Paula Rütsch und ihre kleinen Helden

Eine Ulmerin ließ ihre Handtasche an der Haltestelle liegen. Geld, Ausweis, Schlüssel, alles weg. Alles wieder da. Dank dreier Jungs.

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Eine Tasche blieb an der Haltestelle liegen. Foto: Fotolia

Wenn Paula Rütsch von Dustin und den Brüdern Raffael und Sandro spricht, dann nennt sie die drei Jungs "kleine Helden". Wenn sie an die 12- und 13-Jährigen denkt, ist sie glücklich und dankbar. Dabei begann für sie alles mit einem großen Schreck.

An jenem Nachmittag wartete Paula Rütsch an der Steinernen Brücke auf ihren Bus der Linie 4. "Ich hatte Einkaufstüten dabei und meine Jacke über dem Arm und habe hingebungsvoll eine weiße Taube gefüttert", erzählt die 67-Jährige. Dann fuhr der Bus vor und alles musste schnell gehen. Die Ulmerin stieg ein, setzte sich und merkte erst beim Aussteigen am Ostplatz: Da fehlt doch was. Nämlich ihre Handtasche. Mit Geldbeutel, Hausschlüsseln und allem, was eben so in einer Handtasche drin ist.

Paula Rütsch fuhr schnurstracks mit dem nächsten Bus zurück. Als sie die Steinerne Brücke erreichte, standen etliche Leute und warteten auf den Bus, viele hatten Taschen dabei, aber von ihrer eigenen war natürlich keine Spur mehr zu sehen. Die Rentnerin fragte nach bei der Polizei, beim Fundbüro - vergebens. "Ich war den Tränen nah." Sie hatte nur noch ihre Busfahrkarte und ihr Handy, denn die steckten in ihrer Jackentasche. Und plötzlich klingelte das Handy.

Ein Junge war dran. "Hallo Frau Rütsch", sagte er, "wir haben Ihre Tasche gefunden". Sie konnte ihr Glück zunächst kaum glauben, "ich war so happy". Sie wollte ihre Tasche gleich abholen, aber die drei Jungs aus Ludwigsfeld hatten anderes vor. Sie wollten ins Kino, wollten einen Film sehen und standen bereits vor dem Dietrich-Theater in Neu-Ulm. "Dann nehmt das Geld aus meinem Geldbeutel und kauft Euch Kinokarten", sagte Paula Rütsch. Die drei lehnten ab, sie hatten ihre Karten bereits gekauft.

Dustin, Raffael und Sandro verabredeten sich mit der Ulmerin nach dem Film. Sie fuhr mit dem Bus zum Kino, und da standen die drei bereits mit ihrer Tasche in der Hand. "Ich bekam alles zurück", freut sich Paula Rütsch. "Ich denke, so lange es solche ehrlichen jungen Menschen gibt, ist die Welt noch nicht verloren."

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