Ping Pong einer Weltmusikerin

Sie ist Jazz-Sängerin, Jodlerin, Filmemacherin, Performancekünstlerin - Erika Stucky ist überhaupt großartig. Ein Gastspiel im Pfleghof.

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Die Schweizer Allroundkünstlerin Erika Stucky im Pfleghof. Foto: Lars Schwerdtfeger

Die Schweizer Künstlerin Erika Stucky, geboren in San Francisco und Jahre später im Oberwallis aufgewachsen, ist eine von diesen wunderbaren Figuren der Musikszene, die sich nicht klassifizieren lassen. Ist sie Jazz-Sängerin oder Jodlerin, zählt sie nun auch zu den Filmemacherinnen, oder gehört sie zu den Handorgelspielerinnen? Ist sie Schauspielerin oder Performancekünstlerin? Sie ist alles zusammen und eine Weltmusikerin, die ihre vielen Talente im aktuellen Programm "Ping Pong" auch im dicht besetzten Langenauer Pfleghofsaal auszuleben wusste.

Ihr Produzent und Musikerkollege Knut Jensen hat Querflöte studiert und arbeitet als Sounddesigner und Theater-Komponist. In Langenau spielte er auf der Ukulele und mit dem Laptop. Im spielerischen Wechsel erfanden beide Künstler Übergänge und Abfolgen neu und spielten sich die Bälle zu. Jensen fand auf seinem Rechner dafür die passenden Klänge und überraschte Erika Stucky auch manchmal mit seinen musikalischen Vorschlägen.

Er begann mit ein paar Tönen auf der Ukulele, die zu einem Loop ausgebaut wurden, über den er wieder neue Musik spielte. Plötzlich ertönten jodelartige Klänge aus der Garderobe, gemischt mit dem rhythmischen Klappern von Porzellantellern, mit denen Erika Stucky, mit Langenauer Kirschblütenzweigen im Haar, wie eine Schamanin auf die Bühne gekrochen kam. Und dann sang sie auf Amerikanisch, sprach Walliserdeutsch, hatte die Jodelklänge in einem kleinen Gerät aufgezeichnet und im T-Shirt auch noch die Fernbedienung versteckt, mit der sie einen Beamer bediente, der ihre trashigen Filme auf dem Hintergrund projizierte.

Das ist verwirrend und toll zugleich. Sie singt im Honolulu-Style, mixt Pink Floyds "Shine On Your Crazy Diamond" mit "Moon River" von Henry Mancini, röhrt mit souliger Stimme Eigenes im Wechsel mit jazzigem Scat-Gesang und landet nach den "Streets of Philadelphia" von Springsteen beim Kinderlied "Do Your Ears Hang Low". Das ist großartig und steigert sich bis zur Zugabe, wo beide Künstler im Wechsel "Across the Universe" von den Beatles und die "Bohemian Rhapsody" von Queen kunstvoll vermengen. Dann jodelt sie noch. Und auch das kann sie großartig!

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