Penthouse mit Blick auf Söflingen

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Gestern Spatenstich, am Montag beginnt der Erd­aushub, und im Sommer nächsten Jahres können die ersten Wohnungseigentümer einziehen. Jetzt geht es auf einmal Schlag auf Schlag bei dem Bauprojekt „Blau2 – Wohnen am Klosterhof“ im Quartier Clarissenstraße/Klingensteiner Straße in Söflingen. Wie berichtet hat es vier Jahre gedauert, bis alle Einwände der Nachbarn berücksichtigt waren, die auf dem Schwemmland Angst um die Standsicherheit ihrer Häuser gehabt hatten. Es dauerte, bis baurechtlich alles geklärt war (siehe Infokasten).

Nun wird der Bauträger, die Grundstücksgesellschaft Ulm, auf die bislang unschöne Brache insgesamt sechs Mehrfamilienhäuser mit 60 statt 69 Wohnungen in Niedrigenergie-Massivbauweise stellen. Und zwar in zwei Bauabschnitten, damit die Baumaschinen rangieren können. Beim ersten Abschnitt entstehen auf dem 6000 Quadratmeter großen Grundstück drei Häuser an der Nord-West-Seite, also bis dicht an die bestehende Bebauung.

50 Wohnungen sind schon weg

Beim zweiten Bauabschnitt in Nachbarschaft des Autohauses Kreisser folgen weitere drei Häuser mit einer Grünfläche dazwischen. Diese sollen im November nächsten Jahres bezugsfertig sein. In den beiden Tiefgaragen sind für die 60 Eigentumswohnungen rund 80 Stellplätze geplant, und am Rande der Wohnanlage gibt es noch oberirdische Besucherparkplätze.

„50 Wohnungen sind bereits verkauft“, berichtete Rick-Steven Göttfried als der mit dem Vertrieb beauftragte Immobilienmakler in Neu-Ulm. Die Größe reicht dabei von rund 60 Quadratmetern in einer Zweizimmerwohnung (Preis: 255 000 Euro) bis zum 248 Quadratmeter großen Penthouse (Preis: 1,3 Millionen Euro) oben im 4. Stock. Angepriesen werden die lichte Raumhöhe von 2,56 Metern, bodentiefe und deckenhohe Fensterelemente, Fußbodenheizung und die zentrale Holzpelletheizung.

Als Freisitze sind im Erdgeschoss Terrassen mit Garten­anteil, in den Obergeschossen großzügige Balkone und im Penthouse-Bereich Dachterrassen vorgesehen. „Durch die Personenaufzüge in jedem Haus und barrierefreie Haus- und Wohnungszugänge ist die Lebensqualität bis ins hohe Alter gesichert“, sagt Göttfried. 80 Prozent seiner bisherigen Käufer seien Eigennutzer. Dazu zählt auch, wenn erwachsene Kinder für ihre Eltern eine moderne barrierefreie Bleibe erwerben. Aber zu den Eigentümern gehörten genauso junge Familien mit Kindern.

Mooriger Untergrund

Schließlich sei die Lage im Quartier Clarissenstraße/Klingensteiner Straße ideal mit Nähe zum Kloster, zur Blau, zum renovierten Söflinger Spielplatz, zur Meinlohschule, zu Kindergärten, zu Einkaufsmöglichkeiten und Ärzten, schreibt Göttfried-Immobilien auf seiner Internetseite. Die Straßenbahn-Endhaltestelle Söflingen ist nur 600 Meter entfernt.

Nach einem Architektenwettbewerb stammt der Entwurf vom Büro h4a Gessert und Randecker Generalplaner mit Sitz in München. Die Bauausführungen übernahm dann der Zweitplatzierte, Architektur Städtebau Obermeier und Traub aus Ulm. „Der Bau ist eine Herausforderung bei dem moorigen Untergrund des einstigen Urstromtals der Donau“, sagte Architekt Wolfgang Traub.

Deshalb werde das Bauunternehmen Maier mindestens 3,50 Meter in die Tiefe gehen müssen und mit der Pfählung gut 8 Meter tief. Je nachdem, wann die tragfähigen Talkiese erreicht werden.

Abspecken Vor zwei Jahren hatte der Fachausschuss für Stadtentwicklung des Ulmer Gemeinderats zumindest schon mal die Auslegung des Bebauungsplans mehrheitlich beschlossen. Allerdings gab der Ausschuss der Verwaltung den Auftrag, das Projekt abzuspecken: Der  Investor sollte das geplante Volumen von 69 Wohnungen reduzieren.

Absichern Bereits vor vier Jahren war den Stadträten das Vorhaben abenteuerlich vorgekommen, weil auf moorigem Schwemmland gebaut werden solle und weil dadurch Konflikte programmiert seien: nicht nur mit dem angrenzenden Autohaus Kreisser, bei dem von Bestandsschutz und Erweiterungsperspektiven die Rede war, sondern auch mit den Eigentümern benachbarter Wohnhäuser. Diese sorgten sich wegen der grenznahen Neubebauung um die Standsicherheit ihrer Gebäude. Um diese nun zu gewährleisten wurden aktuell in den vergangenen Tagen daher jede Menge Stahl-Spundwände gesetzt – damit kein Erdreich von den umliegenden Grundstücken in die am kommenden Montag entstehende Baugrube rutscht.

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