Projekt "Emil": Schon im Kindergarten richtig streiten lernen

Wer früh richtig zu streiten lernt, kommt besser durchs Leben, sagen Ulmer Lernforscher. Sie haben ein entsprechendes Programm entwickelt. Es schult Pädagogen darin, diese Fähigkeiten bei Kindern im Kindergartenalltag zu fördern.

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Wutanfälle bei kleinsten Gelegenheiten, unnachgiebiger Streit um Spielzeug, kein Spiel zu Ende spielen – diese Situationen erleben Erzieherinnen im Kindergarten täglich. Denn Kinder lernen erst im Verlauf ihrer Entwicklung, Konflikte zu lösen und Rücksicht zu nehmen. Wer das gut kann, so zeigen Studien, kann besser lernen, ist später beruflich erfolgreicher und gesünder. Das landesweite Projekt „Emil“ schult Pädagogen, diese Fähigkeiten bei Kindern im Kindergartenalltag zu fördern. Entwickelt wurde es im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung vom Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen am Uni-Klinikum Ulm unter Leitung von Prof. Manfred Spitzer.

Um zusammen zu spielen, Konflikte zu lösen und gemeinsame Ziele zu verfolgen, brauchen Kinder die Fähigkeit, vorausschauend zu denken und eigene Impulse zu hemmen. „Die Gehirnforschung nennt diese Fähigkeiten Selbstregulation. Sie ist Grundlage für einfühlsames und situationsangemessenes Handeln“, erklärt Spitzer. Diese Fähigkeiten lassen sich im Kindergartenalltag fördern: Durch den Tagesablauf, die Nutzung der Räume, durch spezielle Spiele und eine angemessene Haltung gegenüber den Kindern.

Wie das geht, vermitteln die so genannten Emil-Qualifizierungen. „Wenn eine Erzieherin weiß, dass bestimmte Fähigkeiten sich ganz langsam entwickeln müssen, kann sie gelassener bleiben und diese Entwicklung besser fördern. Sie kann den Kindern helfen zu lernen, wie sie ihre Streitigkeiten selbst schlichten können, statt ihnen diese Herausforderungen abzunehmen“, sagt Projektleiterin Laura Walk.

Die Wirksamkeit des Konzepts wurde von den Lernforschern evaluiert. Es habe sich gezeigt, dass Kinder, deren Erzieher am Programm teilgenommen hatten, sich bei Spielen besser abwechselten und sich stärker in andere hineinversetzen konnten. Landesweit wurden bereits 300 Fachkräfte geschult.

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