Donauklinik Neu-Ulm nimmt hochmodernen OP in Betrieb

Die Donauklinik Neu-Ulm nimmt einen hochmodernen OP in Betrieb. Demonstriert wurde er mit einer „Operation“ an einer roten Paprika.

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Live-Demonstration mit einer Paprika: In der starken Vergrößerung und in der Qualität der Bildschirme im neuen OP sieht das Innere täuschend echt wie Magen- Darm-Gewebe aus.  Foto: 

Eine rote Paprika lag auf dem Operationstisch des neuen, minimalinvasiven Operationssaales an der Donauklinik Neu-Ulm. Ihr kerniges Innenleben war nach einer Mitteilung der Klinik das ideale Operationsfeld, um sämtliche Eingriffe und diverse Instrumente der Bauchchirurgie minimalinvasiv zu demonstrieren. Auf den großen Monitoren war der „Bauchraum“ der Paprika zu sehen. Zielsicher entfernte der Viszeralchirurg Thomas Schmidt einen bestimmten Kern, der bei einem „echten“ Patienten einem Gallenstein, einem Blinddarm, einer Zyste oder einem Myom entsprechen könnte.

Der von Monitoren umgebene Operationstisch bildet das Zentrum dieses OP-Saales, bei dessen Betreten der Eindruck entstehen könne, man befinde sich mitten im Raumschiff Enterprise. Die umgebenden Monitore und 3-D Bildschirme arbeiten mit vier Mal so vielen Bildinformationen wie bei Full-HD-Systemen, teilt die Donauklinik mit. Dadurch zeigten sich selbst bei der „Patientin Paprika“ feinste Strukturen klar und deutlich ab.

Neben dem Operationssaal biete das Projekt Aurelius auch alle Möglichkeiten der modernen Kommunikation. Vom ersten Kontakt hat der Patienten die Möglichkeit, über alle verfügbaren Kanäle mit den Ärzten Kontakt aufzunehmen. So könne der Erstkontakt über die Homepage, über Whats App, Online oder klassisch per Telefon oder Fax hergestellt werden. Alle Informationen über den Eingriff vor, während und nach der Operation werden sofort abgespeichert und dem Patienten oder dem weiter behandelnden Arzt auf seinem Computer oder auf ein Mobiltelefon zur Verfügung gestellt.

Der Fokus liege auf „transparenter Chirurgie“. Jede Operation wird vollständig per Video dokumentiert. Der Patient erhält neben dem klassischen OP-Bericht, Bilder und Video-Clips per Mail oder SMS. Er könne selbst sehen, was während der Operation mit ihm passiert ist, wie der Verlauf war und warum es unter Umständen zu Komplikationen kam. Die Ärzte an der Donau-Klinik können sich bei Bedarf auf die Bildschirme in Operationssaal einloggen, um eine Situation schnell beurteilen zu können und eventuell interdiziplinär zu beraten.

Klinikdirektor Ernst Peter Keller taufte den neuen OP-Saal mit einer Flasche Sekt auf den Namen „Aurelius“, abgeleitet vom lateinischen Namen „Aurum“ für Gold, weil er für ihn den Goldstandard zeitgemäßer Hochleistungsmedizin darstellt. Ermöglicht wurde dieses Projekt erst durch die Industriepartner Olympus, GE Healthcare und Trice, die die neuesten Technologien in Neu-Ulm zum Einsatz brachten.

Der neue Saal dient als Referenzobjekt der Firmen. Hospitierende Ärzte werden durch den erfahrenen Chirurgen Thomas Schmidt, die Gynäkologen Dr. Dominic Varga und Dr. Frauke Kohorst eingewiesen. Dadurch blieb der Eigenanteil der Donauklinik nach eigenen Angaben mit 60.000 Euro überschaubar.

Versorgung Die 1887 gegründete Donauklinik ist mit 170 Betten ein Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung am Neu-Ulmer Donauufer, das wie die Illertalklinik in Illertissen und Stiftungsklinik in Weißenhorn unter dem Dach der Kreisspitalstiftung Weißenhorn geführt wird. In der Donauklinik werden 350 Mitarbeiter beschäftigt. 2016 wurden dort 11.000 Patienten stationär und 20.000 ambulant behandelt. Die Klinik schreibt rote Zahlen, 2016 dürfte das Minus 2,9 Millionen Euro hoch gewesen sein.

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