Polizei gibt Tipps: Keine Chance für Einbrecher

Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Geschäfte ist in Ulm stark gestiegen. Manche Tat ließe sich durch wenige Handgriffe verhindern.

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Die Einbruchserie in Geschäfte in der Innenstadt hat auch Optikermeister Thomas Oßwald beunruhigt. Er ließ sich von der Polizei beraten, wie er seine Geschäftsräume besser sichern kann. „Manches war ganz einfach und kostenlos“, erzählt er. Zum Beispiel: Wertsachen wie Laptops nicht offen herumliegen lassen, wachsamer sein, sämtliche Türen im Haus abschließen. Auch baulich ließ der Optiker einiges verbessern. Mit geringem finanziellen Aufwand wurden etwa das Türschloss nachgerüstet und Fenster zum Hof gesichert.

Allein bis November registrierte die Ulmer Polizei in diesem Jahr 300 Wohnungseinbrüche. Das sind 40 Prozent mehr als 2012, das wiederum um 37 Prozent über dem Vorjahr lag, berichtet Kripo-Chef Bernd Ziehfreund. Rund ein Drittel aller Taten bleibe im Versuchsstadium stecken: weil Sicherungen den Einbruch schwer machen, weil die Täter von Zeugen gestört werden.

Die Statistik zeigt: Nicht jeder Einbruch kann verhindert werden. Die Zahl der gescheiterten Einbrüche könnte bei besserer Vorbeugung aber höher sein, meint die Polizei. Zum einen komme es auf das eigene Verhalten an, also: Türen abschließen, Fenster beim Verlassen der Wohnung nicht einmal gekippt lassen, aufmerksam sein, wenn sich in der Nachbarschaft Ungewöhnliches tut und den Verdacht umgehend melden – „lieber einmal zu viel“. Zum anderen spiele die Sicherungstechnik eine Rolle: Schlösser, Einbruchmeldeanlagen, Überwachungssysteme. Das kann durchaus ins Geld gehen, sagt Ziehfreund. Geschäftsleute müssten aber auch einen eigenen Beitrag zur Sicherheit leisten. „Es ist schwer nachvollziehbar, dass die Bereitschaft, in Sicherheitstechnik zu investieren, gering ist selbst bei einem Warenwert von mehreren 100.000 Euro.“

Von Privatleuten höre er oft: „Bei mir gibt’s eh nichts zu holen.“ Täter richteten aber Schaden an, ganz abgesehen davon, dass sich viele Menschen nach einem Einbruch nicht mehr sicher fühlen. Die Polizei bietet in ihrer Beratungsstelle kostenlose, umfassende Hilfe an. Sie ist immer gefragter. In diesem Jahr zählt die Polizei bereits 290 Beratungen, ein Viertel mehr als früher. Bei Schlössern sollte man zum Beispiel darauf achten, dass der Zylinder nicht vorsteht und damit angreifbar für Werkzeug wird, erklärt Bernd Wieser. Das Schloss sollte von innen verschraubt sein und möglichst einen Bohrschutz besitzen, damit es nicht durchbohrt werden kann.

Info
Die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle für Ulm und Alb-Donau-Kreis ist unter Tel. (0731) 188 18 18 zu erreichen. Dort können auch Hausbesuche vereinbart werden.


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Kommentare

12.12.2013 09:27 Uhr

Was wirklich hilft ist Lärm.

Alles was geknackt werden soll/kann, muss vorher viel Lärm machen (Metallgitter oder Rolladen). Alles andere ist humbug und schreckt nicht ab. Auch das oftmals hoch gelobte "uneinsehbare Grundstück" ist eine Einladung für ungebetene Gäste.

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