Personen, Daten, Fakten

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Das Behandlungszentrum für Folteropfer Ulm (BFU) ist eine Einrichtung, die vor allem Therapien für traumatisierte Flüchtlinge anbietet. Das Zentrum existiert seit 1995. Anlass für die Gründung waren die Folgen des Bosnien-Krieges zu Beginn der 90er Jahre: 350 000 bosnische Flüchtlinge lebten damals in Deutschland, viele von ihnen traumatisiert - und adäquate muttersprachliche therapeutische Anlaufstellen fehlten. Das Elend war groß, aber auch die Bereitschaft in der Bevölkerung, diesen Menschen zu helfen. Der Ulmer Bezirk von Amnesty International suchte jedoch längere Zeit vergeblich nach einem geeigneten Träger für ein geplantes Behandlungszentrum für Folteropfer. Dieser konnte nach zwei Jahren Suche mit dem "RehaVerein soziale Psychiatrie Donau-Alb" in Ulm gefunden werden. Innerhalb weniger Wochen stampfte der damalige Geschäftsführer des RehaVereins, Jörg Sauter, das BFU aus dem Boden. Wegen fehlender Geldmittel arbeiteten die Therapeuten zunächst völlig ehrenamtlich, sie konzipierten ein Modell für die Behandlung traumatisierter Flüchtlinge. In den Anfangszeiten hatte das BFU nur zwei bezahlte Stellen, genauer gesagt: zwei ABM-Stellen - nämlich die des organisatorischen Leiters und die einer Ärztin. Mittlerweile beschäftigt das BFU 16 Fachkräfte, davon 4 Hauptamtliche und 12 auf Honorarbasis, darunter Psycho- und Kunsttherapeuten. Es gibt einen Pool von etwa 15 professionellen und erfahrenen Dolmetschern für circa 20 Sprachen.

Manfred Makowitzki (53) ist seit der Gründung des BFU vor 17 Jahren dessen organisatorischer Leiter. Er ist in der Verwaltung und in der Sozialberatung tätig und außerdem verantwortlich für die Finanzierung des Behandlungszentrums. Makowitzki hat in Augsburg und Tübingen Wirtschaftswissenschaften, Politik und Soziologie studiert, er war vor seiner Tätigkeit im BFU wissenschaftlicher Mitarbeiter am Politik-Institut der Universität Tübingen.

Dr. Regina Kurth (47) ist seit 2002 Psychologische Psychotherapeutin (Verhaltenstherapie) und seit 2009 Therapeutische Leiterin des BFU. Sie hat im zweiten Bildungsweg Psychologie studiert und ihre psychotherapeutische Weiterbildung in Tübingen und Marburg absolviert. Sie ist promoviert, habilitiert und Dozentin der Uni Ulm.

Rund 100 traumatisierte Flüchtlinge wurden im BFU bereits im ersten Jahr seines Bestehens behandelt, im Jahr darauf waren es bereits 200. Mittlerweile haben die BFU-Therapeuten knapp 2000 Personen behandelt. Das Einzugsgebiet umfasst neben Ulm die Region zwischen Augsburg und Reutlingen sowie zwischen Würzburg und Friedrichshafen. Das BFU hat eine Außenstelle in Ludwigsburg. In Baden-Württemberg gibt es neben dem Ulmer Behandlungszentrum noch weitere vier Zentren dieser Art, zwei davon in Stuttgart, eines in Villingen-Schwenningen, eines in Karlsruhe. In Deutschland existieren insgesamt 24 Behandlungszentren für Folteropfer.

Der Haushalt des BFU beläuft sich auf jährlich rund 300 000 Euro. Gut 30 Prozent der Einnahmen bekommt das Zentrum von den Sozialämtern und den Krankenkassen. Das Land steuert rund 20 Prozent bei, Amnesty International und die Vereinten Nationen insgesamt 13 Prozent, der Europäische Flüchtlingsfonds 12 Prozent, Stiftungen etwa 10 Prozent. Spenden machen etwa 15 Prozent des Etats aus.

Unterstützung erfährt das BFU durch den Förderverein, dessen Vorsitzender der katholische Dekan Matthias Hambücher ist. Stellvertreter sind die SPD-Stadträtin Lisa Schanz, der Geschäftsführer des Evangelischen Diakonieverbands Ulm/Alb-Donau, Otto Frey, und Mario Stahr.

Info Im Internet ist die Einrichtung unter www.bfu-ulm.de, der Verein unter

www.foerderverein-bfu-ulm.de erreichbar.

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