Operation Umzug

Es ist eine logistische Mammutaufgabe: Am Freitag zieht die Chirurgie mit 170 Patienten vom Safranberg in den Neubau auf dem Oberen Eselsberg. Klinikum, Rotes Kreuz, Polizei, Stadt und THW kooperieren.

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Die Tage der alten Chirurgie am Safranberg sind gezählt. Beim Auszug am Freitag müssen die Patienten aber nicht selbst Hand anlegen. Foto: Matthias Kessler

Vor einem Monat ist die Uni-Chirurgie auf dem Oberen Eselsberg im Beisein von Ministerpräsident Winfried Kretschmann feierlich eingeweiht worden, doch die eigentliche Bewährungsprobe für das 240-Millionen-Euro-Gebäude steht am Freitag dieser Woche an. Dann werden alle sechs chirurgischen Abteilungen binnen neun Stunden mitsamt 170 Patienten aus dem Altbau am Safranberg aus- und in das neue Gebäude einziehen - ein organisatorisches Großprojekt, das es in Baden-Württemberg so noch nicht gegeben hat.

Den Umzug Schritt für Schritt abzuwickeln, kam für die Klinik nicht in Frage, sagt Kliniksprecher Jörg Portius. "Es ist nicht sinnvoll, einen vollen Klinikbetrieb über mehrere Tage gleichzeitig an zwei Standorten aufrecht zu erhalten."

Seit mehr als einem halben Jahr hat die vom Klinikum geleitete Projektgruppe "Patiententransport" unter Leitung von Prof. Ernst Pfenninger den Umzug vorbereitet, und das im wahrsten Wortsinn "minutiös", wie Portius sagt. Die Klinikverantwortlichen rechnen für Freitag in der Chirurgie mit einer Patientenauslastung von knapp 70 Prozent. Patienten mit problemlos verschiebbaren Behandlungen werden diese Woche nicht mehr aufgenommen, und wo es medizinisch vertretbar ist, sollen Patienten möglichst noch am Donnerstag entlassen werden.

Prognosen zufolge - die exakte Patientenzahl und lässt sich wegen möglicher Notfälle erst am Freitagmorgen ermitteln - gilt es, 106 Liegendkranke, 60 Gehfähige sowie 4 isolationspflichtige Patienten wohlbehalten an den neuen Standort zu bringen. "Kern unseres Konzepts ist die Eins-zu-eins-Betreuung", sagt Portius. Sprich: Jedem Patienten wird ein persönlicher Begleiter zugeordnet. Er fährt nicht nur im Rettungsfahrzeug mit, sondern kümmert sich auch ums Ein- und Auspacken des Patientengepäcks. Intensivpatienten werden von einem Notarzt und einer Intensivpflegekraft begleitet, "leichtere Fälle" von Schülern der Akademie für Gesundheitsberufe.

Etwa 40 Fahrzeuge werden nach Angaben des Kliniksprechers im Einsatz sein, darunter 9 Intensivtransportwagen, 9 Notarztwagen und 16 Krankentransportwagen. Den Transport übernimmt das Deutsche Rote Kreuz Ulm (DRK), unterstützt von Kollegen aus den Nachbarkreisen Neu-Ulm, Biberach, Heidenheim und Göppingen - denn die Rettungsdienste müssen auch noch Kapazitäten für reguläre Einsätze vorhalten.

Der Fahrplan für den Freitagmorgen sieht so aus: 7.15 Uhr letzte Patienten- und Personalerhebung; 7.30 Uhr Meldung an die Einsatzzentrale, Bereitstellung von Personal und Fahrzeugen; 8 Uhr erster Patiententransport. Im Schnitt alle zweieinhalb Minuten - so sehen es die Berechnungen vor - wird dann ein DRK-Fahrzeug den Safranberg verlassen. Rund 100 Mitarbeiter sind im Einsatz, vom Sanitätshelfer aus dem Katastrophenschutz bis zum Rettungsassistenten.

Der Ambulanz- und Notfallbetrieb auf dem Safranberg endet am Freitagmorgen um 7 Uhr. Zur gleichen Zeit nehmen die Ambulanz- und Notfallabteilungen auf dem Oberen Eselsberg die Arbeit auf. "Wer sich am Umzugstag um 7 Uhr den Arm bricht, sollte möglichst gleich in die neue Chirurgie fahren", sagt Portius.

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