Pimpy Panda am Blautopf

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2013 stand er mit dem Robin-­Thicke-Cover „Blurred Lines“ als Kandidat in der TV-Show „The Voice of Germany“ auf der Bühne – und musste vorzeitig seinen Abschied nehmen. Dass das zwar das Aus für den schnellen Ruhm bringen kann, jedoch nicht in einer Sackgasse enden muss, bewies Nico Gomez (26) aus Euskirchen im Rheinland, der Samstagabend als Leadsänger und Publikumsanimateur der in südlichen Gefilden eher unbekannten Band Pimpy Panda die Gäste zum Tanzen vor der Sommerbühne am Blautopf holte.

Die seit 2015 existierende Band zu engagieren, sei ein Wagnis: Man wolle die Sommerbühne als Institution etablieren, auch wenn mit etwa 200 Gästen letztlich nur ein „handverlesenes Kennerpublikum“ gekommen sei, so Veranstalter Peter Imhof. Mit dem Southern Rock der Lokalmatadoren Rattlesnake setzte man im Vorprogramm auf eine sichere Bank. Unnötig, denn wenn Pimpy Panda einen größeren Namen hätten, könnte das internationale Septett große Hallen beschallen.

Dabei gelingt ihnen nahezu die Quadratur des Kreises: gleichzeitig retro und hip zu sein. Spielwitz trifft auf Können trifft auf Souveränität, wobei letztere bei so jungen Musikern erstaunen mag. Aber Bandchef und Bassist Daniel Hopf (32) hat eine klare Vision. Pimpy Panda spielen Funk, Soul und R’n’B, der so klingt, als ob die Level 42 der frühen 1980er Jahre sich die AOR- und Melodic-Rock-Elemente von Toto geborgt hätten.

Die Band hebt sich wohltuend ab

Eindrucksvoll nachzuhören auf Instrumentals wie „Froot Loops“, das sich auf dem Studioalbum „Pandrenalin“ befindet. Der Titelsong macht Anleihen beim deutschsprachigen Dancehall, in den Gomez dezente Deutschrap- und Beatbox-Einlagen einfließen ließ. Vielseitigkeit an allen Ecken, die sich mit der stimmgewaltigen Sängerin Alana Alexander im jazzigen Arrangement des Gnarls-Barkley-Klassikers „Crazy“ entlud – veredelt von Santana-artigen E-Gitarrensoli von Alexander Lipan und Tobias Müller.

Dieser Newcomer-Band, die sich so wohltuend vom Einerlei vieler Alternative- und Cover-Rock-Bands abhebt, etwas Nachteiliges nachzusagen, fällt sehr schwer. Selbst die Abmischung sorgte für differenzierten Wohlklang. Nur auf Platte dürfte das Ganze vielleicht etwas weniger brav klingen. Mit einer rockenden Bearbeitung des aus Star Wars bekannten „The Imperial March (Darth Vader´s Theme)“, bei der Simon Oslender das Hauptriff auf einer Hammondorgel runterrotzte, verabschiedeten sich die Pandas. Gomez hat definitiv den richtigen Weg eingeschlagen.

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