Polizist wegen Körperverletzung vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen Polizisten aus Illertissen erhoben. Der Beamte soll einen Mofafahrer mit Pfefferspray attackiert haben.

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Körperverletzung im Amt. Das wirft die Staatsanwaltschaft einem Beamten der Polizeiinspektion Illertissen vor. Der Polizist muss sich deshalb vor dem Amtsgericht Neu-Ulm verantworten. Das hat Amtsgerichtsdirektor Thomas Mayer auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt. Die Verhandlung ist laut Mayer bereits terminiert. Sie findet am Dienstag, 23. September, um 14 Uhr statt.

Laut Gericht soll der Polizist einem jungen Mofafahrer mit Pfefferspray ins Gesicht gesprüht haben. Der Vorfall habe sich bereits im November vergangenen Jahres in Bellenberg ereignet. An jenem Tag war einer Polizeistreife ein Mofafahrer aufgefallen, der mit hoher Geschwindigkeit und ohne angebrachtes Versicherungskennzeichen durch Bellenberg fuhr. Die Beamten gaben ihm ein Signal, anzuhalten. Doch der Versuch, den Mofafahrer zu stoppen, schlug zunächst fehl. Der junge Mann türmte. Mit Tempo 90 raste er auf seinem frisierten Zweirad durch den Ort.

Die Polizisten nahmen die Verfolgung auf. Als sie auf gleicher Höhe mit dem Mofafahrer waren, soll der nun angeklagte Beamte vom Beifahrersitz des Streifenwagens aus den Flüchtigen attackiert haben. Laut Anklage sprühte er dem jungen Mann bei voller Fahrt Pfefferspray ins Gesicht – durch das geöffnete Helmvisier des Zweiradfahrers. Der junge Mann soll ins Straucheln geraten sein und das Polizeiauto touchiert haben. Ob und wie stark er verletzt wurde, ist nicht bekannt.

Der Vorfall ist laut Gericht dem bayerischen Landeskriminalamt gemeldet worden, dessen Beamte daraufhin gegen den Illertisser Kollegen ermittelt und ihre Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet haben. Die Behörde hat nun Anklage gegen den Polizisten erhoben. Hintergrund: Der Mofa-Fahrer hat sich bereits vor einigen Wochen vor dem Jugendgericht Neu-Ulm verantworten müssen, weil er sein Zweirad frisiert und zum Tatzeitpunkt kein gültiges Kennzeichen angebracht hatte. Er wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

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