Packende Geschichten

Ohne Lederjacke und PashminaSchal geht frau nicht auf Reisen. Männern ist auch Technisches wichtig, sie haben deswegen aber nicht weniger Gepäck. Eine Umfrage unter Menschen, die viel unterwegs sind.

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Iso Mühlen reist mit kleinem Gepäck. Zwei Wochen Afrika: neun Kilo. Die Wanderstiefel hat sie gleich angezogen, die beschwerten den Koffer also nicht. Wo sie auch hinfährt, zwei Jeans sind immer dabei. "Dann brauche ich kaum mehr was anderes." Sie sind tagsüber praktisch und mit edlem T-Shirt, Lederjacke und schönen Schuhen abendtauglich. Auch immer in ihrem Gepäck: ein Tuch oder ein leichter Schal und ein Pulli, "egal wie südlich der Süden ist". Wenn sie nach Sylt fährt, kommen weiße Dreiviertelhosen und leichte Kleider, am besten aus Seide, in den Koffer. Die Kleider schlägt Iso Mühlen sorgfältig in Seidenpapier ein. "Sie sehen dann aus wie frisch gebügelt." Auf diesen Trick schwört sie vor allem bei Rundreisen, wenn jeden Tag das Hotel gewechselt wird und deshalb keine Zeit bleibt, den Wasch- und Bügelservice zu nutzen.

Seidenpapier findet Ruth Stocker überflüssig. Früher war das Pflicht, "so habe ich das von meinen Eltern gelernt". Auch die Ärmel wurden damit ausgefüttert, um Knitterfalten zu vermeiden, erzählt die Inhaberin der Modeboutique, die ihren Namen trägt. "Das Reisen ist inzwischen so einfach geworden. In guten Hotels gibt es immer einen Bügelservice. Den nutze ich oft." Wenn sie nur kurz verreist, zum Beispiel beruflich für zwei Tage nach Mailand, nimmt sie nur einen Kleidersack - "von Gucci, mein ganzer Stolz!" -, eine Box für Schuhe und ein Kosmetikköfferchen mit. Für längere Aufenthalte benutzt Ruth Stocker immer den selben großen Koffer, der aussieht wie eine "rechteckige Kiste mit Rollen". Schweres wie Schuhe kommt nach unten, Leichtes liegt ganz oben. Sie braucht viel Kleidung auf Reisen, gibt sie zu: "was Lässiges, was Edles zum Ausgehen. . .". Und Schuhe natürlich, zu jedem Outfit die passenden. Ihren Style und damit den Inhalt ihres Koffers passt Ruth Stocker dem jeweiligen Ziel an. Immer dabei: eine Lederjacke und ein Pashmina-Schal, den sie ins Flugzeug mitnimmt. Wie auch ein Thermalspray fürs Gesicht, "ein Segen gegen die trockene Flugzeugluft". Dass sie irgendetwas vergessen oder schmerzlich vermisst hätte, sei ihr eigentlich noch nie passiert: "Die Auswahl ist immer groß."

Als Geschäftsführer des IT-Unternehmens Fritz & Macziol ist Heribert Fritz viel unterwegs. Wenn er privat verreist, packt er auf jeden Fall Badehose, Hemden, Rasierer, Zahnbürste, "Mobile Devices (iPhone, ipad, Laptop) und viele Schuhe" ein. Neben sportlicher Kleidung nimmt er aber auch was Schickes mit. Packt er seinen Koffer selbst? "Selbstverständlich!" Wenn Fritz entscheiden muss, was mitkommt und was nicht, stellt er sich immer einen kompletten Tag vor, "wie ich mich anziehe und wie ich mich wieder ausziehe". Von einem Modeberater hat er sich Tricks zeigen lassen, damit Anzüge und Hemden nicht verknittert ankommen. Falls es doch mal passiert, nutzt er den Bügelservice im Hotel. Mit wie viel Gepäck reist Heribert Fritz? "Immer mit zuviel."

Zur Grundausstattung gehört für Renate Schmitzer ihr leichter, sandfarbener Blazer. "Er passt farblich zu allem und lässt sich lässig wie elegant stylen." Als freiberufliche Kostümbildnerin ist sie viel unterwegs, derzeit in Köln beim Musical "My Fair Lady" in der Oper am Dom. "14 Tage am Stück zu Hause sind schon Luxus". In ihrem Beruf muss Kleidung praktisch sein - mit einer Einschränkung: "Praktisch bedeutet nicht, dass ich flache Schuhe trage! Ohne High Heels geht nichts." Flach trägt sie "nur in Notfällen". Pulli und Pashmina-Schal packt sie immer ein. Auch Renate Schmitzer richtet ihr Outfit nach dem Aufenthaltsort aus. Als sie kürzlich in New York war, hat sie ihre schönsten Kleider mitgenommen, erzählt sie. "Da zieht man sich dreimal am Tag um. Das mache ich sonst nie!"

Prof. Albert Hofmann treibt im Urlaub gern Sport, er geht aber auch gern mal aus. Deshalb müssen in den Koffer auf jeden Fall Sportsachen - "Tennisklamotten, Golfsachen, Badehosen" - und Schönes für abends. "Wenn ich abends ausgehe, möchte ich passend gekleidet sein", sagt der Leiter der Klinik Rosengasse. Im Urlaub will sich Hofmann vor allem erholen, Arbeitsunterlagen und alles, was mit dem Beruf zu tun hat, bleiben deshalb zu Hause. "Ich improvisiere eigentlich immer, packe spontan und vergesse dann auch meistens etwas." Da er auch beruflich oft reist - Hofmann ist Professor für Plastische Chirurgie an der Uni Padua -, kennt er ein paar Tricks gegen Knitterfalten: "Anzüge und Hemden bleiben auf dem Bügel und kommen in einen Kleidersack."

Jeans, Jeansrock, weiße Bluse, Lederjacke, eine Stola oder ein Tuch, ein Paar hohe und ein paar flache Schuhe - das ist für Sonja Grau im Urlaubskoffer unverzichtbar. Und ein "kleines Schwarzes" - "damit ist man als Frau immer auf der sicheren Seite", sagt die Personal Shopperin. Sie nimmt lieber wenig Kleidungsstücke mit, achtet aber generell darauf, dass sie sich gut miteinander kombinieren lassen. Ihr gefällt ein Mix aus sportlich und elegant, doch sie warnt: "Stilbrüche brauchen Fingerspitzengefühl!" Für die passionierte Hutträgerin gehören natürlich auch Hüte ins Urlaubsgepäck. Einen, der zu vielem passt, setzt sie auf. Einen zweiten legt sie in den Koffer, zum Beispiel einen aus Hanf. "Der absolut unkomplizierte Hut. Er kann gefaltet, gerollt, gedrückt werden und behält seine Form." Als Koffer wählt sie ein doppelseitig packbares Modell mit Gurten, Netzen, Extra-Täschchen, Reißverschlussabteilen. Wenn alles fest sitzt, rutscht nichts - und verknittert auch nichts. Und wenn doch? Sonja Grau hängt ihre Kleidung sofort nach der Ankunft auf, "kleine Knitterspuren hängen sich oft schnell aus". Ansonsten nutzt sie ebenfalls den Bügelservice im Hotel.

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