Protest zeigt Wirkung - Kasse im Weißenhorner Freibad wieder besetzt

Es läuft wieder rund im Weißenhorner Freibad: Nach Bürgerprotesten ist die Kasse nun ständig besetzt. Zudem sorgt das heiße Wetter für deutlich höhere Besucherzahlen und Einnahmen als im vergangenen Jahr.

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Badespaß in Weißenhorn: Angesichts der schweißtreibenden Temperaturen zieht es viele Menschen ins kühle Nass. Fast 50 000 Besucher haben die Tore des Freibads seit der Saisoneröffnung vor zwei Monaten passiert.  Foto: 
Als die Stadt Weißenhorn im Mai die Freibadkasse aus Kostengründen vormittags meist unbesetzt ließ, sorgte das für erhebliche Aufregung unter den Badbesuchern (wir berichteten). Nun hat die Stadt das Personal wieder aufgestockt. Das heißt: Zu den Öffnungszeiten ist ständig ein Mitarbeiter vor Ort. „Wir lernen“, sagt Bürgermeister Wolfgang Fendt.

Besonders Eltern mit Kinderwagen waren die Leidtragenden der Aktion, mit der die Stadt Personalkosten sparen wollte. Sie konnten zwar eine Karte am Kassenautomaten lösen, kamen aber mit dem Wagen nicht durch das Drehkreuz aufs Gelände. „Das war echt ein Problem“, gibt der Weißenhorner Bürgermeister zu. Zudem machte die fehlende Aufsicht es unehrlichen Besuchern leicht, etwa statt einer Erwachsenenkarte eine Kinderkarte zu lösen und damit günstig schwimmen zu gehen.

Inzwischen gibt es laut Fendt wieder eine Rundumbesetzung der Kasse. Für die Mitarbeiterin, die kürzlich in den Ruhestand gegangen war und deren Stunden von der Stadtverwaltung gestrichen wurden, ist ein neuer Mitarbeiter eingestellt worden. Damit funktioniert das Einlasssystem also wie bisher: Kommt ein Besucher nicht durchs Drehkreuz, weil er einen Kinderwagen oder eine große Tasche dabei hat, hilft das Kassenpersonal und öffnet die breite Tür zum Gelände.

Sorgen macht der Stadt laut Fendt aber der Kassenautomat, der die Mitarbeiter entlasten und zu lange Schlangen verhindern soll. Er ist immer wieder defekt und fällt damit für längere Zeit aus. Mal sei es ein steckengebliebenes Geldstück, mal die hohen Temperaturen, die dem Gerät zusetzten, erklärt der Bürgermeister. Bis dann die Wartungsfirma vor Ort sei und den Fehler behoben habe, vergehe eben Zeit. Auf die Dauer sei das kein Zustand, meint der Rathauschef: „Wir prüfen, ob der Kassenautomat erneuert werden muss.“

Erfreuliche Nachrichten hat der Bürgermeister parat, was die Besucherzahlen betrifft: Bis zum 15. Juli haben mit 47 000 Gästen schon fast so viele Menschen das Freibad besucht wie in der gesamten letztjährigen Badesaison. Damals waren es rund 52 400 Gäste. Die Einnahmen des Vorjahrs wurden sogar schon übertroffen, sagt Fendt auf Nachfrage unserer Zeitung, vermutlich weil mehr Erwachsene als 2014 das Bad besuchten und pro Eintritt mehr Geld in die Kasse geflossen ist. Insgesamt bleibt das Weißenhorner Bad aber ein Zuschussbetrieb, für den die Stadt jährlich rund 250 000 Euro ausgibt.

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