Peter Hurler: Managementforum wird fortgesetzt

Dr. Peter Hurler ist seit kurzem in Ruhestand - das von ihm geschaffene Managementforum der Hochschule Neu-Ulm wird aber fortgesetzt.

|
Vorherige Inhalte
  • Jetzt im Ruhestand: Dr. Peter Hurler. 1/2
    Jetzt im Ruhestand: Dr. Peter Hurler. Foto: 
  • Theo Waigel 2/2
    Theo Waigel Foto: 
Nächste Inhalte

Die Schar der Referenten war illuster über all die Jahre: Ex-Finanzminister Theo Waigel, Norbert Walter von der Deutschen Bank, der äthiopische Prinz Asfa-Wossen Aserate, Pokerweltmeister Stefan Kalhamer, der Pädagoge Bernhard Bueb, der Theologe Baldur Kirchner oder auch der Langstreckenradler Hardy Bögel füllten den Hörsaal – immer am Freitagabend, wenn Dr. Peter Hurler zum Management-Forum in die Hochschule Neu-Ulm eingeladen hatte. Für Manfred Spitzer musste gar das Auditorium erweitert werden; die Theorie des Ulmer Professors, dass Computer und Smartphones die Kinder verdummen, wollten über 600 Zuhörer miterleben. „Wir mussten den Vortrag in zwei weitere Hörsäle übertragen“, sagt Hurler.

Auftakt zu dieser Reihe war im Herbst 2007, weitere 101 Vorträge sollten folgen und das Management-Forum zu einer auch außerhalb der Hochschule be- und geachteten Veranstaltung machen. Und wer hat’s erfunden? Peter Hurler, wenngleich er seine Rolle herunterspielt. Das sei nicht seine Veranstaltung gewesen, sagt er – und hat damit natürlich Unrecht. Der 65-Jährige, der als Leiter des Zentrums für Weiterbildung an der Hochschule Neu-Ulm vor kurzem in Ruhestand ging, war der Macher – und das Gesicht des Management-Forums. Er nahm den ersten Kontakt zu möglichen Referenten auf, verfasste seinen  Brief an Trigema-Chef Wolfgang Grupp handschriftlich, weil er wusste, dass der Burladinger Unternehmer nichts von E-Mails hält – und erhielt ein paar Tage später schon Antwort per Telefon. Ja, hier Grupp . . .  Der Mann mit dem Affen sprach dann ein paar Monate später zum Thema „Was heißt Unternehmenserfolg heute?“ Und wenn gewünscht, wie von Theo Waigel, chauffierte Hurler die Referenten vom Wohnort zur HNU und wieder zurück.

Ja, die Referenten, sie fielen aus dem Rahmen, aber genau das machte den Charme des Forums aus, das zunächst lediglich für die Weiterbildungsstudenten gedacht war – als Horizonterweiterung, da die Studienprüfungsordnung leider recht starr ist, wie Hurler bedauert. Er hatte Ideen, setzte Impulse. Und mit den Referenten öffneten sich die Spielräume für neue Inhalte. Es ging um Wirtschaftsethik, korrekte Umgangsformen, virtuelle Welten, schwäbische Köpfe, spektakuläre Insolvenzen, den Menschen als Sicherheitsrisiko, Batterien und Brennstoffzellen sowie Burnout und Kontemplation – ein breites Spektrum. Aber genau das  machte das Forum zu einer Erfolgsgeschichte. 13 000 Zuhörer über die letzten neun Jahre sprechen Bände. Nur einmal hat Hurler geschluckt: als Ernst Prost, Firmenchef von Liqui Moly, von seinem Thema „Ich will nicht als Arschloch sterben“ kein Jota abrücken wollte. Hurler konnte ihm lediglich den Zusatz „Bekenntnisse eines erfolgreichen Unternehmers“ abtrotzen.

Das Budget hielt sich all die Jahre in engen Grenzen, mal war ein Abendessen drin, ein Hotelzimmer oder ein Karton Wein. Oft brauchte Hurler nur die Fahrtkosten zu erstatten, die Referenten verzichteten auf das Honorar, „sie waren alle sehr entgegenkommend“. Und sie wussten Hurlers Engagement zu schätzen, der sich richtig in die Sache reinkniete. Waigel oder auch Spitzer ließen sich nicht nur einmal bitten, und Kirchner hatte fast schon ein Abonnement auf den jeweils letzten Vortrag vor Weihnachten.

Und jetzt soll Schluss sein? Nicht ganz. Hurler hört zwar auf als Macher, das Forum wird in diesem Semester nicht mehr stattfinden. „Wir wollen aber die Reihe fortführen“, sagt HNU-Präsidentin Uta Feser. Drei Professoren werden dann den Hurler machen.  Das Format soll bleiben, auch die bunte Mischung, „vielleicht gehen wir auf einen anderen Tag“.

Zur Person

Laufbahn Die Themen Arbeitsmarkt, Bildung, Weiterbildung prägten das Berufsleben Peter Hurlers – und prägen es auch künftig.  Der 65-Jährige wird noch im ruhestand als Honorarprofessor an der Hochschule Neu-Ulm tätig sein. Der promovierte Ökonom arbeitete zunächst in der Wirtschaftsforschung, dann bei einer berufsständigen Organisation, ehe er vom Jahr 2000 an das Zentrum für Weiterbildung an der Hochschule Neu-Ulm aufbaute. Warum Weiterbildung? Hurler: Weil die Leute wollen, sie haben ein klares Ziel.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Kollision nach Reifenplatzer - drei Verletzte

Auf der B19 zwischen Ulm-Böfingen und Lagenau gab es auf Höhe von Seligweiler einen schweren Unfall. Unfallursache wahr wohl ein geplatzter Reifen. weiter lesen