Orange Campus: Entscheidende Wochen rücken näher

Die Basketballer haben die Saison sensationell als Vizemeister abgeschlossen. Jetzt steht das Management vor Entscheidungen: Der Orange Campus rückt näher.

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    Gerold Noerenberg: Der  Campus verdient Unterstützung. Foto: 
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Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Dieses geflügelte Wort gilt für das Management des Ulmer Basketballs, der am Montag Abend allen Grund zum Feiern hatte. In der Ratiopharm-Arena ließen die Fans Spieler und Verantwortliche hochleben, alle stießen an auf eine zum Schluss nie und nimmer erwartete Erfolgssaison. Sie war am Sonntag zwar mit einer finalen Niederlage in Bamberg zu Ende gegangen. Doch wer hatte die deutsche Vizemeisterschaft wirklich erwarten können?

Die Feiergesänge sind noch nicht verklungen, da geht für Sportchef Thomas Stoll und Finanzchef Andreas Oettel die Saison auf dem politischen Parkett weiter. Wenn nicht alles täuscht, fallen im Sommer vollends die Entscheidungen über das ehrgeizige Projekt Orange Campus, ein  Basketball-Zentrum mit offenen Freiluft-Sportangeboten auf dem  alten Donaubad-Gelände unterhalb der Adenauer-Brücke (siehe Info-Kasten).

Ein maßgeblicher Unterstützer des Vorhabens, das  Oettel auf 15 Millionen Euro taxiert (ohne Einrichtung), ist der Neu-Ulmer Oberbürgermeister Gerold Noerenberg. Was wenige wissen: Der OB ist in Sportangelegenheiten vom Fach. Er ist Vorsitzender des  Sportausschusses des bayerischen Städtetags.

Noerenberg stellt den Orange Campus  auf der Brache  am Donauufer in einen größeren Zusammenhang.  „Wir sind  eine prosperierende Region, die im Wettbewerb mit anderen Wirtschaftsräumen steht, denen es ähnlich gut geht wie uns“, sagt er. „In diesem Wettbewerb spielen die weichen Faktoren eine immer stärkere Rolle.“ Mit wem aus Wirtschaftskreisen er sich auch unterhalte, immer wieder fielen die selben Stichworte. „Wer investieren will, fragt zuerst, wie die Schul- und Hochschullandschaft aussieht. Und als drittes folgen immer: Freizeit- und Sportangebote.“

In Bezug auf den Spitzensport sei das Team von Ratiopharm Ulm zu einem absoluten Aushängeschild geworden, bundesweit beachtet.  „Und das nicht erst seit dieser tollen Saison“, sagt Noerenberg. Der regionale Stellenwerte fürs Sportpublikum äußere sich darin, dass die alle mehr als 100 BBL-Heimspiele in der Ratiopharm-Arena ausnahmslos ausverkauft gewesen seien. Vor allem aber, davon sei er überzeugt:  „Die Basketballer brauchen dieses Zentrum.“

Aus zwei Gründen: Erstens bedeute es einen Quantensprung für die Nachwuchsförderung. In der Tat soll sich die Anzahl junger Basketballer, die ausgebildet werden, unter neuen Voraussetzungen verdreifachen –  auf bis zu 1000 Jugendliche. „Jeder weiß um den Stellenwert des Sports  für Kinder und Jugendliche. Bewegung steigert die Intelligenz.“  Der Ulmer Basketball setze mit seinem Nachwuchskonzept bewusst eine Kontrapunkt zu den finanzstärkeren Vereinen in Bamberg, München und Berlin. Das hält der Neu-Ulmer OB für „richtig und sympathisch“.

Nachdem die politischen Gremien die Satzung des Bebauungsplans beschlossen haben (wir berichteten), stehen in den Sommerwochen weitere konkrete Schritte an. Zum einen müssen beide Städte mit Basketball Ulm handelseinig werden über einen Erbbaurechtsvertrag, der auch langfristig den  DLRG-Standort am nordöstlichen  Eck des Grundstücks sichern soll. Dann erwartet Noerenberg den Bauantrag von BBU ’01. Parallel dazu müsse ein detailliertes Finanzierungskonzept vorliegen.

Welche Erwartungen finanzieller  Art haben die Basketballer gegenüber den Städten geäußert? Noerenberg nennt offen eine Gesamtsumme von 4,5 Millionen an beide Städte. „Die erste Reaktion war natürlich schwäbisch: Mir gebet nix.“ Angesichts der guten Finanzlage – Noerenberg spricht hier aus Neu-Ulmer Sicht – werde  man sich einem angemessenen Zuschuss („Irgendwo zwischen beiden Extremen“) aber kaum verschließen können. „Wenn nicht jetzt, wann dann soll so ein Vorhaben angepackt werden?“

Das Projekt

Die Beteiligten  Hinter dem Projekt Orange Campus steckt und steht der Ulmer Spitzenbasketball mit der Profi-Mannschaft in der Bundesliga, aber auch mit den verschiedenen Nachwuchsteams.Umbenannt wurde dazu im vergangenen Jahr der Verein: in BBU ’01, was steht für Basketball Ulm, gegründet 2001. Er hat inzwischen nach Angaben des Basketball-Finanzchefs Andreas Oettel mehr als 1300 Mitglieder.

 

Das Vorhaben Hinter dem Projekt Orange Campus verbergen sich: drei Sporthallen, ein Wohnhaus, ein Büro- und Seminarhaus mit offenem Gastrobereich, ein für die Allgemeinheit zugänglicher, zur Donau hin geöffneter Sportpark mit verschiedenen Plätzen und Freizeitsport-Angeboten.

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