PRO 23 UHR Ein Festtag, den alle genießen können

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Endlich – werden viele Bewohner der Innenstadt sagen. Es ist zu hoffen, dass ein früheres Ende mäßigend auf die Alkoholzufuhr derer wirkt, die nur wegen der grenzenlosen Möglichkeiten, sich volllaufen zu lassen, zum Schwörmontag kommen. Das damit verbundene Sinken der Hemmschwellen schadet dem Schwörmontag in seiner Bedeutung als Fest der Ulmer Bürger. Je später eine derartige Veranstaltung beendet wird, desto mehr wird getrunken, die Lautstärke wächst, die Neigung, sich rücksichtsvoll zu verhalten, sinkt. Die Folgen dieses Verhaltens beseitigen die Bewohner und nicht zuletzt die Mitarbeiter der EBU. Das ist nicht nur unappetitlich, sondern kostet auch viel (Steuer-)Geld.

Es muss sehr nachdenklich stimmen, wenn viele Ulmer die Stadt am Schwörwochenende verlassen, anstatt fröhlich mitzufeiern. Und nicht jeder Innenstadt-Bewohner kann einfach mal so verreisen. Es gibt Menschen, die anderntags arbeiten müssen, denen schlicht und einfach das Geld fehlt für Kurzreisen, Menschen, die krank sind, und nicht zuletzt Schulkinder, die am Morgen danach zur Schule müssen. Alle haben ein Recht auf Nachtruhe.

Das ganze Wochenende ist in der Innenstadt Hochbetrieb: Lichterserenade, Open-Air auf dem Münsterplatz – Veranstaltungen, nach deren offiziellem Ende nicht die viel verhöhnte Friedhofsruhe eintritt. Das verlangt und erwartet auch kein Innenstadt-Bewohner. Die Auswüchse der letzten Jahre haben dazu geführt, dass für Familien die Innenstadt am Abend des Schwörmontags tabu ist. Das darf so nicht toleriert werden. Schwörmontag ist nicht dazu da, Gaststätten und Kneipen zu einem extra Umsatz zu verhelfen. Er hat einen anderen Sinn.

Die Wirte selbst hätten es zum Teil in der Hand gehabt, die Entwicklung des Schwörmontags zu einer nächtlichen Krawallveranstaltung zu verhindern. Viele Vorschläge zu einer anderen, freundlicheren und friedlicheren Gestaltung wurden verlacht und nie ernsthaft in Betracht gezogen. Lag es womöglich daran, dass damit nicht so viel Profit gemacht werden könnte?

Es ist zu hoffen, dass mit dem Ende 23 Uhr der Schwörmontag wieder ein Ulmer Festtag wird, den alle genießen können. Zwischen dem Ende des Nabada und 23 Uhr bleibt wirklich genug Zeit, seinen Durst zu löschen.

URSULA GIRMOND, Verein „Leben in der Stadt“ (Leise)

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