Produzent von Sattelaufliegern startet mit zwei Werken bei Günzburg

Der chinesische CIMC-Konzern geht mit seinem neuen Werk für Sattelauflieger an der A 8 bei Günzburg an den Start. In der Nachbarschaft wurden noch Flächen für die Fertigung von Kühlfahrzeugen gemietet.

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Blick auf das neue Anhängerwerk an der A-8-Anschlussstelle Günzburg: links das Bürogebäude, rechts die Produktion.  Foto: 

Der neue regionale Hersteller von Sattelaufliegern CIMC Silvergreen hat über den Jahreswechsel die Verwaltung von Neu-Ulm an den Standort Günzburg verlegt und startet im Februar mit der Produktion. Das Unternehmen, das zum chinesischen Konzern China International Marine Containers (CIMC, Shenzhen) gehört, hatte im Herbst 2012 mit dem Bau eines Trailer-Werks direkt an der A 8 begonnen, das nun fertig ist.

Das Werk an der Silvergreen-Straße hat eine Kapazität von 10.000 Einheiten jährlich. Nach einer Testphase soll im April die eigentliche Serienfertigung anlaufen. Das Unternehmen, das mit klimaneutralen Anhängern - daher das "Grün" im Namen, Silber steht für Technologie - an der Konkurrenz vorbeiziehen möchte, hat in unmittelbarer Nachbarschaft sogar noch ein zweites Werk für Kühlfahrzeuge hinzugemietet. In den ehemaligen Mengele-Hallen, die inzwischen der Alko-Gruppe gehören, hatte die Firma Kässbohrer zeitweise Tank- und Silofahrzeuge produziert. Silvergreen will dort ebenfalls im Februar mit der Produktion beginnen.

Silvergreen-Sprecher Andreas Lubitz sagte, die Fertigung von Kühlanhängern werde aus Holland nach Günzburg verlegt. Durch die Kombination mit dem neuen Trailer-Werk ergäben sich Vorteile bei der Logistik. Die aus Österreich angelieferten und teilweise in China vorproduzierten Rahmen werden somit nur noch an einem einzigen Standort benötigt: "Wir brauchen weniger Transport."

Dies entspreche den Umweltzielen. So erhielt Silvergreen zuletzt zwei Umweltpreise: für einen klimaneutralen Planenauflieger den Europäischen Transportpreis für Nachhaltigkeit 2014, außerdem gab es beim Online-Voting "World you like challenge" unter 190 Klimaprojekten Platz eins in Deutschland und europaweit immerhin Rang zwei.

Im Hauptwerk entstehen mehrere Fahrzeugtypen: normale Planensattelauflieger, Chassis für das Aufsetzen von Seecontainern sowie Wechselbrücken. Fahrzeuge für Trockenfracht werden zum Zweitstandort verlegt, weil der Kofferaufbau ähnlich ist wie bei Kühlfahrzeugen.

Wegen des Anlaufs der Produktion fährt Silvergreen auch den Personalstand hoch. Aus Neu-Ulm ziehen etwa 70 Mitarbeiter nach Günzburg um, die sowohl die neuen Fahrzeuge als auch die Fabrik entwickelt haben. In einem ersten Schritt wird das Personal auf etwa 150 Mitarbeiter aufgestockt, im Endausbau sind rund 300 Beschäftigte geplant.

CIMC hatte das Projekt geplant, nachdem der internationale Konzern bei der zweiten Kögel-Insolvenz nicht zum Zuge kam und der traditionsreiche Ulmer Trailer-Produzent mit Hauptwerk Burtenbach an Humbaur ging. Es waren dann vor allem frühere Kögel-Mitarbeiter, die nur einen Steinwurf entfernt vom früheren Kögel-Werk im Industriegebiet Donautal mit der Entwicklung der Silvergreen-Trailer begannen. Die Präsentation fand auf der letzten IAA Nutzfahrzeuge in Hannover statt. Da war noch Peter van der Burg als Partner von CIMC mit an Bord. Er hat die Anteile des deutschen Unternehmens - nicht jedoch der Aktivitäten in Benelux - an CIMC verkauft. Investition in Günzburg: rund 30 Millionen Euro, Fläche etwa 10 Hektar.

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Kommentare

03.01.2014 12:35 Uhr

Wiederholte Sabotage

Worin sich Frau Kögel, zwei damalige Betriebsräte, der einstige Personalleiter sowie der Verantwortliche für die Betriebsorganisation bereits Anfang der 1990er Jahre einig waren, bleibt auch für die künftige Fertigung von Trailern bei Silvergreen maßgeblich. Noch heute zu behaupten, besagter Kreis hätte sich aus der Not geboren Kriterien für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens lediglich ausgedacht, die bereits deshalb von keinem zu erfüllen waren und insofern zwingend in die Insolvenz der früheren Kögel AG einmünden mussten, geht geradewegs in die Irre und sabotiert zum wiederholten Mal einen Ansatz, industrielle Arbeit auf der Grundlage längst gesicherter Erkenntnisse regional notwendig zu restrukturieren.

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