Protest: Kein Chlorhühnchen auf den Teller

"Keine Chlorhühnchen, kein Hormonfleisch, keine Gentechnik": Landwirte und Verbraucher aus der Region haben am Samstag in Berlin für einen Kurswechsel in der Landwirtschaft demonstriert.

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Landwirte und Verbraucher aus der Region haben in Berlin gegen die Agrarpolitik der EU demonstriert, hier stehen sie vor dem Brandenburger Tor.  Foto: 

Zusammen mit rund 30.000 Menschen haben am Samstag rund 20 Landwirte und Verbraucher aus Ulm, dem Alb-Donau-Kreis und dem Landkreis Neu-Ulm in Berlin gegen die Agrarindustrie demonstriert. Zur Teilnahme hatten hier der BUND-Regionalverband Donau-Iller und das Bündnis für eine gentechnikfreie Region Ulm aufgerufen. Veranstalter war ein überregionales "Wir haben es satt"-Bündnis mit mehr als 100 Organisationen. Anlass für die Demonstration ist die "Grüne Woche" in Berlin, eine internationale Ausstellung der Ernährungs- und Landwirtschaft.

Theo Düllmann, Sprecher des hiesigen Genfrei-Bündnisses, nennt die Schwerpunkte des Protests: Die Europäische Union in Brüssel habe vor, zwei gentechnisch veränderte Maissorten zuzulassen: "Die braucht niemand, die Landwirtschaft kommt ohne sie aus." Zudem seien die Pflanzen bisher nur von der Herstellern Monsanto und Pioneer getestet worden. Dieser gentechnisch veränderte Mais enthalte verstärkt "Gift", da die bisherigen Genpflanzen bewirkt hätten, dass das Unkraut um sie herum wilder gewachsen sei. Mit der Demonstration wollen die Kritiker den neuen Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) dazu bewegen, sich in Brüssel klar mit Nein zu positionieren.

Anderer Punkt: Das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA schade Bauern und Verbrauchern gleichermaßen. "Wir wollen keine Chlorhühnchen, kein Hormonfleisch und erst recht keine Gentechnik durch die Hintertüre." Trete das Abkommen in Kraft, würden in Deutschland und in der EU für Umwelt und Landwirtschaft verbindliche Normen aufgegeben. Das betreffe etwa den Einsatz von Grüner Gentechnik, von Hormonen und Antibiotika, "den wir abbauen wollen". In den riesigen "Agrarfabriken" in den USA dagegen sei dieser Einsatz selbstverständlich. Die Demonstranten sehen die Zukunft nicht in neuen Megaställen mit 10.000 Tieren und mehr, sondern in Familienbetrieben, die wohl 200 bis 300 Hektar haben könnten, und ökologischer Landwirtschaft mit artgerechter Tierhaltung. Beide müssten unbedingt mehr gefördert werden. Derzeit würden die meisten Subventionen in Großbetriebe fließen, "in Tierfabriken, die für den Export produzieren". Düllmann zitiert gerne einen Spruch, den er von der Staudengärtnerei Gaissmayer in Illertissen hat: "Züchtung ist eine Kulturleistung des Menschen seit Jahrtausenden. Grüne Gentechnik ist die Kultur des Kommerzes."

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