Partner gebissen und mit Dosen beworfen

Eine Sendenerin hat eine zweijährige Bewährungsstrafe erhalten. Sie hatte gestohlen, zu viel Sozialleistung bezogen und ihren Partner verletzt.

|

Unter der Anklage "schwere Körperverletzung in Tateinheit mit Betrug" musste sich eine 34-jährige Frau aus Senden vor dem Amtsgericht Neu-Ulm verantworten. Das Urteil: sechs Monate Haft, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung. Darin berücksichtigte Amtsgerichtsdirektor Thomas Mayer auch eine bereits verhängte Geldstrafe. Diese erhielt die Frau, weil sie in einer Spielothek gestohlen hatte. Mayer wandelte die Geldstrafe um, ließ sie in die Bewährungsstrafe miteinfließen.

Bei den beiden gestrigen Anklagepunkten war die vierfache Mutter geständig. Zum einen hatte sie im Juni ihren 34 Jahre alten Lebensgefährten beim Bahnhof in Illertissen mit vollen Getränkedosen beworfen. Damit nicht genug: Sie soll den Mann auch in den Arm gebissen haben - dem Gericht lagen Fotos vor, die die Verletzung dokumentierten. Die Frau sagte aus, sich nicht erinnern zu können, ihren Freund gebissen zu haben - könne das aber auch nicht ausschließen.

Der zweite Anklagepunkt betraf Sozialleistungen, die das Arbeitsamt der Frau gewährt hatte. Im laufenden Jahr hatte sie dem Amt ihre neue Arbeitsstelle nicht gemeldet. Deshalb erhielt sie rund 1100 Euro mehr, als ihr zustanden.

Zum Zeitpunkt der Verhandlung hatte die Frau bereits acht Eintragungen im Strafregister. Sie hat keinen Beruf erlernt, arbeitet häufig bei wechselnden Arbeitgebern, zum Beispiel als Reinigungskraft. Als Kind kam sie aus der Türkei nach Deutschland, heiratete mit 16, bekam zwei Kinder. Sie trennte sich von ihrem Mann und hat mit ihrem neuen Partner zwei weitere Kinder.

An dem Tag, als sie diesen neuen Freund attackierte, war das Paar im Jugendamt. Anschließend gab es Streit. Er habe sie provoziert und beleidigt, sagte die Sendenerin. Sie beklagte, dass nur sie belangt werde, wohingegen ihr Partner ungeschoren davonkomme. Der 34-Jährige hatte ebenfalls Strafantrag gestellt, den er jedoch vor der gestrigen Verhandlung zurückzog. "Die Sache zwischen uns hat sich wieder beruhigt", sagte er dem Gericht.

Kurios: Der Mann hatte im April selbst einen Strafbefehl erhalten, weil er seine Partnerin geschlagen haben soll. Der Konflikt zwischen den beiden war gestern noch nicht beendet. Heftig streitend verließen sie den Gerichtssaal.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ringen um jeden Lehrling

Die Ausbildungszahlen bei der IHK bleiben praktisch stabil. Dafür sorgen nicht zuletzt Flüchtlinge, die auch den kriselnden Kochberuf retten. weiter lesen