Podiumsdiskussion an der Valckenburgschule über Flüchtlingspolitik

Unruhiges Gemurmel geht hier und da noch durch die Reihen. Die letzten Schüler finden ihre Plätze. Einige schauen schon erwartungsvoll nach vorne und freuen sich auf die bevorstehende Veranstaltung. Und dann geht es los.

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Als Schulleiter Jan-Stefan Hettler auf die Bühne geht, verstummen die letzten Gespräche endgültig und die Schüler richten ihre Aufmerksamkeit nach vorne. Die Diskutanten werden auf die Bühne gebeten und die Veranstaltung zum Thema Flüchtlingspolitik ist eröffnet.

An der Valckenburgschule Ulm fand für die Schüler der 12. Klasse des beruflichen Gymnasiums eine Podiumsdiskussion statt. Als Vertreter ihrer Parteien waren Philip Merkle (Grüne Jugend), selbst Schüler der Valckenburgschule, Matthias Lamprecht (Jusos) und Florian Schirmer (Junge Union) dabei. Sie nahmen den Platz der Diskutanten auf dem Podium ein.

Das Thema der Podiumsdiskussion, Flüchtlingspolitik, wurde von den Schülern im Voraus ausgewählt. Dies geschah mittels einer Abstimmung, die die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Themen bot. Die Schüler haben sich in Verbindung mit der Veranstaltung auch im Gemeinschaftskundeunterricht mit dem Thema auseinandergesetzt und Fragen an die Politiker gesammelt.

Moderator Axel Malsch, Lehrer für Geschichte und Gemeinschaftskunde, stellte die ersten Fragen und gab den Politikern die Möglichkeit, Stellung zu beziehen. Anschließend waren die Schüler dran, sich in die Diskussion einzubringen.

Schon nach kurzer Zeit waren sich alle in einem Punkt einig: Deutschland braucht die Flüchtlinge, da wir eine schrumpfende Gesellschaft sind und der Fachkräftemangel wächst. Auch kulturelle Vielfalt sei keineswegs ein Nachteil, sondern ein Gewinn.

Thematisiert wurden auch Vorbehalte in der Gesellschaft gegenüber Flüchtlingen. Stark in der Kritik waren hier die fast täglichen Anschläge auf Asylbewerberheime. Die Frage, ob dies schon eine Form des Terrorismus sei, wurde von allen Seiten bejaht. Die Politiker brachten ein, dass jeder sich zuerst selbst ein Bild vom Geschehen machen solle. Etwa ein Flüchtlingsheim besuchen oder an gemeinsamen Veranstaltungen mit Flüchtlingen teilnehmen. Indem man sich selber ein Bild macht, könne Vorbehalten und kursierenden Gerüchten entgegengewirkt werden.

Im Zusammenhang damit wurde die Aussage: "Die Flüchtlinge sind wie du und ich, nicht besser und nicht schlechter" geäußert. Sie verdeutlicht die Einstellung, die die Politiker gegenüber Flüchtlingen vermitteln wollen. Sie wünschen sich Offenheit und Toleranz aus der Bevölkerung.

Auch die Schüler brachten einige Fragen ein. So wurde unter anderem die Diskussion über Waffenlieferungen in Kriegsgebiete vertieft. Die Politiker erläuterten die komplexe Lage. Sie gingen dabei auch auf den Waffenlobbyismus in Deutschland ein. Dabei erklärten sie den Schülern die Problematik, die hinter den Waffenlieferungen in Kriegsgebiete steckt.

Bezüglich dieses Punktes waren die einzelnen Vertreter einmal nicht einer Meinung, sondern vertraten zum Teil unterschiedliche Ansichten. Der Unionspolitiker Schirmer brachte hierzu ein, dass Waffenlieferungen in Kriegsgebiete nicht immer zwangsläufig im Zusammenhang mit dem dortigen Kriegsgeschehen stünden. Deutschland exportiere größtenteils großkalibrige Waffen. In Kriegsgebieten würden jedoch vorrangig kleinkalibrige Waffen zum Tod vieler Menschen führen. Lamprecht und Merkle distanzierten sich von dieser Aussage. Trotz allem waren die Politiker sich einig, dass Waffenlieferungen nicht zu einem baldigen Kriegsende beitragen.

Auf die Frage, wie es in Deutschland in zehn Jahren aussehe, hatten die Politiker alle keine sichere Antwort. Doch eines haben sie klar gemacht: Sie möchten zuversichtlich und ohne Vorbehalte in die Zukunft schauen und dies auch den Schülern vermitteln und weitergeben.

Belana Debor, Valckenburgschule.

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