Flagge zeigen für Joachim Gauck

Ulm.  Joachim Gauck muss Bundespräsident werden: Mit einer Demonstration am Montag auf dem Marktplatz will ein Ulmer Aktionsbündnis dafür werben.

"Ulm für Gauck" nennt sich ein dieser Tage gegründetes Kurzzeitbündnis. Man könnte vermuten, dass SPD oder Grüne dahinterstecken, die auf diese Weise für ihren Kandidaten für die am 30. Juni stattfindende Bundespräsidentenwahl werben wollen. Dem ist nicht so. Es handelt sich vielmehr um "eine spontane Idee zweier überzeugter Demokraten", sagt Andreas Beier, einer der beiden Initiatoren. Beier ist in der Region kein Unbekannter. Viermal hat der 38-jährige Polizeibeamte aus Dornstadt bereits als unabhängiger Einzelbewerber für den Deutschen Bundestag kandidiert, freilich ohne den Hauch einer Chance. Zweiter im Bunde ist Uwe Beck, hauptberuflich Pastoralreferent beim katholischen Dekanat Ehingen/Ulm.

Für nächsten Montag, 18.30 Uhr, rufen Beier und Beck zu einer Demonstration auf dem Marktplatz auf. Sie rechnen mit 500 Teilnehmern. "Die Bevölkerung ist sensibel für das Thema geworden", sagt Beck. In 28 Städten habe es bereits ähnliche Kundgebungen gegeben, das Gros der Bevölkerung sei eindeutig für Gauck. "Da sollten wir auch in Ulm ein Zeichen setzen", findet Beier. Schließlich beeinflusse Volkes Stimme auch die Stimmung der 1244 Wahlmänner und -frauen.

Als Gastredner haben die Initiatoren Paul Dieterich gewonnen - nachdem der zunächst angefragte SPD-Grande Erhard Eppler abgesagt hatte. Dieterich, ehedem Geschäftsführer im Haus der Begegnung sowie Münsterpfarrer, trete ebenso wie das Aktionsbündnis für mehr Bürgerbeteiligung ein und werde erklären, warum er sich für den "Bürgerpräsidenten" Gauck einsetze. Zudem werde es auf dem Marktplatz Videoeinspielungen geben, in denen Gauck selbst zu Wort kommt.

Was die beiden Initiatoren antreibt? "Wir glauben, dass Joachim Gauck in unserer jetzigen Situation der geeignete Bundespräsident für die Menschen in Deutschland ist", sagt Beck. Gegen den CDU-Kandidaten Christian Wulff haben er und Beier grundsätzlich nichts einzuwenden, wohl aber gegen die Art des Zustandekommens seiner Kandidatur. "Wulff ist ein reiner Parteienkandidat, den sich Merkel, Westerwelle und Seehofer im Hinterstübchen ausgeguckt haben", sagt Beier. "Das hat mit echter Demokratie nichts zu tun."


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Autor: CHRISTOPH MAYER | 24.06.2010

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