Protest im Lehrer Tal

Gartenbesitzer aus dem Lehrer Tal wehren sich gegen die Schließung des Gartenabfallplatzes „Ruhetalweg“. Laut EBU rechnet sich dieser nicht.

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„Einspruch“ gegen die Schließung des Gartenabfallplatzes Ruhetalweg an der B 10. „Ein Schock für alle Kleingärtner und Hausbesitzer in der ganzen Region, die dann nicht mehr mit ihrem Handwagen die Abfälle auf den Platz bringen können.“ So steht es in einem handgeschriebenen, anonymen Schreiben der „Lehrertaler Bürger“ an die Entsorgungsbetriebe Ulm (EBU).

Dabei ist schon seit gut einem Jahr bekannt, dass der Recyclinghof Örlinger Tal am 30. Juni geschlossen wird, weil dafür kein Platz mehr ist, wenn anstelle des ehemaligen Klinikums Wohnungen gebaut werden. Der Betriebsausschuss Entsorgung des Ulmer Gemeinderats hatte der ersatzlosen Schließung des Recyclinghofes Örlinger Tal zugestimmt.

EBU-Abteilungsleiter Lutz Schönbrodt erklärt, dass der Gartenabfallplatz Ruhetal mit dem Recyclinghof Örlinger Tal zusammenhängt. Der Hauptgrund der Schließung sei aber die schlechte Auslastung. Dort würden nur drei Prozent der Gesamtmenge nichtholziger Grünabfälle im Stadtgebiet gesammelt.

Da die derzeit noch acht Gartenabfallplätze aufgrund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit – es wurden auch Holziges und Müll abgeladen – nur noch unter Aufsicht geöffnet sind, lohne sich der Personalaufwand im Ruhetalweg nicht. Schönbrodt: „Die Personalkosten dort liegen bei 100 Euro pro Tonne Grüngut, der Durchschnittswert bei den übrigen Gartenabfallplätzen beträgt nur 40 Euro pro Tonne.“ Die EBU haben aber, bevor die Schließung beschlossen wurde, versucht, ein oder zwei Hobbygärtner aus der Kleingartenanlage Lehrer Tal zu gewinnen. Hätten diese ehrenamtlich den Grüngutplatz beaufsichtigt, hätte dieser offen bleiben können. „Aber es fand sich niemand.“

Vielmehr drohen die Lehrertaler nun damit, dass sie Widerspruch einlegen wollen – „auf höchster Ebene“. Schönbrodt bleibt unbeeindruckt und empfiehlt: 1. die Gartenabfallplätze Eselsberg und Jungingen, 2. die Biotonne, 3. den Gartenabfallsack für 3,60 Euro, 4. den Grüngut-Abholservice für 25 Euro pro bis zu zwei Kubikmeter Grüngut.

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Kommentare

24.05.2013 10:24 Uhr

Warum nicht neu zuordnen?

Mal nur so zur Anregung: Wieso kann man den Grüngutplatz im Lehrertal nicht dem Recyclinghof "In der Wanne" zuordnen? Oder bestehen hier auch schon Pläne, diesen zu schliessen?
Viele Gartenbesitzer im Ruhetal waren schon verärgert genug, dass der Häckselplatz an der Trommelwiese aufgegeben wurde. Jetzt fällt auch noch der am Lehrertal weg. Ich finde es unverschämt, was die Stadt hier auf dem Rücken der Kleingartenbesitzer im Ruhe-, Lehrer und wohl auch Örlinger Tal betreibt.
Und schliesslich bleibt noch die Frage, was aus dem für den Grünplatz extra betonierten Grundstück passiert. Wird das jetzt mit wieder erheblichem finanziellen Aufwand rückgebaut oder bleibt es als Zeugnis ulmer Schildbürgertums erhalten?

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24.05.2013 10:03 Uhr

Wer soll sich da aufregen

wenn jemand seinen Rasen nicht jede Woche zweimal mäht, außer die Leute selber, die wollen ja unbedingt einen Golfrasen und rattern mit ihren stinkenden Rasenmähern los ohne Rücksicht auf das Ruhebedürfnis der Nachbarn. Das abgemähte Gras liegen lassen, nennt man Gründüngung, aber die Kehrwochen gewohnten Schwaben würden den Rasen am liebesten noch mit dem Staubsauger absaugen (kein Witz, mein Nachbar macht das).

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24.05.2013 06:31 Uhr

.... und täglich grüsst das Murmeltier!

Das scheint die neue Masche der EBU zu sein , es werden alle Gartenabfallplätze der Kleingartenvereine geschlossen , um dann wiederum :

......3. den Gartenabfallsack für 3,60 Euro, 4. den Grüngut-Abholservice für 25 Euro pro bis zu zwei Kubikmeter Grüngut......

schlichtweg Kohle zu machen!

So nach dem Motto : Mit wenig Auffand , das Maximale erziehlen!

DAbei sollte vielleicht mal erwähnt werden , das öffentliche Grünanlagen der Stadt teilweise garnicht mehr gemäht werden und falls doch , dann wird das ca. 1,50 m hohe Gras einfach liegengelassen zum faulen!
Würde das der Ottonormalverbraucher machen , dann würde gleich das Ordnungsamt einschreiten und mit hohen Strafen drohen , aber die Stadt selber kann ja tun und lassen was sie will......

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