Polizei baut Abteilung für Cyber-Crime aus

Tatort Internet: Die Polizei berichtet von deutlich zunehmenden Straftaten und baut deshalb ihre Abteilung zur Aufklärung von Cyber-Crime aus.

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Neue Abteilung Cyber-Crime  Foto: 

Fast 2700 Straftaten hat das für Neu-Ulm zuständige Polizeipräsidium Schwaben Südwest in Kempten im vergangenen Jahr im Internet registriert. Eine Zahl, die in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat und ganz verschiedene Deliktarten kennt. Um die komplizierteren aufzuklären, hat der Freistaat bereits im vergangenen Jahr mehr als 300 IT-Spezialisten eingestellt – eine Stelle gibt es auch in Neu-Ulm, die jetzt neu ausgeschrieben wird.

Eine Entwicklung, die ganz generell die Polizei erfasst hat. Mit Umsetzung der Polizeireform vor anderthalb Jahren wurden auch bei den Polizeipräsidien in Baden-Württemberg ähnliche Spezial-Abteilungen aufgebaut. In Ulm sind in der dafür zuständigen Kriminalinspektion 15 Beamte zusammengefasst, einer davon ist ein IT-Spezialist, zwei weitere folgen demnächst. Insgesamt hat das Präsidium 60 Kriminalbeamte, die durch Zusatzausbildungen über spezielle Kenntnisse zur Internet-Kriminalität verfügen.

Gesucht wird derzeit für die Kriminalpolizei Neu-Ulm ein IT-Fachmann, der im Laufe eines Jahres zu einem vollständigen Kriminalbeamten ausgebildet wird – allerdings mit dem Schwerpunkt Internet-Kriminalität, die immer spezieller wird, weshalb es immer besser ausgebildetere Spezialisten braucht, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Mehr als 90 Prozent davon sitzen im östlichen Ausland.

Eine der ganz typischen Vorgehensweisen ist das Ausspähen von persönlichen Daten über das Netz. Mit den gewonnenen Informationen beispielsweise über Kreditkarten bestellen die Täter im Netz auf fremde Rechnung oder erstellen Duplikate, mit denen dann im Ausland das betreffende Konto geplündert wird. Aber auch die gerade von jungen Menschen genutzten sozialen Netzwerke wie Facebook sind immer öfter Ziel von Tätern.

Die Zahlen steigen, sagt die Polizei, vor allem jene Fälle mit Paysafe-Karten. Der Täter schleicht sich in das Facebook-Profil seines Opfers ein, nimmt in dessen Namen, aber ohne dessen Wissen Kontakt mit dessen Freunden auf. Er bestellt im Internet Waren, bekommt einen Bezahlcode, schickt diesen unter einem Vorwand an einen „Freund“ auf Facebook, der den Code per Handy bestätigt und somit praktisch die Bezahlung vornimmt.

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