Papierlawinen und Neoplastome

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Eine Arbeit von Ulrike Markus im Museum Ulm.  Foto: 


Lawinenartige Papiermassen; bedrohliche Ballungsräume; enthemmte Neubildungen; federleichter Rhythmus – so intensiv die Arbeiten der Ulmerin Ulrike Markus im Museum Ulm wirken, so groß war auch die Assoziationsflut in der Einführungsrede von Museumsleiterin Dr. Stefanie Dathe. Und diese wollte ihre Begeisterung für den ungewöhnlichen Gestaltungswillen der 1989 in Ulm geborenen Künstlerin, die seit vier Jahren in Offenbach lebt und studiert, gar nicht zurückhalten.

Ja, dieser Förderpreis Junge Ulmer Kunst 2017 in der Kategorie Bildende Kunst ist perfekt adressiert und löste in der Jury fast schon Euphorie aus. „Sie treibt in der Kunst seit langer Zeit bekannte Werkstoffe mit ihrem unorthodoxen Ansatz an ihre Grenzen, befreit Materialien aus ihrer kulturgeschichtlichen Zuordnung“, erklärte Stefanie Dathe. Zudem wisse sie bereits sehr gut einzuschätzen, wie sie mit Räumen umzugehen habe und wie sie eine Ausstellung dramaturgisch gestalten müsse.

Wenn man in die Einzelausstellung „Neoplasmic Island“ eintaucht, dann erlebt man sie: die lawinenhaften Papiermassen, durch die man sich auf Zehenspitzen tasten will, das pechschwarz gummierte und mit Keramikchips gespickte Wesen, das im Halbdunkel gleichsam zu fliegen und zu wuchern scheint. Und neben dieser Lust am „raumfüllend Voluminösen“ und der Üppigkeit ist da zudem die, in Grenzbereiche der Zerbrechlichkeit vorzudringen. Flüssiger Plastik verbindet sich mit Porzellan zu naturalistischen Objekten, die quallenhaft zu pulsieren scheinen und keramisch wachsen. Papierlocken verwirbeln sich neben hauchdünner Bronzefolie und weiten den Goldenen Schnitt.

Der Ulmer Einblick in das aktuelle und bisherige Schaffen der Ulrike Markus ist durchgehend museumsreif.

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