum 25. Bestehen des Narrenkomitees fand „bei Dreckswetter“ der Rathaussturm statt. Letztmals übergab den Schlüssel: OB Ivo Gönner.  Foto: 

Bis Aschermittwoch gelten nun andere Gesetze in der Stadt: Die Sperrzeit wird aufgehoben, die Polizei soll sich nicht mehr mit Verkehrskontrollen beschäftigen, sondern den Narren helfen. Spätheimkehrer dürfen nicht beschimpft werden, sondern man möge ihnen bei der Wiedergenesung helfen. Das verkündeten die Narren nach dem Rathaussturm, der dieses Jahr – im Wechsel mit Neu-Ulm – in Ulm stattfand. Seit 25 Jahren gibt es nun das Narrenkomitee. „Und Sie haben immer verloren in den vergangenen 24 Jahren“, sagte Klaus Mann, der Rathaussturm-Moderator der Narrenzunft Gloggabender. Er sagte es von der Bühne vor dem Rathaus hinauf zu den Oberbürgermeistern Ivo Gönner und Gerold Noerenberg auf dem Balkon.

Gönner war erneut als Ratsherr verkleidet und trug die Perücke mit langen, wallenden Locken. Ja, in einem Vierteljahrhundert Rathaussturm gehen irgendwann mal Ideen aus. Aber so ging es auch dem Neu-Ulmer Kollegen Noerenberg: Er hatte sich mal wieder seinen seriösen schwarzen Zylinder aufgesetzt.

Gönner hatte seine Rolle als gefühlt ewiger Rathauschef anfangs sehr siegessicher gespielt: Dieses Mal würde es wohl kaum gelingen, das Rathaus in Narrenhand zu geben, meinte er. Schließlich sei man heuer mit drei Oberbürgermeistern vertreten. Denn mit auf dem Balkon stand auch Bürgermeister Gunter Czisch, der am 29. Februar als neuer OB vereidigt wird. Und Gönner wird am 28. Februar im wahren Leben den Rathausschlüssel für immer aus den Händen geben.

Vorher müsse er aber noch Orden und Ordner, Geldbeutel und Computer in seinen Koffer packen, verlangten bei einem Spiel etwa die Bettl- und Haglhexa, die Kuhbergler und die Ulmer Donauhexen. Überhaupt waren bei dem „Dreckswetter“ (ein Narr) mehr Hästräger zu dem Szenario erschienen als Zuschauer. Immerhin klatschten Anita und Harald Krauch aus Burlafingen, als die Narren nach erfolgreichem Sturm mit grinsenden Masken aus den Rathausfenstern schauten.

Das Fanfarenkorps hatte bei der knapp einstündigen „Eroberung“ kräftig für Stimmung gesorgt. Dabei zeigt sich, dass es nicht nur bei den Hexen jede Menge Nachwuchs, den „Narrensamen“, gibt. Denn Trompete bliesen bereits Luca und Justin (beide sechs Jahre alt) – sowie die achtjährige Julia.

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